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Bad Kissingen
Fußball

Es gibt keine Fußball-Saison 2020/21

Der Bayerische Fußballverband will aufgrund der Corona-Pandemie auf eine komplette Spielzeit verzichten.
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Symbolbild
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Auf einmal ging alles ganz schnell. Nachdem bereits für die Regionalliga Bayern der Beschluss gefasst wurde, die Saison 20/21 komplett auszusetzen, gilt diese Regelung nun auch für die unteren Klassen. Auf seiner Homepage (www.bfv.de) äußert sich der Verband hierzu, allerdings nicht auf seiner Facebook-Seite - dort, wo über die Kommentar-Funktion auch eine Diskussion möglich wäre. Scheuen die BFV-Funktionäre eine solche? Der Eindruck kann entstehen, nachdem die Meldung zur Regelung in der Regionalliga Bayern zunächst auf der Facebook-Seite des Verbandes veröffentlicht worden war, dann aber wieder offline genommen wurde. Damit verschwanden auch zahlreiche Kommentare, die sich binnen kurzer Zeit zum Thema gefunden hatten. Derweil setzt sich in einer Petition an den Bayerischen Fußball-Verband eine Gruppe von Vereinen für den sofortigen Abbruch der Saison 2019/20 ein. Initiator dieser Petition ist Dirk Schaefer (54) vom mittelfränkischen Kreisligisten FC Stein bei Nürnberg. Es geht darum, bayernweit möglichst viele Unterstützer zu bekommen, um Druck auf den Verband ausüben zu können. Gestartet wurde dieser Aufruf am Donnerstagabend und schon jetzt gibt es zahlreiche Vereine, die sich mit diesem Aufruf solidarisch zeigen und diesen unterzeichnet haben.

Die Petition lautet: "Wir fordern den sofortigen Abbruch der Saison 2019/20 in den bayerischen Amateurfußball-Ligen (Änderung § 13 Ziffer 1. Abs. 2 der SpO). Wir plädieren für einen Abbruch mit Wertung der zum Zeitpunkt 13. März 2020 aktuellen Tabelle unter Anwendung der Quotienten Regelung (Punkteschnitt pro ausgetragenem und gewerteten Spiel). Auf dieser Grundlage bleiben die Aufstiegsrechte in den jeweiligen Spielklassen erhalten.”

Anbei der Wortlaut der Pressemeldung des Bayerischen Fußball-Vebandes zur Aussetzung der Saisn 20/21.

Die vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) - infolge der pandemiebedingten Unterbrechung der laufenden Saison 2019/20 - eingesetzte Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene hat ein erstes Etappenziel erreicht und ist dabei einstimmig zu der Entscheidung gelangt, dass die Saison 2020/21 bei Herren und Frauen aufgrund zeitlicher Gründe und fehlender Spieltermine nicht stattfinden kann.

In zahlreichen LAG-Runden haben die Spielleiter*innen des BFV gemeinsam mit mehr als 30 Vereinsvertreter*innen aller Spielklassen-Ebenen zudem vorgeschlagen, das Spieljahr 2019/2020 bis zum 30.06.2021 zu verlängern. Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag bereits bestätigt.

Der geregelte Spielbetrieb kann aufgrund der aktuellen Zwangspause frühestens ab September 2020 wieder aufgenommen werden. Für den Großteil der Ligen im Erwachsenenbereich stehen durchschnittlich noch zwischen zehn und bis zu 17 reguläre Ligen-Spieltermine an, hinzu kommen etwaige Platzierungs- und Entscheidungsspiele. Außerdem haben etliche Vereine noch Pokalspiele zu bestreiten.

Witterungsbedingt kann üblicherweise nur bis Mitte November gespielt werden - in einigen Regionen etwas länger, in anderen Regionen etwas kürzer. Es stehen somit maximal elf Wochenenden von Anfang September bis Mitte November als Spieltermine zur Verfügung. Dabei steht aktuell noch nicht fest, ob die staatlichen Verordnungen einen Spielbetrieb überhaupt ab September 2020 zulassen.

