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LKR Bad Kissingen
Geschichte im Bild

Ein legendäres Bezirksligaderby zwischen dem TSV Maßbach und der TSVgg Hausen

Der TSV Maßbach hatte in der Rückrunde der Saison 2002/03 eine Siegesserie hingelegt. Doch im Derby mit der TSVgg Hausen kam es richtig dick.
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Engagierte Häusler: Vor seinem fangbereiten Keeper Alexander Werner schirmt Oliver Götz (Mitte) den Maßbacher Torjäger Stefan Schusser ab. Foto: Wolfgang Lutz
Engagierte Häusler: Vor seinem fangbereiten Keeper Alexander Werner schirmt Oliver Götz (Mitte) den Maßbacher Torjäger Stefan Schusser ab. Foto: Wolfgang Lutz

Mit Wehmut dürften die jetzigen Verantwortlichen, früheren Spieler und langjährigen Fans des TSV Maßbach und der TSVgg Hausen auf das Landkreisderby des 18. Mai 2003 zurückblicken. Weniger wegen des sportlichen Wertes, sondern wegen der Ligazugehörigkeit. Denn dieses Spiel wurde in der Saison 2002/03 in der Bezirksliga Ost ausgetragen, einer Liga, der die langjährigen Kontrahenten schon lange nicht mehr angehören.

Die damalige Bezirksliga Ost, in der vorwiegend Teams aus dem Kreis Rhön kickten (dies ist erklärlich, weil es in Unterfranken zu diesem Zeitpunkt noch drei Bezirksligen gab) war beim Blick auf das Endklassement fest in Händen der Bad Kissinger Landkreisvereine. Angeführt vom Meister 1. FC Bad Brückenau, der genauso wie der Tabellenzweite FC 06 Bad Kissingen in die Bezirksoberliga aufstieg, belegten weitere Kreis-Mannschaften die Ränge drei bis sechs (FC Thulba, TSV Wollbach, SC Diebach und TSV Maßbach).

Da war der TSVgg Hausen als Tabellenneunter fast schon ein Ausreißer. Doch die Platzierung "war aller Ehren wert, denn es war unser Aufstiegsjahr und für einen Aufsteiger gilt erst einmal, die Klasse zu halten", erinnert sich der langjährige Vorsitzende der TSVgg und "Vater des Rimini-Cups",

Eckehard Fehr. Beim Aufeinandertreffen am 18. Mai 2003 auf der Maßbacher Centleite war der Klassenerhalt für die von Detlef Hartmann gecoachten "Häusler" noch nicht fix. Dafür schien "bei uns mangels Perspektive dagegen schon die Luft etwas raus", so der Maßbacher Goalgetter Stefan Schusser.

Dieser war in der Winterpause nach Engagements in Waldberg und Aubstadt zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Die Maßbacher plagten sich nach der Vorrunde noch mit Abstiegsproblemen herum. Mit Schusser lief es in der Rückrunde dann prima.

Die Maßbacher legten unter ihrem Spielertrainer Ralf Fritscher und seinem Co, dem leider schon verstorbenen Rainer Hub, eine Siegesserie hin. Die sie zum einen aus der Bredouille brachte, die aber zum anderen gegen die "Hartmänner" riss. "Das war unser schlechtestes Spiel in der ganzen Saison; ausgerechnet das habt ihr für die Bildergeschichte ausgesucht", meint Schusser mit Schmunzeln zur 1:4-Heimpleite gegen die Häusler.

Der Torjäger, der an diesem Samstagnachmittag in Abwesenheit seines verletzten Sturmpartners Holger Mantel einen Alleinunterhalter in der Offensive abgab und dann in 90 Minuten gegen seinen zweikampfstarken Bewacher Petr Jandak kaum einen Stich setzen konnte, sah die Seinen früh in Rückstand geraten.

Hausen trat vom Anpfiff weg und von ihrem Coach offensiv eingestellt engagiert auf. "Die Spieler waren sich des Ernstes der Lage bewusst und versteckten sich daher nicht", sagte Detlef Hartmann damals.

