Erst vor wenigen Tagen wurde an dieser Stelle über die fortgeschrittenen Pläne der Fußballer aus Weichtungen, Maßbach und Poppenlauer zur Bildung einer großen Landkreis-Spielgemeinschaft berichtet. Bereits beschlossene Sache zur Saison 2019/20 ist die Zusammenarbeit des FC Großwenkheim mit der zweiten Mannschaft des TSV Münnerstadt.

Vieles deutet aktuell darauf hin, dass die erste Mannschaft des TSV Münnerstadt unter dem jüngst verpflichteten Coach Goran Mikolaj im Sommer in ihre neunte Bezirksliga-Saison starten wird. Eher ernüchternd aus Sicht der Mürschter fällt dagegen der Blick auf die Tabelle der A-Klasse 2 aus, in der die Zweite aus der Lauerstadt seit dem Herbst ununterbrochen einen Abstiegsrang belegt. Die schwierige Situation ist laut Abteilungsleiter Rainer Schmittzeh in erster Linie auf "die personelle Knappheit des Kaders" zurückzuführen. "Wir haben im Winter mit sämtlichen Spielern über deren Zukunft gesprochen. Demnach würde sich die Lage zur neuen Saison noch weiter verschärfen", so Schmittzeh. Deshalb führte die Vereinsführung des TSV noch im Februar Gespräche mit dem Ziel, eine Spielgemeinschaft einzugehen. "Für uns war der FC Großwenkheim ganz klar der erste Ansprechpartner, da zwischen den beiden Vereinen bereits seit einigen Jahren eine intensive Verbindung im Jugendbereich besteht. Die Nachwuchskicker aus Großwenkheim sind beim TSV in den verschiedenen Jugendteams integriert", erklärt Schmittzeh.

Eine positive Basis

Dominik Härter, Sportvorstand und Spieler beim A-Klassisten aus Großwenkheim, ist seit acht Jahren als Jugendtrainer in Münnerstadt beschäftigt. Auch er erkennt eine positive Basis für die Fusion: "Die jüngeren Spieler und die Verantwortlichen kennen sich bereits sehr gut und die Kommunikation und Zusammenarbeit funktionieren bestens." Großwenkheims Abteilungsleiter Patrick Schmitt freut sich auf die Kooperation: "Vielleicht hätten wir noch zwei oder drei Jahre alleine durchgehalten. Nachdem die Anfrage aus Münnerstadt kam, mussten wir aber nicht lange überlegen. Nach Rücksprache mit unseren Spielern haben wir uns einstimmig dazu entschieden, diesen Weg schon jetzt zu gehen."

Die aktuell noch bestehende Zusammenarbeit mit der DJK Seubrigshausen werde laut Schmitt "nicht fortgeführt", sodass die neu gebildete Spielgemeinschaft unter der Bezeichnung SG Großwenkheim/Münnerstadt II antreten wird. Die zwei verbliebenen Spieler aus Seubrigshausen werden zukünftig für die neue SG auflaufen.

Sollte sich einer der beiden Mannschaften in ihrer A-Klasse behaupten - was im Falle des FC Großwenkheim recht wahrscheinlich scheint - werde die SG voraussichtlich wieder in der A-Klasse 2 eingruppiert werden. Die Verhandlungen zwischen beiden Vereinen ergaben, dass 70 Prozent der Heimspiele in Großwenkheim ausgetragen werden sollen. "Uns war wichtig, dass wir der federführende Verein in der SG sind und daher auch die Mehrzahl der Heimspiele in Großwenkheim stattfinden wird. Für den FC ist es ja die erste Mannschaft, von der der Verein und das Vereinsleben natürlich leben", erklärt Patrick Schmitt. Die Gesamtkader-Stärke dürfte laut Schmitt bei "circa 25 Spielern" liegen.

Frank Dölling übernimmt

Die Trainerstelle konnte bereits frühzeitig mit Frank Dölling, dem "Wunschkandidaten" beider Vereine, besetzt werden. Dölling kann auf eine lange Vergangenheit bei beiden Fusionspartnern zurückblicken. Der gebürtige Münnerstädter wechselte nach einigen Jahren in der Ersten des TSV im Jahr 2001 zur DJK Seubrigshausen, damals noch in der Bezirksliga aktiv. Die 2011 ins Leben gerufene Spielgemeinschaft zwischen Seubrigshausen und Großwenkheim begleitete Dölling zunächst als Spielertrainer, ehe er ab dem Sommer 2012 für drei Jahre in dieser Doppelfunktion für die TSVgg Hausen tätig war. Aktuell kickt der 39-Jährige noch für die Senioren des TSV Gochsheim in der Bezirksliga-Punkterunde.

Dölling erklärt das Zustandekommen seiner neuen Aufgabe: "Da ich mich grundsätzlich gerne bei meinen Ex-Vereinen herumtreibe, ist der Kontakt nach Großwenkheim nie abgerissen. Nun kam Dominik Härter auf mich zu und hat von den laufenden Gesprächen berichtet." Lange musste Dölling, der in Niederlauer wohnt, nicht überlegen. "Nach drei Jahren Trainerpause war mir schon klar, dass ein Einstieg mal wieder an der Zeit ist, denn sonst sind die Fortbildungen im Rahmen der Lizenz auch nicht zielführend. Sagen wir einmal so: Dominiks Anfrage kam also zur rechten Zeit", erklärt Dölling schmunzelnd. Und bezeichnet die Bildung der SG als "sinnvolle und zukunftsweisende Maßnahme für beide Vereine, die sich am Ende des Tages in hoher Zufriedenheit bei allen Beteiligten auswirken sollte." Und weiter: "Mein Ziel ist es zunächst, eine homogene Mannschaft zu formen. Es gehören immer Toleranz, Wertschätzung und großes Verständnis zu einer Neuformierung. Dies sollten wir alle mitbringen und dafür sorgen, dass uns unser Hobby sehr viel Freude macht."