TSV Mühldorf - Hammelburg Volleys 0:3 (23:25, 15:25, 27:29).

Es waren tolle Szenen nach dem 3:0-Erfolg der Hammelburg Volleys gegen Mühldorf: Die Saalejungs verzichteten auf ihr übliches Siegertänzchen und eilten sofort zu ihrem Teamkameraden Moritz Rauber, der sich beim Spielstand von 21:23 im 3. Satz einen Knöchelverletzung zugezogen hatte. Gemeinsam mit ihm feierten sie den beeindruckenden zehnten Sieg in Folge.

Für den verletzten Lukas Baden schlüpfte erneut Moritz Zeitler in das andersfarbige Trikot des Abwehrchefs - und machte seinen Job gut. Weil Nils Rehmeier wegen seiner Handverletzung erneut passen musste, besetzten Luca Dierks und Janick Sill die Mittelblockerposition.

Hochkonzentriert und mit viel Druck auf den Ball präsentierten sich die motivierten Hammelburger gegen Mühldorf nach der langen Auswärtsfahrt hellwach. "Vor allem deren Außen Fabian Bartsch und Mittelblocker David Fecko haben wir sehr gut im Griff gehabt", zeigte sich Headcoach Philipp Fischer hoch zufrieden. Sein Team habe "nie locker gelassen".

Mühldorf zaghaft und glücklos

Eindeutig verlief dann der zweite Durchgang, in dem die Saalestädter ihr Programm vor allem in der Offensive routiniert und druckvoll abspulten, während die Gäste gerade in dieser Disziplin viel zu ängstlich agierten und ihr Glück oft in gelegten Bällen suchten. Zudem versuchten die Gastgeber vornehmlich mit Schnellangriffen über die Netzmitte zum Erfolg zu kommen, scheiterten aber regelmäßig am starken Hammelburger Block.

"Bei den Jungs ist heute irgendwie der Wurm drin", resümierten die Kommentatoren des Mühldorfer Livestreams den glücklosen Auftritt der jungen Aufsteiger in dieser Phase des Spiels.

Zu Beginn des 3. Satzes hatten die Gastgeber erneut große Probleme in der Feldabwehr, während die Offensivkräfte kollektiv nicht durchkamen: 6:2 die konsequente Hammelburger Führung.

Erst jetzt fanden die Innstädter zurück zu einer positiven Körpersprache: Dem Team von Trainer Michael Mayer gelang erst der Ausgleich und dann die 12:9-Führung. Allerdings war das nur ein Strohfeuer, welches mit vier Aufschlaghämmern von Lorenz Karlitzek zum 13:12 für Hammelburg schnell wieder gelöscht war. Dennoch verlief die Partie nun auf Augenhöhe und Mühldorf fand Gefallen an schnellen Angriffen über außen, dynamisch vorgetragen von Tobias Besenböck.

Beim 21:23-Rückstand der Gäste dann der Schockmoment: Bei einer Blockaktion landete Hammelburgs Topscorer Moritz Rauber auf dem Fuß einen Mitspielers, sackte schmerzerfüllt zusammen und wurde in der Folge vom Teamarzt und der Physiotherapeutin der Gäste minutenlang behandelt, bevor er von seinen Mitspielern vom Feld getragen wurde.

Diagnose steht noch aus

"Eine genaue Diagnose gibt es noch nicht; nach der Untersuchung durch unsere Teamärzte weiß ich mehr", so Rauber, für den die Saison beendet ist. "Die Jungs haben dann unglaubliche Moral gezeigt und das Spiel für Moritz gedreht", zeigte sich Trainer Fischer begeistert von der Einstellung seiner Jungs und sah nicht nur einen Aufholjagd, sondern ein unglaublich spannendes Spiel beider Teams.

Nach der Wahl von Hannes Krochmann zum MVP verliehen unzählige Hammelburger Fans in den sozialen Medien ihrer Begeisterung für die grandiose Saison ihrer Volleys Ausdruck, verbunden mit vielen Genesungswünsche für den verletzten Moritz Rauber. Nachdem der 3. Platz für Hammelburgs Helden fest verbucht ist, richten sich alle Augen auf das Saisonfinale gegen Karlsruhe, "das wir noch einmal ärgern wollen", so Fischer.