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Hammelburger Coup: Lorenz Karlitzek ist zurück

Nach Erstliga-Stationen in Frankfurt und Rottenburg wird der 21-Jährige künftig wieder in seinem "Wohnzimmer" den Gegnern das Fürchten lehren.
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In Frankfurt und zuletzt beim  TV Rottenburg (Bild) reifte Lorenz Karlitzek zum Bundesliga-Spieler. Mit der Rückkehr des 21-Jährigen nach Hammelburg gelang den Verantwortlichen ein Transfer-Coup.    Foto: Ralph Kunze
In Frankfurt und zuletzt beim TV Rottenburg (Bild) reifte Lorenz Karlitzek zum Bundesliga-Spieler. Mit der Rückkehr des 21-Jährigen nach Hammelburg gelang den Verantwortlichen ein Transfer-Coup. Foto: Ralph Kunze

Zwei Spieler hatten sich bereits verabschiedet, doch in puncto Neuverpflichtungen hatten sich die Hammelburger bisher in Schweigen gehüllt. Nun kann der Zweitligist den ersten Transfer verkünden, und der darf durchaus als Coup bezeichnet werden: Nicht nur, dass mit Lorenz Karlitzek ein gestandener Erstligaspieler die Volleys verstärkt, vielmehr ist "Lotze" ein Eigengewächs, das den Weg zurück zu seinen Anfängen geht. 

"Wir sind unheimlich stolz, dass es der Volleyball-Abteilung gelungen ist, unseren Lorenz zurück in seine Heimatstadt zu holen. Trotz diverser Angebote aus der 1. Bundesliga hat sich Lorenz entschieden, eine Ausbildung zu beginnen und für seinen Heimatverein als Leistungsträger ans Netz zu gehen, wenn die Saison hoffentlich am 12. September wie geplant beginnt", zeigt sich Abteilungsleiter Matthias Benner höchst erfreut.

Der 21-Jährige hatte zunächst zwei Jahre bei Erstligist United Volleys in Frankfurt gespielt, bevor ihn sein Weg zum TV Rotenburg führte, wo er zum Leistungsträger wurde. Doch sein Ex-Verein hatte im Zuge der Coronakrise aus finanziellen Gründen den Rückzug aus der Eliteliga erklärt, um in der dritten Liga den Neustart zu wagen. Ein drastischer Schritt, nach dem viele Spieler plötzlich keinen Verein mehr hatten, zumal sich auch Unterhaching und Eltmann aus finanziellen Gründen aus dem Volleyball-Oberhaus verabschiedeten.

"Ich hatte Angebote aus der ersten Liga, aber die Unsicherheit aufgrund der Coronakrise ist einfach zu groß, sodass ich mich nun vor allem um mein berufliches Standbein kümmern möchte", sagt Karlitzek, der im Herbst mit einer Ausbildung zum Physiotherapeuten beginnt. "Möglich wurde das, durch die tolle Unterstützung unseres langjährigen und treuen Hauptsponsors, der Bavaria Klinik Bad Kissingen und deren Geschäftsführer Herrn Presl", zeigt sich Benner dankbar. Karlitzek ergänzt: "Frank Jansen gilt hier mein ganz besonderer Dank, der mir diese Ausbildung in Rekordzeit vermittelt hat."

Rein sportlich bereinigen die Volleys mit dieser Verpflichtung gleich zwei "Problemfelder". Die Durchschlagskraft im Angriff wird deutlich erhöht und die Annahme stabilisiert. Ein Spieler hat dabei besonders Lust, zukünftig wieder zusammen mit seinem Freund aus Kinder- und Jugendtagen auf den Ball zu dreschen: Oscar Benner. Den Kapitän der Volleys verbinden mit Lorenz viele gemeinsame Meisterschaften, nicht zuletzt aber die ersten beiden Spielzeiten der Hammelburger in der 2. Bundesliga, in denen die damaligen "Küken" zusammen auf dem Feld standen.

"Es ist einfach ein Wahnsinnsgefühl, wenn ich dran denke, wieder zusammen mit Lotze spielen zu dürfen. Als ich beim Beach-Training mal wieder mit ihm auf einer Feldseite stand, waren das schon krasse Flashbacks, die ich da bekommen habe." Moritz Karlitzek, der weiterhin in Italien spielen wird, freut sich ebenfalls für seinen jüngeren Bruder: "Hammelburg hat Lotze sehr viel ermöglicht und ich freue mich, dass er einen Verein gefunden hat, bei dem er so gut aufgehoben ist." 

Die Hammelburger Verantwortlichen dürfen sich in ihrer Philosophie bestätigt sehen: "Ziel des Vereins war und bleibt, wieder mehr Hammelburger in den Kader der Bundesligamannschaft zu integrieren. Für unsere Zuschauer, Sponsoren, aber auch für viele Jugendliche unseres Vereins ist Lorenz eine Identifikationsfigur", sagt Abteilungsleiter Matthias Benner.