Träume werden manchmal Wirklichkeit. Oft lösen sie sich auch in Schall und Rauch auf. So geschehen mit der Hoffnung des TSV Großbardorf, doch noch am letzten Spieltag der Saison 2016/17 auf den Relegationsplatz zwei vorzustoßen. Denn bereits nach 45 Minuten war fast klar, dass das nicht gelingen wird. Denn zu diesem Zeitpunkt führte der Grabfeld-Konkurrent TSV Aubstadt auf heimischen Geläuf klar mit 2:0. Da war kaum mehr zu erwarten, dass sich die Aubstadter noch die Butter vom Brot nehmen lassen.

Im Vorfeld der Partie der Grabfeld-Gallier in Aschaffenburg hatte TSV-Trainer Dominik Schönhöfer versprochen, dass sich sein Team noch einmal voll reinhängen werde, um die eigene minimale Chance durch einen Dreier zu erhalten. Und das taten seine Mannen. Deshalb sahen die fast 1500 Zuschauer im Stadion am Schönbusch ein rassiges, hochintensives Match zweier starker Mannschaften. "Beide Teams boten eine sehr interessante Partie, die auf hohem fußballerischem Niveau stattfand. Die Mannschaft hat bis zur letzten Sekunde bravourös gekämpft und alles versucht. Dafür herzlichen Dank", urteilte Bardorfs Manager Gerhard Schüler, der sich auch mit der nun vergangenen Runde zufrieden zeigte. "Mit dem erreichten vierten Tabellenplatz bin ich sehr zufrieden. Dank an die Mannschaft, die Außergewöhnliches geleistet hat."

Für den Cheftrainer der Grabfelder war es ein "unglaubliches" Spiel, das beide Mannschaften den Zuschauern geboten haben. Und daran hatte seine Elf auch einen großen Anteil. "Wir haben die Räume gut eng gemacht, aber auch Nadelstiche gesetzt. Meine Jungs sind unheimlich viel gelaufen und wir haben die Partie stets offen gestaltet", sagte Schönhöfer. Die Großbardorfer hatten nach 33 Minuten sogar die Großchance zur Führung. Ein Schuss von Mannschaftskapitän Manuel Leicht prallte an den Pfosten, von dort an den Körper von Viktorias Schlussmann Peter Neuberger, von dort wieder an den Pfosten und dann ins Toraus. Aber auch die Hausherren, die unbedingt gewinnen mussten, um aus eigener Kraft den Relegationsplatz zu sichern, hatten einmal Pech, denn ein Häuser-Knaller nach einem Schnitzer-Zuspiel landete nur am Aluminium (38.). Da wäre Marcel Wehr im TSV-Gehäuse machtlos gewesen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Gökhan Aydin noch eine gute Möglichkeit, aber er traf frei vor Wehr das Tor nicht. "Die erste Halbzeit war ausgeglichen, aber der Gastgeber hatte die dickeren Chancen", gab Schönhöfer zu.

Nach der Pause gaben die Hausherren noch einmal Vollgas und bauten Druck auf. "Da hatte Aschaffenburg gute Möglichkeiten und wir hatten einige Male schon Glück", stellte der TSV-Coach fest. Doch dann passierte es doch: Einem Ballverlust der Gäste in der Offensive folgte ein blitzschnell vorgetragener Konter der Hausherren. Spielgestalter Björn Schnitzer legte für seinen Mannschaftskapitän Simon Schmidt mustergültig auf und der ließ Wehr nicht den Hauch einer Abwehrchance. Obwohl sich die Schönhöfer-Schützlinge in den restlichen gut zehn Minuten noch einmal intensiv um den Ausgleich bemühen, blieb es beim knappen Erfolg der Aschaffenburger, der diesen die Aufstiegsrelegation sicherte.

"Der Erfolg der Platzherren ist sicher nicht unverdient, aber wir haben voll dagegengehalten. Insgesamt war es ein Wahnsinnsspiel beider, in dem der Gastgeber letztendlich um das eine Tore besser war. Aber mit dem vierten Platz bin ich restlos zufrieden. Zu den Leistungen der Elf während der gesamten Saison kann man sie nur beglückwünschen. Meine Jungs haben Unglaubliches geleistet, leider sich aber dafür nicht belohnt. Aber trotzdem Hut ab", sagte Dominik Schönhöfer.