Hammelburg Volleys - L.E. Volleys 3:0 (25:18, 25:19, 25:20).

Reden wir über Sport. Aus purem Trotz in diesen komplizierten Zeiten. Reden wir also über die Hammelburg Volleys, die sich am Samstagabend in einer außerordentlich guten Verfassung präsentierten. Es war keine famose, aber eine sehr reife Vorstellung der zum großen Teil ja immer noch sehr jungen Saalestädter. Und damit ein Qualitäts-Nachweis, womit sich die Gäste aus Sachsen zum Sparrings-Partner degradiert sahen. Ersatzgeschwächt waren die Jungs aus der Messestadt angereist, während sich Hammelburgs Coach in dieser Partie den Luxus leistete, gänzlich auf Lorenz Karlitzek zu verzichten.

Der zu Saisonbeginn noch verletzte Außenangreifer hätte sicher gerne seine Schlagkunst zur Schau gestellt, musste sich aber ins taktische Raster des Trainers fügen. "Ich weiß, dass die Leipziger sehr gut Sprungaufschläge annehmen können. Daher habe ich Lorenz draußen gelassen und mich für eine zweite Variante entschieden", sagte Cornel Closca, der seine Spieler übrigens erst kurz vor Spielbeginn in Sachen Aufstellung informiert. "Jeder muss bereit sein. Das müssen die Jungs verstehen. Wer draußen ist, kann ja auch sofort reinkommen, wenn die Startformation nicht gut spielt."

Doch das taten Kapitän Oscar Benner, Libero Aaron Dettner, Moritz Zeitler, Moritz Rauber, Luca Dierks, Nils Rehmeier und der zuletzt fehlende Zuspieler Hannes Krochmann, der Laurentiu Vinatoru vertrat. "Bei Laurentiu muss ich mich besonders bedanken. Der war schon gegen Mimmenhausen angeschlagen und hat uns jetzt auch im Training unterstützt für eine gezielte Vorbereitung", lobte der Trainer den Charakter seines Routiniers.

165 Fans - Corona-Rekord in der Saaletalhalle - sahen einen verhaltenen Start ihrer Lieblinge (4:4, 8:6), die sich zur zweiten technischen Auszeit (16:11) aber bereits den entscheidenden Vorsprung erarbeitet hatten in einem durchaus munteren Spielchen. Als der eingeflogene Zeitler spektakulär auf 24:18 stellte, war der Leipziger Zahn längst gezogen. Nicht zuletzt dank guter Aufschläge und starker Blockabwehr, womit der Plan des Trainers nahezu perfekt aufgehen sollte.

"Im zweiten Satz hatten wir unsere Chancen. Aber wir haben es letztendlich nie geschafft, die Hammelburger so unter Druck zu setzen, um einen Satz gewinnen zu können. Uns fehlen aktuell die Möglichkeiten vernünftig zu trainieren und im Spiel auf hohem Niveau zu wechseln", analysierte Leipzigs Trainer Christoph Rascher. Mit 6:4 hatten die Gäste zunächst geführt und den Satz bis zum 9:9 offen gehalten, ehe die Hammelburger mit einem 5:0-Lauf Spiel und Gegner unter Kontrolle bekamen. Nach dem Block von Luca Dierks verwandelte Oscar Benner den zweiten Satzball.

Unaufgeregt und souverän verlief auch der finale Satz, der mit einem 8:2-Lauf der Gastgeber begonnen hatte. Beim 10:5 wurde Janick Sill aufs Feld beordert und sollte sich nahtlos ins Teamgefüge einbringen. In die Knie gingen die Hammelburger an diesem Abend nur beim gemeinschaftlichen Beseitigen von Schweißflecken auf dem Spielfeld. Das müssen die Protagonisten laut Hygiene-Konzept nämlich selber erledigen. Mit Schmackes verwandelte der spätere MVP Moritz Rauber den Matchball. Keine Tatort-Länge war gespielt.

"Stand up for the champions" schallte es durch die Halle, und dieser musikalischen Aufforderung kamen die bestens gelaunten Fans gerne und ein vorerst letztes Mal nach. Den kompletten November wird es ja nur Geisterkulissen geben. Gespielt werden kann hoffentlich. Wir wollen schließlich weiter über Sport reden.