Es ist der Fußball-Aufreger der Woche: Ein 24-jähriger, ausgewechselter Spieler der SG Ginolfs ärgert sich derart über den späten Siegtreffer des Gegners aus Oberelsbach, dass er dessen jubelndem Torwart einen Faustschlag verpasst. Dumm nur, dass er dabei das Trommelfell des ebenfalls 24-Jährigen zerstört; dieser muss mit dem Verlust seines Gehörs rechnen. Soweit, so durch die Polizei bestätigt. Darüber hinaus lässt sich über den Tatverlauf reichlich spekulieren. Der Schiri hat auf der Internetseite des BFV keinerlei Vorfall und keine Bestrafung des Ginolfser Kickers mit gelber oder roter Karte eingetragen. Vielleicht hat er, abgelenkt durch das Geschehen nach dem späten Oberelsbacher Siegtor, wirklich nicht bemerkt, was hinter ihm geschah.

Erschütternd ist aber, was wir Journalisten bei der Recherche nach dem wirklichen Ablauf der Tat erleben. Da stoßen wir auf eine "Mauer des Schweigens". Genau gesehen haben will die Tätlichkeit, die als "schwere Körperverletzung" angezeigt wurde, angeblich niemand - weder Spieler, noch Vereinsverantwortliche, noch Zuschauer. Und das, obwohl sie sich nach unseren Informationen direkt vor der Reservebank der Ginolfser abspielte.

Befremdlich dann die Tatsache, dass man über Erzählungen unbeteiligter Dritter doch erfährt, wie sich der Vorfall zugetragen haben soll.