Das hätte auch ins Auge gehen können. Ging's aber nicht: Durch ein 7:5 (2:2, 2:1) im Elfmeterschießen über den wacker kämpfenden Bayernligisten Viktoria Aschaffenburg rettete sich der FC 05 ins Viertelfinale des BFV-Pokals. Es war nach einer 2:0-Führung ein härteres Stück Arbeit als erhofft vor dem Regionalliga-Spiel am Freitag (19 Uhr) gegen den TSV Buchbach. Nun wird frei gelost, an starken Gegnern mangelt es nicht, auch die Würzburger Kickers könnten es werden. Dem Schweinfurter Trainer Gerd Klaus ist's egal - fast: "Wir wollen endlich mal ein Heimspiel im BFV-Pokal."

Dass es vor nur 577 Zuschauern am Schönbusch so zäh würde werden, schien anfangs undenkbar. 30 Minuten lang spielten die Schweinfurter ihre Klasse aus. Ausgerechnet Ex-Viktoria-Stürmer Florian Pieper war es, der eiskalt zum 0:1 vollendete (2.). Daraus hätte mehr werden können: SVA-Kapitän Simon Schmidt rettete mit dem Kopf auf der Linie gegen den Nachschuss von Marco Fritscher, nachdem Keeper Peter Neuberger gegen Pieper glänzend pariert hatte (19.). Dann hatte Christopher Kracun, diesmal statt in der Doppelsechs im zentralen Mittelfeld für den mit Knie-Problemen fehlenden Nikola Jelisic eingesetzt, seinen Auftritt: Erst ballerte er ans Außennetz (27.), dann traf er aus halblinker Position zum 0:2 (30.).


Zwei Mal überrumpelt

Eine Führung, die dann aber plötzlich flöten ging: Marco Janz kam gerade noch vor dem Würzburger Christian Breunig an den Ball (35.), dann klärte Dominik Weiß in letzter Sekunde gegen Daniel Cheron (43.) und schließlich war Cheron nach der anschließenden Ecke mit Unterstützung von 05-Keeper David Paulus doch zum 1:2 erfolgreich. Da hatten sich die Schweinfurter zu sicher gefühlt und überrumpeln lassen. Wie gleich noch mal nach Wiederbeginn: Björn Schnitzer schien abgedrängt, setzte nach und sein abgefälschter Schuss senkte sich unter die Latte zum 2:2 (51.). "Bei dem Anspruch, den wir haben, dürfen wir uns von so einem unglücklichen Tor nicht so runter ziehen lassen", monierte der Schweinfurter Innenverteidiger Matthias Strohmaier das Mannschaftsverhalten. "30 Minuten haben wir gezeigt, was wir können, aber wir müssen 90 Minuten abliefern, nicht 30."

Jetzt war´s plötzlich ein Pokal-Fight mit Ecken und Kanten. Eine Kante, nämlich die des Lattenkreuzes, traf Kracun (58.). Zwei Minuten nach seiner Einwechslung scheiterte Adam Jabiri am überragend parierenden Neuberger (61.). Und Kracuns Freistoß strich nur um Zentimeter links vorbei (71.). Dazwischen zwang Schnitzer auf der anderen Seite Paulus zu einem bösen Schnitzer, Glück gehabt (69.). Die Viktoria kämpfte um jeden Millimeter. "Es ist irgendwie typisch gelaufen für uns", sagte Klaus. "Du bist Favorit, schaltest einen Gang runter und kommst dann nicht mehr auf 100 Prozent." Nervös wurden die 05er. Sie durften sich bedanken, dass Breunig fünf Meter vor dem Tor freistehend den Ball nicht traf (82.) und im folgenden Elfmeterschießen Gökhan Aydin nur den Pfosten traf.