Spiele unter der Woche oder am Abend sind für viele Vereine und deren Amateurspieler nur im seltenen Einzelfall zu absolvieren; viele Klubs verfügen über kein spieltaugliches Flutlicht. Zudem stehen Arbeitnehmer*innen aufgrund beruflicher Verpflichtungen an Wochentagen nicht uneingeschränkt zur Verfügung. "Selbst dann, wenn wir uns entscheiden, eine Saison unter Inkaufnahme etlicher Wochentags- und Abendspiele bis Dezember auf Biegen und Brechen durchzuziehen, wären das Saisonfinale und notwendige Entscheidungsspiele zur zuschauerunfreundlichen Zeit Ende November oder Anfang Dezember zu spielen. Hinzu kommt die große Gefahr, dass aufgrund witterungsbedingter Absagen das Spieljahr nicht zu beenden ist", sagt Verbandsspielleiter Josef Janker.

Die zuständigen Lösungs-Arbeitsgruppen unter mehrheitlicher Beteiligung von Vereinsvertretern haben sich deshalb dazu entschlossen, das Saisonfinale im Erwachsenenbereich in jedem Falle im Frühling 2021 durchzuführen und somit den Vereinen und deren Zuschauern gesicherte Termine für die attraktivsten Spiele des Jahres bieten zu können. "Allen Beteiligten war schnell klar, dass es die attraktivsten Spiele des Jahres nicht zur ungemütlichsten Jahreszeit geben kann. Von daher ist diese Entscheidung die richtige, weil sie im Sinne aller ist", sagt Vizepräsidentin Silke Raml.

Natürlich muss auch dieser Rahmen-Terminplan unter den Vorbehalt des weiteren Verlaufs der Corona-Pandemie gestellt werden. Mit der Entscheidung, das Saisonfinale der Saison 2019/2020 im Frühjahr 2021 auszutragen, gibt es auch möglicherweise benötigten Puffer für Quarantänezeiten einzelner Mannschaften oder behördlich angeordneter Schließungen von Sportvereinen oder Trainingsgeländen innerhalb eines Landkreises oder einer Stadt.

Durch diese Planung entsteht zum einen die benötigte Flexibilität, auf die unterschiedlichen Entwicklungen reagieren zu können, zum anderen wird - sollte es die Terminsituation erlauben - ein Zusatzangebot zum regulären Ligen-Spielbetrieb angeboten werden. Modelle hierzu werden in den nächsten Wochen, auch unterschiedlich nach Region oder Termindruck einer Liga, von den Spielleitern des Verbandes zusammen mit den Vereinsvertretern der jeweiligen Arbeitsgruppen erarbeitet. "Dabei ist klar, dass dieser zusätzliche Wettbewerb einen sportlichen Wert und damit eine Attraktivität besitzen muss und darüber hinaus Spielzeit für die Vereine bietet", sagt BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher: "Das können beispielsweise ein modifizierter Pokalwettbewerb mit Gruppenspielen oder aber auch eine Art Play-off-Runde sein. Mit Modellen wie etwa diesen wird sich die LAG nun beschäftigen. Gedankenspiele sind in jedwede Richtung erlaubt und ausdrücklich erwünscht. Verschiedene Varianten können passgenau auf die Anzahl der unterschiedlich noch zur Verfügung stehenden Spieltage in den jeweiligen Regionen entwickelt werden."

Dabei kann individuell auf regionale Besonderheiten hinsichtlich Spielklassengröße, Wetterprognosen und gemeinsam entwickelte Wünsche eingegangen werden. Die Kreise erhalten damit in ihrem Bereich eine hohe Flexibilität und können auch die Vereine bei der Gestaltung mit ins Boot nehmen.