SV Schwaig - TV/DJK Hammelburg 3:2 (25:21, 16:25, 17:25, 25:23, 15:10).
Es war dieser eine Spielstand, an den Spieler, der Trainer und die mittlerweile große Liveticker-Gemeinde vor den heimischen Smartphones, sicher einige Zeit nach Spielende noch zu knabbern hatte: 21:16 für Hammelburg prangte es da auf der Anzeigetafel in der "gelben Halle" zu Schwaig. Die Gäste aus Unterfranken hatten nach 2:1- Satzführung einen Rückstand zu Satzbeginn egalisiert und standen "nur" noch vier Punkte vor dem Gewinn des Frankenderbys. "Aber so ist eben Volleyball, da ist auch bei so einem Spielstand noch alles drin", postete es Christian Gartenmeister, einer der treusten Hammelburger Volleyballfans, auf der Facebook-Seite der Volleyballer und sollte damit (leider) Recht behalten.

Rückblende: Abgesehen von leichten Startproblemen im ersten Satz, sollte der Hammelburger Angriffs- und Abwehrmotor in Satz zwei und drei wie
geschmiert laufen. Mit Turbo Volleyball überzeugten beiden Teams in einer auf beiden Seiten hochklassigen Bundesligapartie, bei der vor allem Neu-Libero und Alt-Meister Oli Möller absolut zu überzeugen wusste und auch Mittelblocker Michi Schottdorf "MVP-reif" zu agieren vermochte.
Was folgte war eben dieser vierte Satz mit diesem einen Spielstand: "Das war wie ein Deja-Vu aus dem Hinspiel", konnte Trainer Tado Karlovic seinen Frust nur schwer verbergen. "Das muss man erstmal verarbeiten, wenn man ein sicher geglaubtes Spiel, dann doch noch aus der Hand gibt", so der Hammelburger Coach, der beim 21:16 miterleben musste, wie sich die Einheimischen erneut daran erinnerten, dass es doch im Tie-Break (der elfte für Schwaig in dieser Saison) immer noch am Schönsten ist: "Wir haben in dieser Phase keinen Ball mehr tot gebracht, weil Schwaig hervorragend abgewehrt hat", beschrieb Hammelburgs Kapitän Felix Bendikowski die nun folgenden Geschehnisse und Mittelblocker Friedrich Fell ergänzte: "Plötzlich haben wir auch in der Annahme geschwommen und ein wenig hat uns in dieser Phase auch die Kraft gefehlt" und so hatte "Schwaig gerade bei langen Ballwechseln zudem noch das glücklichere Ende auf seiner Seite" (Bendikowski).

Mit einem leicht übermäßigen Frustpegel ob der verpassten Chance, sahen sich die Karlovic-Mannen mit dem viel zitierten "psychologischen Nachteil" unverhofft im Entscheidungssatz. Gepuscht vom gerade zuvor phänomenal gedrehten Satz, erwischten die Gastgeber vor einer tollen Kulisse den besseren Start und durften beim 8:5 die Seiten wechseln. Leider konnte Außenangreifer Oscar Benner, der zuvor durch allzu harte Ballbehandlung am Netz überzeugen konnte, nicht weiter "klopfen", sodass Karlovic in der heißen Phase noch einmal wechseln musste: "In den entscheidenden Situationen rächt sich dann einfach, dass wir bedingt durch die vielen Ausfälle keinerlei Wechseloptionen haben", resümierte Kapitän Felix Bendikowski, der dabei ein wenig auf die andere Seite des Netzes blickte: "Bei Schwaig haben lediglich die Mittelblocker durchgespielt, den Luxus haben wir leider nicht.

Doch allzu großen Trübsinn sucht man im Hammelburger Lager weiterhin vergebens: Weil sich Tabellenverfolger Freiburg beim Fast-Schon-Meister Fellbach einen 1:3-Niederlage gefallen lassen musste, stehen die tapferen Saalemannen immer noch auf dem dritten Tabellenplatz. "Auch wenn es kurios klingt, stehen wir nach diesem Spieltag tabellarisch sogar besser da als davor", fasste es der Kapitän etwas augenzwinkernd zusammen. Trotzdem richten sich bei den TV/DJK-Recken nun alle Blicke auf den bevorstehenden letzten Spieltag gegen das Team aus Grafing. "Dieser letzte Heimspieltag soll noch mal ein spielerischen und emotionales Highlight werden", freut sich Pressesprecher Olly Wendt auf das kommende Wochenende, bei dem das Publikum den letzten Auftritt von Oli Möller erlebt, der dann noch einmal das Liberotrikot überstreifen wird.