L.E. Volleys - Hammelburg Volleys 1:3 (18:25, 25:15, 22:25, 14:25).

Mit ein paar kleinen Schwierigkeiten haben die Hammelburg Volleys den Auswärtsgegner Leipzig bezwungen. Zwischendurch war es ganz schön eng.

Zu Diskussionsbedarf auf der Facebook-Seite der Volleys führte bereits das obligatorische Abfahrtsbild: Hatte sich Nico Bitsch, der ja eigentlich vor Wochenfrist seinen letzten Einsatz hatte, tatsächlich noch einmal aufs Bild gemogelt? Richtig gesehen, denn durch den kurzfristigen Ausfall von Mittelblocker Luca Dierks griff Headcoach Philipp Fischer kurzerhand zum Hörer und überzeugte den Schweinfurter vom erneuten Blitz-Comeback.

Die Partie in der Brüderhalle zu Leipzig begann ausgeglichen, bevor sich die Gäste wesentlich wacher präsentierten und die Abwehrreihe der Gastgeber vor allem vom Hammelburger Aufschlagspiel gehörig unter Druck gesetzt wurde. "Auch die Schnellangriffe über die Mitte haben wir richtig gut abgewehrt", war Fischer voll des Lobes.

Fünf Kracher von Moritz Rauber

Vor allem die Offensivabteilung der Gastgeber tat sich schwer, vielleicht weil sich auch das Fehlen von Routinier Yannick Kühlborn bemerkbar machte. Eine spektakuläre Serie fünf krachender Aufschläge von Moritz Rauber, besiegelte den am Ende deutlichen Satzgewinn.

Im 2. Satz musste Hammelburgs Cheftrainer beim 4:7 die erste Auszeit nehmen, weil Leipzig im Aufschlag nun die Schlagzahl erhöhte. Trotz einiger individueller Fehler stabilisierte sich das Spiel der L.E. Volleys zusehends und über die Mitte gefiel nun vor allem Jerome Ptock.

Bei Hammelburg wirkte das Spiel plötzlich zerfahren, unorganisiert und fast etwas ängstlich, während Leipzig nun im Aufschlag fehlerfrei agierte. Einwechselspieler Niklas Karoos gelang in dieser Phase eine beeindruckende Fünfpunkte-Serie zum 18:11, welche Philipp Fischer zur erneuten Auszeit nötigte.

Er versuchte es mit frischem Personal: Laurentiu Vinatoru kam für Hannes Krochmann und David Baden für Oscar Benner. Zuvor war Lorenz Karlitzek für Moritz Zeitler eingewechselt worden.

Leider wollten die Gastgeber vor allem im Block nicht kleinbeigeben, "während wir vor allem im Angriff zu viele Chancen verschenkt haben", resümierte Fischer den deutlichen Satzverlust.

Der Mund bei den Gästen war schnell abgewischt, die Konzentration wieder da und mit Aufschlagdruck gelang im 3. Satz die 7:3-Führung. Dieses Polster nahmen die Hammelburger bis zum 18:15 mit, bevor Leipzig noch einmal der Ehrgeiz packte. Zwischenzeitlich gingen sie sogar in Führung. Entscheidende Rally dann beim 20:20, in der der Ball mehrfach die Seiten wechselte und Lorenz Karlitzek sein Team mit einem brachialen Rückraumangriff zum 21:20 hämmerte.

Beim nächsten Ballwechsel musste Leipzigs Libero Julius Karoos wegen Nasenbluten zwei Punkte draußen bleiben; ein Ersatz-Abwehrchef wurde nicht sofort gefunden. Hammelburg nutzte die Verunsicherung in Leipzigs Annahme: ein starker Aufschlag, Karlitzek über außen, dann Benner aus dem Rückraum. Mit einem Doppelblock beendeten die Saalestädter den 3. Satz.

In der Folge legte der eingewechselte Laurentiu Vinatoru noch einmal seine ganze Erfahrung und Cleverness in die Waagschale und wurde nach Spielende auch mit der MVP-Medaille ausgezeichnet. Der Hammelburger Block und die Feldabwehr verdienten sich indes Bestnoten - was sich auch auf der Anzeigetafel bemerkbar machte: Erst 11:8, dann 13:9 und 16:10 stand es zur zweiten technischen Auszeit.

Bei Leipzigs Headcoach Christoph Rascher wurden die Sorgenfalten immer größer, weil seine Schützlinge im Angriff nun kein Mittel mehr fanden gegen den immensen Block- und Aufschlagdruck der Gäste. Obwohl bei Leipzig niemals Resignation aufkam, war den Saalejungs der sechste Siege in Folge nicht mehr zu nehmen.