Robin Söder ist eine echte Nachwuchshoffnung beim SV Ramsthal. Mit seinen vier Treffern (19., 23., 55., 76.) gegen den Post SV aus Bad Kissingen trug das Ramsthaler Eigengewächs am Wochenende maßgeblich zum 6:2-Erfolg der Weindörfler Reserve gegen die Kurstädter bei. Doppelter Grund zum Feiern, denn Robin Söder wurde tags zuvor erst 19 Jahre alt.

"Robin hat einen echten Sahnetag erwischt", sagt Abteilungsleiter Matthias Hallhuber. "Vier Tore in einem Spiel, das ist schon nicht schlecht für einen 19-Jährigen." Mittlerweile gehen in dieser Saison elf Treffer auf das Konto des jungen Ramsthalers. Nicht wenige davon waren spielentscheidend, wie in der Vorwoche beim 2:2 gegen die SG Seubrigshausen/Großwenkheim.

Nicht weniger als vier Mannschaften müssen heuer den schweren Gang von der A-Klasse Rhön 2 in die B-Klassen antreten. Für die Ramsthaler Reserve steht die komplette Saison daher ganz im Zeichen des Abstiegskampfes. Mit dem Sieg gegen die Postler hat man sich endlich mal wieder nach langen Wochen auf einen Nichtabstiegsplatz hochgeboxt. Es wird aber noch ein steiniger Weg in einer Liga, in der die ersten Mannschaften (FC Poppenlauer, SG Oerlenbach/Ebenhausen, TSV Nüdlingen, TSVgg Hausen) derzeit das sportliche Sagen haben. Die Aufstiegsambitionen der Reserve-Teams halten sich in überschaubaren Grenzen. Auch die Postler aus Bad Kissingen gehen wohl sportlich ganz schweren Zeiten entgegen. Dass in dem Match am Wochenende stolze acht Treffer fallen würden, war bereits vorab zumindest in groben Zügen zu vermuten gewesen. Denn die Ramsthaler (62 Gegentreffer) und die Postler (68 Gegentreffer) haben in der Defensive bisweilen ihre liebe Not. Und stehen zumindest mit der Anzahl der Gegentore unangefochten auf einem Spitzenplatz.


Nur eine gelbe Karte

Es war also wiederum die Stunde der Stürmer angesagt. Der Ramsthaler Angreifer Florian Hahn trug weitere zwei Treffer (4.,22.) zum verdienten Heimerfolg auf dem Wirmsthaler Sportgelände bei. Und obwohl es ein echtes Abstiegsduell war, kam Schiedsrichter Frank Herrmann mit nur einer gelben Karte aus. Respekt.

"Wir wollen Robin nun allmählich an größere sportliche Aufgaben heranführen", sagt Hallhuber. "Aber Schritt für Schritt. Natürlich wollen wir, dass er eines Tages für uns in der Bezirksliga-Mannschaft spielt", so Hallhuber, der die Hoffnung für die erste Mannschaft noch längst nicht aufgeben hat, die ebenfalls gegen den Abstieg kämpft, aber immer wieder sportliche Ausrufezeichen als Aufsteiger setzen konnte. Schule, Ausbildung, Beruf, Studium, Familie. "Den jungen Kickern fällt es zunehmend schwerer, das Hobby Fußball in den Alltag zu integrieren. Auch bei Robin lässt der Schichtdienst zeitlich nicht alles zu. Damit müssen wir uns arrangieren", sagt Hallhuber. "Nicht alle Berufe sind heutzutage fußballerfreundlich. Das bekommen wir natürlich auch im Training zu spüren."


Keine fußballerische Alternative

Robin Söder jedenfalls will seinem großen Vorbild Lukas Podolski nacheifern und weiterhin für viel Torgefahr bei den Romslern sorgen. In Sachen Fußball gibt es für Söder ohnehin keine Alternative zum Heimatverein SV Ramsthal. Nur die New York Giants stehen noch ganz oben in der Gunst des jungen Ramsthalers. Aber die spielen ja bekanntlich American Football. Am liebsten spielt der 19-Jährige natürlich im Sturm oder im rechten Mittelfeld. Und wenn er nicht gerade auf dem grünen Rasen steht, dann wird etwas mit Freunden oder Freundin unternommen oder auch die PlayStation angeschaltet.