Gleich der erste Angriff wurde erfolgreich abgeschlossen. Nach fünf Minuten bezwang Martin Ciznar den TSV-Goalie Patrick Grosser. Ciznar, der nicht nur in dieser Partie wieselflink agierte und davor und danach zum Schrecken gegnerischer Abwehrspieler mutierte, die sich oft nur mit Händen und Füßen und nicht immer fair zu wehren wussten, war auch gegen die Lauertaler kaum zu stoppen. Sein Gegenspieler Jochen Lindner wurde vom ansonsten beschäftigungsarmen Referee mit dem Halbzeitpfiff nach der zweiten Verwarnung vorzeitig unter die Dusche geschickt.

Ciznar, Jandak und der feine Techniker Libor Brichin, der das Führungstor vorbereitet hatte, waren schon in der Saison zuvor mitverantwortlich für den Aufstieg der TSVgg. "Das Trio hatte ich durch sehr gute Kontakte zum damaligen tschechischen U-21-Nationaltrainer nach Hausen gelotst", erinnert sich Fehr. "Ihr Mitwirken sorgte für ein spielerisch hohes Niveau."

Davon profitierte auch Bastian Schober. Mit seinem Doppelschlag in der 25. und 27. Minute stellte der Brillenträger früh die Weichen. Er lochte jeweils mit seinen gefürchteten Freistößen ein.

Wie schon oft zuvor und auch später stellte für ihn bei Standards die vom Kontrahenten gestellte Mauer kein Problem dar. Basti Schober wechselte später nach Garitz und gehörte dort dem Landesliga-Kader an. "Nach dem 0:3 konnten wir das Spiel abhaken", so Stefan Schusser. "Die Mittelfeldakteure Michael Eckhardt und Ercan Durucan waren angeschlagen; wir konnten kaum Druck in der gegnerischen Hälfte entwickeln".

Nach der Pause drohte den Platzherren ein Debakel, als Ciznar und Jandak frei zum Schuss kamen, aber am TSV-Torhüter scheiterten. Eine Viertelstunde vor Schluss schaffte der eingewechselte Eckhardt auf Vorarbeit von Sebastian Händel, der zu Saisonbeginn von den eigenen Junioren aufgerückt war und heute noch im Kreisklassenteam kickt, den Anschluss. Es blieb der Ehrentreffer.

Kurz vor Schluss schlug Schober ein drittes Mal, diesmal mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck, zu. Sein 23. Saisontreffer.

Maßbach trumpft auf

Im Folgejahr sicherten sich die Lauertaler dafür die Meisterschaft, "da hatten wir klasse Spieler in unseren Reihen. Erinnert sei da nur unseren Manndecker Marco Hochrein, der aus Ballingshausen zu uns gewechselt war, und an den Mittelfeldstrategen Reinhard "Linus" Schüler", erinnert sich Schusser.

Die Häusler stiegen zwei Jahre später im Zuge der Zweiteilung der Liga ab. "Uns gelang aber der sofortige Wiederaufstieg", so Fehr rückblickend.

TSV Maßbach: vier Mal Relegation gespielt und doch abgestiegen

TSV Maßbach Der Verein stieg 2004 als Meister der Bezirksliga-Ost mit 69 Punkten (13 Punkte Vorsprung zum TSV Gochsheim) und 81:33-Toren in die Bezirksoberliga auf. Nur ein Jahr später musste der TSV die Liga als Drittletzter wieder verlassen. 2006 ging es sogar als Viertletzter der Bezirksliga in die Kreisliga. Dort sprang in den Jahren 2007 und 2008 nur ein 6. (Kreisliga Schweinfurt 2) und ein 11. Platz (Kreisliga Rhön) heraus. Letzterer bedeutete Relegationsspiele wieder gegen den Abstieg. Da unterlag man der DJK Ginolfs/Sondernau 4:5 nach Elfmeterschießen (0:0 n.V.), dann 4:5 n.E. dem RSV Wollbach (1:1 n.V.). Die DJK-SV Eichenhausen bezwang man 2:0, um nach 1:5 gegen den TSV Münnerstadt doch in die Kreisklasse abzusteigen,

TSVgg Hausen Die "Häusler" stiegen 2004 als 13. mit 35 Punkten (60:62-Tore) aus der Bezirksliga ab. Als Kreisliga-Nord-Meister (65 Punkte, 81:34-Tore) machten sie das ein Jahr später wieder gut. Um 2006 als Drittletzter leider wieder in die Kreisliga abzusteigen. In dieser Spielklasse sprangen in den beiden Folgespielzeiten Platz 5 und 4 heraus. st