FC Westheim - SV Rödelmaier 9:10 n.E. (3:3, 3:1). Tore: 1:0 Maximilian Seit (6.), 1:1 Marcel Gernert (18.), 2:1 Fabian Beck (22.), 3:1 Yanik Pragmann (30.), 3:2 Marcel Gernert (90.), 3:3 Benedikt Hess (90.+2). Gelb-Rot: Maximilian Schaub (91., Westheim).

Ein Anlauf. Ein Schuss. Drüber. In den Westheimer Nachthimmel flog das Spielgerät, auf die Reise geschickt von Marcel Nöth, der die Hände über den Kopf zusammenschlug. Davor hatten Patrick Stöth, Arkadiusz Grek, Fabian Beck, Florian Stein, David Böhm und Marian Wiesler ihre Elfer sicher verwandelt, damit immer wieder ausgeglichen gegen die Rödelmaierer Schützen, ehe Westheims Keeper Leon Wahler den Versuch von Benedikt Hess abkochte, seiner Mannschaft damit den Matchball bescherte.

Nichts wurde es mit dem Titel eines Pokalsiegers, weil anschließend Johannes Maier für die Gäste glücklich traf und SV-Keeper Marcel Reder den Schuss von Daniel Wendel parierte, um danach in einer rot-weißen Spielertraube zu verschwinden. Später hallten Campeones-Rufe aus der Gästekabine, während sich die FC-Fans immer noch fragten, wie das passieren konnte.

Krampf statt Tor

Nach einer bislang so enttäuschenden Bezirksliga-Runde wäre ein Pokal-Triumph ein formidables Trostpflaster gewesen. Und die Trophäe war doch schon so gut wie abgeholt angesichts der 3:1-Führung unmittelbar vor Spielende. Nur dann lief schief, was nur schief laufen konnte. Schließlich hatten die "Waster" ja die ultimative Chance auf 4:1 zu stellen. Es war ein Stück griechische Tragödie, was die 200 Besucher unter Kunstlicht zu sehen bekamen, als Yanik Pragmann beim Konter erst das so einfach scheinende Abspiel des blank stehenden Maxi Seit versemmelte, um Augenblicke später von Krämpfen gepeinigt vom Feld geführt zu werden. Kurz darauf verließ auch FC-Routinier Maxi Schaub unfreiwillig früh das Spielfeld, mit einer Ampelkarte am unsichtbaren Revers.

Unbarmherzig blieb Fortuna gegenüber den Männern in Blau, die nach zwei Gäste-Standards tatsächlich noch den Ausgleich kassierten, dann das Drama vom Kreidepunkt aus über sich ergehen lassen mussten. "So ist der Fußball. Beim 3:2 haben wir nach der Ecke geschlafen, beim Ausgleich rutscht unser Keeper aus und der Rödelmaierer macht das Tor mit dem Knie", bilanzierte FC-Spielertrainer David Böhm, der nachvollziehbare Gründe für die mangelhafte Gegenwehr in den finalen Minuten parat hatte: "Ich musste angeschlagene Spieler bringen. Irgendwann kam der Zeitpunkt, als wir die Räume hinten nicht mehr zumachen konnten. Beim Elfmeterschießen war Leon dann fast an jedem Ball dran, hält aber nur einen. Das ist bitter. Aber es war ein gutes Spiel von uns. Hätten wir in dieser Saison immer so gespielt, hätten wir garantiert zehn Punkte mehr gehabt."

Vor allem vor dem Wechsel boten die Westheimer eine starke Leistung, führten verdient mit 3:1. Nach der Doppelchance für Marian Wiesler hatte Maxi Seit seine Farben mit einem präzisen Schuss in Führung gebracht, ehe der Bezirksliga-Rivale in Person von Marcel Gernert egalisierte. Aber der Hausherr blieb dran, legte erneut vor durch das Kopfballtor von Fabian Beck nach einer Ecke von Yanik Pragmann, der mit einem sehenswerten Sololauf erhöhte. "Die Westheimer haben leidenschaftlich verteidigt, sich in jeden Schuss geworfen und haben mit ihrer Schnelligkeit vorne auf Fehler von uns gelauert. Es hat gedauert, bis wir unser Spiel gefunden haben. Allerdings hätten auch wir in Führung gehen können, dann läuft das Spiel vielleicht komplett anders", sagte SV-Trainer Werner Feder.

Im Schlachtgetümmel

Flott war das Match vor der Pause, nach Wiederanpfiff mitunter ein Schlachtgetümmel, in dem sich Schiedsrichter Stefan Orf mehrmals den Zorn der Westheimer Fans zuzog, der vor allem das harte Einsteigen der Gäste gegen den flinken Pragmann relativ sanft bestrafte. Westheimer Chancen beschränkten sich auf die Kopfbälle von David Böhm und Arkadiusz Grek, während Rödelmaier bei Abschlüssen von Marcel Gernert und Johannes Maier glücklos blieb gegen den aufmerksamen FC-Zerberus. "Erst vergeben wir einige Chancen kläglich, dann treffen wir nach zwei Standards. Das passt irgendwie zum Spiel", so Werner Feder, dessen Elf am Samstag in der ersten Runde des Verbands-Pokals nun den Bayernligisten TSV Abtswind empfängt. Das Bezirksliga-Duell gegen den FC Thulba wird daher verlegt.

Westheim: Wahler, Wüscher (59. Grek), Stöth, Nöth, Beck, Wiesler, Seit, Böhm, Graup (88. Wendel), Schaub, Pragmann (88. Stein)