Gut, wenn man Leute wie Benjamin Kaufmann kennt. Der Abwehrmann des TSV Großbardorf kickte einst im Nachwuchs der SpVgg Greuther Fürth. Und fädelte nun den Wechsel eines Talentes aus der Region eben dorthin ein. Elias Wehner spielt ab der neuen Saison in der Greuther U16. Eine große Chance, aber auch ein Abenteuer.

Der 14-Jährige gehört aktuell noch der Jugend-SG Thulba/Obererthal/Untererthal an. Dorthin wechselte er seinem Trainer Gerald Betz zufolge 2015 mit neun Jahren vom SV Morlesau. Drei Jahre spielte er in der U13. Gleich im ersten Spieljahr gelang seinem Team der Aufstieg in die Bezirksoberliga. Danach kickte Elias dort zwei weitere Jahre, ehe er in die U15 aufrückte. Zwei Spielzeiten hintereinander sicherte sich seine Mannschaft den Kreismeistertitel im Spielkreis Rhön.

Wehners Trainer schätzt an ihm besonders "seine feine Technik und seine 'linke Klebe', mit der er bei Standards und Distanzschüssen gefürchtet ist". Als Stammposition nennt er das Mittelfeld, in dem Elias "sowohl offensiv als auch defensiv flexibel einsetzbar ist".

In der aktuellen Runde habe der 14-Jährige in der Regel als Dreh- und Angelpunkt auf der 10er-Position gespielt und einen wesentlichen Beitrag zur verlustpunktfreien Meisterschaft geleistet. "Elias hat sich insbesondere in dieser Saison toll entwickelt und höherklassige Vereine auf sich aufmerksam gemacht", schreibt Betz.

Letztendlicher Höhepunkt in Wehners Karriere war aus seiner Sicht die Wahl zum besten Hallenspieler beim Bezirksendturnier U15 in Hösbach bei Aschaffenburg im Februar dieses Jahres. 2020. "Dort stach er alle Konkurrenten vom FC 05 Schweinfurt, Viktoria Aschaffenburg etc. aus und führte unsere drei Dörfchen sensationell zum 3. Platz in Unterfranken."

Mehrere Interessenten

Am Rande des Turnieres wurde Elias von Vertretern höherklassiger Vereine angesprochen, berichtet sein Vater Michael Wehner. Nicht nur von Greuther Fürth; auch der FC 05 Schweinfurt und der TSV Großbardorf hätten Interesse angemeldet.

Bereits in den Faschingsferien im Februar habe er bei der SpVgg zwei Tage lang vorspielen dürfen, informiert Gerald Betz. Übernachtet habe er in demselben Internat in Fürth, in das er bald ziehe. "Ein paar Tage später kam der Anruf, dass ich dort anfangen kann", sagt Elias.

In den vergangenen Tagen wurde der Wechsel nun schriftlich festgezurrt. Seinem Vater zufolge soll es schon zu Beginn der Sommerferien bei den Fürthern richtig losgehen.

Elias Wehner sieht seinen Wechsel zu Greuther Fürth als Chance. "Ich will mich verbessern, neue Leute kennenlernen und vielleicht den Sprung zu den Profis schaffen." Seine Eltern würden zu 100 Prozent hinter seinem Wechsel stehen. Wohnen wird der 14-Jährige im selben Fußball-Internat wie im Februar und schließlich dort auch zur Schule gehen.

Wehners Noch-Trainer Gerald Betz erwähnt mit Stolz, dass "Elias sich in eine lange Liste von U13/U15-Kickern einreiht, die wir in den letzten Jahren ausgebildet und an größere Vereine abgegeben haben". Beispielhaft nennt er Hussein Akbari, der vor zwei Jahren zum FC Ingolstadt ging. "Er ist auch heute noch dort aktiv in der U17 und wohnt im Internat der Schanzer."

David Betz, Elias Bergander und Felix Vogel wurden an den FC 05 Schweinfurt abgegeben; Elias Pump, Gabriel Ebert, Enrico Cicero, Max Hahn und Benedikt Kirchner an den TSV Großbardorf, so Betz weiter.

Fußballverrückte Eltern

"Wir sind total stolz auf Elias und freuen uns mit ihm auf diese tolle Herausforderung. Wir danken ihm und seinen ebenfalls fußballverrückten Eltern Micky und Doris, die sich hier immer mit hohem Engagement in unsere SG-Familie eingebracht haben und wünschen alles erdenklich Gute und Erfolg."

Wie allen bisherigen Abgängen der Spielgemeinschaft gelte natürlich auch für Elias Wehner: "Unsere Türen stehen immer offen."