Hammelburg Volleys -L.E. Volleys (Samstag, 20 Uhr) Obwohl auch der Breitensport vom Lockdown betroffen ist, darf der Spielbetrieb in der Volleyball-Bundesliga (VBL) fortgesetzt werden, da die 1. und 2. Bundesliga dem Profisport zugerechnet wird. Das Heimspiel gegen das befreundete Team aus Leipzig wird aber das vorerst letzte Spiel vor - maximal 200 - Zuschauern sein. Im November wird es dann nur noch "Geisterspiele" geben. Drei Heimspiele absolvieren die Hammelburg Volleys in dieser Zeit.

"Wir sind froh, dass wir an diesem Samstag noch einmal ein Stück Normalität erleben dürfen und freuen uns auf einen schönen Volleyballabend mit unseren Fans", sagt Pressesprecher Olly Wendt, der allerdings auch jeden verstehen kann, der die Spiele lieber im heimischen Wohnzimmer verfolgt. "Allerdings sind wir vom Hygienekonzept in der Saaletalhalle überzeugt, sodass wir auch hier unserer Verantwortung allen Beteiligten gegenüber gerecht werden."

Ab November mit Kommentar

Auch das Spiel gegen die Sachsen wird für alle "Daheimgebliebenen" per Live-Stream übertragen. "Nun zahlt sich aus, dass wir das Thema vor der Saison so forciert haben und wir unseren Fans und Sponsoren wenigstens auf diese Art einen Blick in unser Wohnzimmer ermöglichen können", sagt Sebastian Becker, der bei den Volleys vor dem Saisonstart die Gespräche mit der VBL und dem Streamingportal Sporttotal.tv geführt hatte.

"In diesen Zeiten bekommt das Thema natürlich zusätzliche Relevanz", sagt Becker, zumal die Spiele künftig auch live kommentiert werden. "Olly Wendt als unser Mann am Mikro und ich betreten hier Neuland. Aber wir freuen uns riesig auf die neue Aufgabe." Zweitliga-Duelle mit den freundschaftlich verbundenen Leipzigern sind fast schon Klassiker. Insbesondere das erste Aufeinandertreffen im Jahr 2015 darf als legendär zu bezeichnen, als 600 Fans in der ausverkauften Saaletalhalle schier ausrasteten. Das Team von Trainer Christoph Rascher, das in der vergangenen Saison hart um den Ligaverbleib kämpfen musste, hat sich gezielt verstärkt. So kehrte mit Routinier Janick Kühlborn ein erfahrener Spieler zurück, der bereits in den Jahren 2012 bis 2017 zu den Leistungsträgern zählte.

Ein Traumstart

Furios starteten die Sachsen in die Saison, setzten gleich mal ein dickes Ausrufezeichen mit dem 3:0-Erfolg über Karlsruhe sowie Siegen gegen Bliesen (3:1) und Kriftel (3:1). Doch seit Wochen ist der Wurm drin, drei Niederlagen in Folge, darunter zwei schmerzhafte Heimniederlagen, bereiten Headcoach Christoph Rascher Kopfzerbrechen. Die Gründe dafür lassen sich in der Tatsache verorten, dass viele Spieler verletzungsbedingt länger ausfallen. Routinier Kühlborn (Blinddarm),  Außenangreifer Tjerk Derksen (Knie-OP) und Mittelblocker Niklas Karoos (Innenmeniskus-Schaden) werden in Hammelburg fehlen. "Aufgrund dieser Ausfälle fehlt uns schon im Training ein gewisses Niveau", sagte Leipzigs Kapitän Chris Warsawski nach der Niederlage gegen Gotha.

Personell weitaus besser präsentiert sich da der Hammelburger Kader. Zuspieler Hannes Krochmann und Libero Aaron Dettner, die sich vor dem Heimspiel gegen Mimmenhausen (2:3) vorsichtshalber in "Selbstisolation" begeben hatten, sind nach negativem Coronatest wieder mit von der Partie.