FC 05 Schweinfurt - TSV Buchbach 0:0. Rot: Johannes Bechmann (41., Schweinfurt).
Der FC 05 bleibt auch im elften Spiel und damit die bisherige Rückrunde ungeschlagen. Gegen den TSV Buchbach gab es "nur" ein 0:0, doch das untermauerte in seiner Entstehung: Diese Schweinfurter sind in ihrer aktuellen Verfassung kaum zu bezwingen und können sich auf dem Weg zum (vorzeitigen) Klassenerhalt nur selbst ein Bein stellen.
So ein Bein war am Samstagnachmittag genau genommen ein Arm: der von Johannes Bechmann. Denn der Innenverteidiger hatte dem Buchbacher Patrick Drofa nach dessen rüdem Einsteigen dezent eine gewischt und dafür Rot gesehen (41.). Eine Aktion, die durchaus den Schweinfurter Lauf hätte bremsen können. Tat sie aber nicht. Denn auch in Unterzahl waren die Gastgeber die klar bessere Mannschaft. Und so stellte denn auch bei Bechmann der Trotz die Reue in den Schatten: "Der zieht mit gestrecktem Bein durch, ich wollte ihm verdeutlichen, dass er das zu unterlassen hat. Ich habe ihm am Hinterkopf gekratzt, damit er darüber nachdenkt. Wie er sich hat fallen lassen, war hollywoodreif." So war's zwar prinzipiell, aber es war halt in etwa so nötig wie die Rote Karte. Für jeden Streithammel Gelb, und Schiedsrichter Roman Potemkin hätte gemütlichere 50 Restminuten gehabt.
"Es war dumm von Jo, aber dem Schiedsrichter fehlte das Fingerspitzengefühl", umschrieb es 05-Trainer Gerd Klaus salomonisch. Und war mit dem Punkt und seiner Mannschaft im Reinen: "Wir haben nahtlos an die letzten Wochen und wieder ein sehr gutes Spiel gemacht." Bestätigten die Fans mit Sprechchören und TSV-Coach Anton Bobenstetter mit einer Eloge: "Wir waren in allen Belangen unterlegen, Schweinfurt war die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben, wir waren noch nie so unter Druck." Fürwahr: Der FC 05, der anfangs einen mit viel Wohlwollen denkbaren Elfmeter gegen Tom Jäckel nicht bekam, der bei einem von der Linie gekratzten Jäckel-Kopfball (12.) Pech hatte, und der Chancen durch Bechmann (28.) und Michael Kraus (37.) knapp vergab, war auch zu Zehnt dominant. Weil physisch präsent. Denn spielerisch ging im letzten Drittel des Feldes nicht so viel gegen eine massiv mit Fünfer-Kette und vorgeschobenem Vierer-Riegel verteidigende TSV-Mannschaft, die sich aggressiver Robustheit bediente - öfter nahe der Alarmstufe Rot. Buchbach war offenbar nur auf ein 0:0 aus, sonst wären mit Maximilian Bauer und Stefan Denk kaum die beiden Sieben-Tore-Stürmer draußen geblieben.
Klaus - inoffiziell Erfinder deses in sich verzahnenden Neuner-Abwehrverbundes - konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Es ist ja eine Ehre, wenn Buchbach mit Fünferkette gegen uns spielt. Das haben wir uns erarbeitet, dass der Gegner so einen Respekt hat."
FC 05 läuferisch am Anschlag
Sogar mit einem Mann mehr auf dem Platz. Denn auch nach der Pause löste sich Buchbach nicht, gleichwohl der Wille da war, wie Bobenstetter gestand: "Wir haben versucht, mehr Druck aufzubauen" - mit Betonung auf "versucht". Doch dem Vorhaben standen Nullfünfer gegenüber, die läuferisch bis an den Anschlag gingen und dem Kontrahenten, der ja mit 18 Rückrunden-Punkten und dem jüngsten 1:0 gegen Regensburg im Gepäck angereist war, keinen Millimeter Platz gönnten. Lediglich einen Tick mehr Frechheit hätte es gebraucht, und der Schweinfurter Ballbesitzfußball hätte auch zu weiteren Chancen oder einem Tor führen können. Beispiel Steffen Krautschneider: Stark im Antritt, machte er Dampf auf dem linken Flügel, doch im Strafraum brach er seine Konter ab, statt mit vollem Risiko einen Strafstoß zu provozieren.
Möglicherweise war's ganz gut, dieses Risiko zu vermeiden, mit Blick auf die Ausfallliste. Denn neben Bechmann fehlen am Samstag in Rain auch die gelbgesperrten Jäckel und Philip Messingschlager. "Die Mannschaft ist so gefestigt, dass sie das kompensieren kann", so Bechmann. "Denn nach den gefühlt verlorenen zwei Punkten gegen Buchbach müssen wir nun in Rain mit aller Macht was reißen." Weiß auch sein Trainer: "Es ist unten wieder enger geworden, so dass wir deinen Dreier brauchen." Denn der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze ist zwar wieder auf fünf Zähler gewachsen, der erste Relegant hat auf den Tabellenzwölften FC 05 bei einem Spiel weniger aber nur noch vier Punkte Miese. Und Schweinfurt hat seine letzten drei Auswärtsspiele bei den Mitkonkurrenten Rain, Schalding und Memmingen - während im Sachs-Stadion mit Burghausen, Bayern München und Greuther Fürth drei "Bretter" gastieren. Klaus bleibt cool: "Das ist uns bewusst, erschreckt uns in unserer Verfassung aber auch nicht."
Schweinfurt: Schneider - Messingschlager, Bauer, Bechmann , Lunz - Fery, Wenninger - Janz, Krautschneider (90.+1 Kleinhenz) - Jäckel (78. Diroll), Kraus (62. Marino Müller).