TSV Bad Königshofen - TTC OE Bad Homburg 6:3.
Zwei Mal "Yoshi", zwei Mal "Killy", ein Mal Filip und das Doppel Yoshi/Filip hieß die Formel zum Sieg des TSV Bad Königshofen gegen den TTC OE Bad Homburg in der 2. Tischtennis-Bundesliga der Herren. "Das hätte ich nicht gedacht, dass wir das heute noch drehen", flüsterte TSV-Manager Andy Albert einem Zuschauer unten an der Boxen-Umrandung zu. Da stand es 5:3, Kilian Ort führte mit 2:0 Sätzen und 4:1 im letzten Spiel des Tages gegen Laurens Tromer. Zwei, drei Minuten später hatte der Lokalmatador seinen Gegner, einen Holländer, mit 11:8/11:7/11:2 noch deutlicher zerlegt als zuvor schon seinen Jugend-Nationalmannschafts-Kumpel Dominik Scheja.
Der zweite Sieg im zweiten Heimspiel der Saison war in trockenen Tüchern, und zumindest über Nacht zum ersten Mal der Tabellengipfel erklommen.
"Nur" drei Stunden und 20 Minuten dauerte diese Samstagabend-Unterhaltung, bei der den Zuschauern sehr bald zweierlei deutlich wurde: Das wird heute alles andere als ein Spaziergang, und es ist wieder Krimi-Time. Und wie stark muss der 1. FC Saarbrücken erst sein, wenn er diese guten Bad Homburger vor einer Woche mit 6:1 abkanzelte.
Drei Runden lang spitzte sich alles auf ein Unentschieden zu. Beide Doppel verloren den ersten Satz, beide mussten bis in den fünften. Kilian Ort/Richard Vyborny führten 2:1, spielten auf Augenhöhe mit dem Kroaten Pucar und dem ungarischen Linkshänder Ecseki, verloren am Ende aber sehr unglücklich 8:11. Schon wieder war mächtig Druck auf dem TSV-Einser-Duo Yoshimura/Zeljko. Die beiden waren etwas später dran, zogen in ihrem fünften Satz aber auf 6:0 davon und machten ihn mit 11:4 dicht zum 1:1-Zwischenstand.
Im Duell mit seinem Landsmann Tomislav Pucar flammte nur im zweiten Satz Filip Zeljkos Klasse und Hoffnung auf die erste Führung auf. Sie war aber erloschen, als nebenan Kazuhiro Yoshimura einige Zeit lang zu groß scheinenden Widerstand von Nandor Esceki brechen und schon wieder in den fünften Satz gehen musste. Der bärenstarke Ungar schien unbeeindruckt von der asiatischen Tischtenniskunst. Doch "Yoshi" löschte vor Beginn des Entscheidungs-Durchgangs alle negativen Dateien, drückte die Reset-Taste und spielte seinen Gegner über 0:1, 8:1 zum 11:4 zum erneuten Ausgleich förmlich an die Wand.


Bärenstarker Ort

Danach folgte Kilian Orts Demonstration seiner momentanen Stärke. Seinem Kumpel Dominik Scheja gönnte er nur den zweiten Satz. Im dritten revanchierte er sich mit einem 11:1. Die Führung bedeutete dies aber nicht, weil Marek Klasek - diesmal anstelle von Richard Vyborny im Einzel eingesetzt - gegen Laurens Tromer nicht wie gewünscht zurecht kam, zwei der drei Sätze mit Minimalrückstand verlor - also wieder erst 2:3 in Rückstand und dann das 3:3 durch Ort. Jetzt folgten die beiden Spitzeneinzel, in denen sich die 5:5-Tendenz fortzusetzen drohte. Yoshimura hatte aber bisher weder im Pokal noch in der Liga gegen einen Europäer verloren. Und Pucar rang ihm in einem sehenswerten Spiel nur den dritten Satz 10:12 ab. Der 20-jährige Japaner kam aus der Nervenschleife wieder raus und brachte seine Mannschaft zum ersten Mal mit 4:3 in Führung.
Währenddessen lag Zeljko gegen Esceki 1:2 nach Sätzen und 4:5 zurück. Doch der 19-jährige Kroate hielt dem Druck stand, bog den vierten Satz zum 11:8 und zauberte im fünften Aufschläge aus dem Hut, dass der Ungar kein Gegenrezept mehr fand: 5:3, das Unentschieden war sicher. Nebenan hatte Ort bereits mit dem hinteren Paarkreuz begonnen und führte schon so deutlich, dass Klasek und Scheja erst gar nicht mehr begannen. Ort ist, zumindest auf der Dreier-Position, derzeit eine Bank. Mit einem klaren 11:8/ 11:7/11:2 ging er Tromer zum Shakehands entgegen.