TSV Großbardorf - TSV Aubstadt 0:1 (0:1). Tor: Christoph Rützel (35., Foulelfmeter).
Nach dem Schlusspfiff des souveränen Schiedsrichters Johannes Hartmeier rissen die Spieler des TSV Aubstadt jubelnd die Hände gen Himmel. Ihre Fans skandierten lautstark "Derbysieger, Derbysieger". Währenddessen saßen oder lagen die Akteure des TSV Großbardorf gedankenverloren und bitter enttäuscht auf dem Rasen. Die Mannschaft von Trainer Josef Francic hatte eben das prestigeträchtige Grabfeldderby vor 1065 Zuschauern durch ein Elfmetertor von Christoph Rützel zu ihren Gunsten entschieden. Ein Erfolg, der "in Ordnung" geht, wie Großbardorfs Coach Dominik Schönhöfer, dem die Enttäuschung deutlich ins Gesicht geschrieben war, zugab.
Die Gäste hatten die größeren Spielanteile und auch die besseren Chancen, wie der fehlende Julian Grell hinterher freudig erwähnte.
"Die Mannschaft hat heute ein sehr gutes Spiel abgeliefert." Ganz anders war die Gemütslage bei Großbardorfs Maximilian Zang, für den diese Niederlage äußerst bitter war: "Wir sind in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel gekommen und haben zu viele lange Bälle gespielt. Die Niederlage war absolut verdient. Grund war aber nicht die Leistung der Gäste, sondern es hat allein an uns gelegen. Es war bestimmt unser schlechtestes Spiel seit langem, vielleicht der ganzen Saison."

Markus Kirchner erkannte ganz deutlich die Schwächen der Hausherren an diesem Tag: "Wir waren leider vom Kopf her nicht so da. Wir haben kaum einmal zweite Bälle erobert und sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Auch standen die einzelnen Mannschaftsteile zu weit auseinander. Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen." Die Gäste traten ganz anders auf: Sie gewannen fast alle zweiten Bälle und die Mehrzahl der Zweikämpfe. Man stellte geschickt die beiden Außenbahnen zu und war vor allem im Mittelfeld äußerst präsent. "Das war eine geschlossene und gute Mannschaftsleistung", freute sich Francic und Christoph Rützel ergänzte: "Wir waren in den ersten 45 Minuten in allen fußballerischen Belangen überlegen."
Zwar erspielten sich die Aubstädter auch nicht die großen Torchancen, aber sie führten zur Pause hochverdient mit 1:0. Denn nach einer Aneinanderreihung von Fehlern der Hausherren holte Daniel Kornagel ("Es war ein klarer Elfmeter") David Noack von den Beinen und Rützel ließ beim fälligen Elfmeter Großbardorfs Keeper Marcel Wehr nicht den Hauch einer Abwehrchance.

Mit Wiederbeginn änderte sich das Spielgeschehen ein wenig. "Wir haben in der zweiten Halbzeit alles probiert, aber Aubstadt hat es sehr gut gemacht und nur wenig zugelassen", urteilte Schönhöfer. Auch Francic gab zu, dass Großbardorf in dieser Phase dominierte. Aber die Platzherren hatten nur ganz wenige Möglichkeiten. Die größte vergab Manuel Leicht, der nach einem schönen Spielzug über die beiden eingewechselten Shaban Rugovaj und Joe Etzel das Leder aus 16 Metern am langen Pfosten vorbei setzte (47.).
Damit ist aber auch die einzige klare Möglichkeit der Hausherren genannt. Allerdings forderten die Grabfeld-Gallier in der 73. Minuten lautstark ebenfalls einen Foulelfmeter, als Björn Schönwiesner in einem Duell mit Sascha Bäcker im Aubstädter Strafraum zu Boden ging. Alle Großbardorfer sahen die Attacke von Bäcker als klares Foul, nicht so aber der Schiedsrichter, der weiterspielen ließ und so heftige Proteste hervorrief. Auch Bäcker sah seine Attacke nicht als Foul: "Ich habe zwar auch den Mann getroffen, aber vorher den Ball gespielt."

Obwohl kräftemäßig am Ende, brachten die Gäste ihren Vorsprung ziemlich ungefährdet über die Runden, da den Hausherren in der Schlussphase auch nur noch wenig einfiel. Zwar kam man einige Male über die vornehmlich linke Außenahn zum Zuge, aber die Eingaben landeten stets in den Händen von Aubstadts Schlussmann Felix Reusch, der sich keinen Lapsus leistete. So konnten die Gäste ihren Derbysieg ausgiebig feiern. Denn ein Derbysieg ist doch etwas Besonderes, wie Julian Grell feststellte.
Großbardorf: Wehr - Kirchner, Zang, Orf (44. Rugovaj), Kornagel - Piecha - Rieß, Zehe, Schönwiesner - Snaschel (46. Etzel), M. Leicht.
Aubstadt: Reusch - Hümmer, Köttler (81. Bauer), Kirsten, Grader - Trunk, Rützel - Thomann, Noack (70. Bäcker) - Schebak (90. + 1 Schirber), D. Leicht.