GSVE Delitzsch - Hammelburg Volleys 2:3 (18:25; 26:28; 33:31; 25:21; 21:23).

Zum Saisonstart in Delitzsch präsentierten beide Teams ein Drama in fünf Akten, mit dem besseren Ende für die Saalestädter. Das Drehbuch hätte man dabei auch langweiliger schreiben können: "Hammelburg holt drei Punkte und gewinnt 3:0!". Doch die Protagonisten hatten etwas Anderes vor, vornehmlich die Gastgeber. Diese hatten im dritten Satz ganze sechs Matchbälle gegen sich, wehrten diese ab und schrieben den Plot um.  

Dabei hatten die Saaleboys nach anfänglicher Findungsphase und 3:8-Rückstand nach den Worten von Headcoach Cornel Closca "sehr gut angefangen, ein gutes Block-Abwehr-Verhalten gezeigt und vor allem taktisch sehr klug aufgeschlagen". Oder wie es Kapitän Oscar Benner auf den Punkt bringt: "In den ersten beiden Sätzen waren wir einfach sausouverän."

Zahlreiche Aufschlagserien, mal von Moritz Rauber, mal von Zuspieler Laurentiu Vinatoru, zeugten von viel Druck in der Spieleröffnung. Dabei vertraute das Trainergespann bis in den dritten Satz folgender Start-Sechs: Vinatoru im Zuspiel, Luca Dierks und Janick Sill über die Mitte, Oscar Benner auf der Diagonalposition und Moritz Zeitler und der spätere MVP Moritz Rauber über Außen. Neben Libero Lukas Baden, fehlte auch Lorenz Karlitzek, der aufgrund einer leichten Verletzung geschont wurde.

Sechs Matchbälle abgewehrt

Nachdem sich die Gastgeber in einem furiosen Satzfinale eindrucksvoll gegen die Niederlage gestemmt und ganze sechs Matchbälle egalisiert hatten, schien sich das Momentum auf die Delitzscher Feldseite zu verschieben: "Plötzlich haben wir viele Aufschläge verschlagen, während es uns im Angriff nicht mehr gelungen ist, den notwendigen Druck aufzubauen", analysierte Trainer Closca.

Das Team von Frank Piezonka agierte - offensichtlich beflügelt von der vorherigen Abwehrschlacht - vor allem im Angriff höchst flexibel. "Gegen deren Mittelblocker war im ganzen Spiel wenig Gras gewachsen und auch unser Dreierblock hat ihn wenig interessiert", beschrieb Oscar Benner das Spiel von Philipp Maaß, späterer MVP seines Teams. Nach Satzausgleich musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Und der war an Dramatik kaum zu toppen.

Als sich beim schnellen 5:8-Rückstand zum Seitenwechsel beim ein oder anderen Hammelburger Liveticker-Fans ein Hauch von Resignation breitmachte, kam alles doch anders. Erst wehrten die Hammelburg Volleys beim 11:14 drei Matchbälle ab, bevor das "Matchball-Pendel" abwechselnd in beide Teamrichtungen ausschlug und es nach 142 Minuten Spielzeit am Ende 23:21 stand.

Besonders Zuspieler Hannes Krochmann und Mittelblocker Nils Rehmeier, die nun Einsatzzeit bekamen, setzten entscheidende Impulse. "Hannes hat das Spiel für uns gedreht und Nils war bärenstark im Aufschlag", war Closca voll des Lobes.

Weil das erste Heimspiel verlegt wurde, haben die Hammelburger nun zwei Wochen spielfrei und treffen dann auswärts auf das Team aus Kriftel.