Der 19. Spieltag der A-Klasse Rhön 1 verspricht einiges an Spannung. In Sachen Meisterschaft respektive Aufstieg ist alles offen und die alles entscheidenden Wochen haben für die Vereine längst begonnen. Wer sich jetzt oben festsetzen kann, darf vielleicht schon von der Kreisklasse träumen.
Das Saalederby zwischen dem SV Gräfendorf/Dittlofsroda (4./32) und dem SV Morlesau/Windheim (1./35) verspricht am Sonntag (15 Uhr) von Haus aus Spannung und Dramatik, das zeigt alleine schon der Rückblick auf das Hinspiel. Mit 3:2 konnten die Morlesauer und Windheimer damals das Spiel für sich entscheiden. Zahlreiche gelbe Karten, zwei Elfmeter, zwei Ampelkarten und ein vermeintlich zu Unrecht nicht gegebenes Abseitstor standen am 11. September nach 90 Minuten zu Buche.
Da gab es jede Menge Gesprächsstoff für die Akteure und Zuschauer.


Es war kein überhartes Spiel

"Wir hatten das 3:3 sogar noch gemacht, aber der Schiri hat es uns aberkannt. Ärgerlich", erinnert sich der Gräfendorfer Trainer Christoph Mützel. Sein Pendant auf der Gegenseite sah das ähnlich. "Es ist ein Derby, da bekommt man schnell mal eine gelbe Karte. Es war aber kein überhartes Spiel", berichtet Stefan Brustmann. Nichtsdestotrotz sind die Karten für den Sonntag wieder neu gemischt. "Es wird ein schweres Spiel und wir wollen nicht verlieren", sagt Brustmann. Dessen Mannschaft fand am vergangenen Montag wieder in die Erfolgsspur zurück: Mit einem 1:0 gegen die SG Oberleichtersbach konnte die Tabellenführung verteidigt werden. "Wir hatten gerade einmal drei Torchancen, aber wenn du oben stehst, dann gewinnst du auch so ein Spiel. Oberleichtersbach ist keine schlechte Mannschaft, die stecken im Moment nur leider unten drin."
Ein bisschen ausgeruhter läuft der Gastgeber auf, dessen Spiel gegen den SV Römershag wegen eines unbespielbaren Platzes abgesagt werden musste. "Ich habe ein gutes Gefühl und plane fest mit einem Sieg gegen Morlesau", sagt Christoph Mützel.

Der zu Saisonbeginn verpflichtete Übungsleiter weiß um die Qualität seiner Mannschaft und sieht erste Erfolge seiner Arbeit. "Die Umstellung auf eine Viererkette zu Saisonbeginn hat seine Zeit gedauert, aber das zahlt sich jetzt aus", bilanziert der 27-Jährige. Das zeigt auch ein Blick in die bisherige Saisonbilanz. Nur drei Punkte fehlen den SVlern zur Spitze und in Gräfendorf ist seine Mannschaft auch noch gänzlich ohne Niederlage.
Die Kicker vom SV Morlesau/Windheim wissen um die Schwere der Aufgabe, die sie am Sonntagnachmittag erwartet. "Beide Mannschaften können an diesem Wochenende einen Bigpoint landen. Gräfendorf will unbedingt gewinnen, das ist uns natürlich bewusst", erwartet Brustmann eine umkämpfte Partie. Nach dem etwas holprigen Saisonstart wurden zwar schon erste Befürchtungen wach, aber gerade auswärts ist das Team von Brustmann eine Bank. Nur eine Niederlage auf fremden Platz weist die Saisonbilanz aus. "Gerade auf fremden Plätzen haben wir oft eine gute Visitenkarte abgeben, obwohl sich unsere Spielweise im Vergleich zu Heimspielen nicht unterscheidet", so der 48-Jährige.


Das war immer unterhaltsam

Beste Voraussetzungen also für ein spannendes Gipfeltreffen, weiß mit Peter Tretter auch der Abteilungsleiter des SV Gräfendorf: "Gegen Morlesau waren die Spiele schon immer knapp und unterhaltsam. Das wird wieder ein richtiges Derby mit zwei starken Mannschaften." Trotz der Rivalität und der kurzen Entfernung zueinander pflegen die beiden Vereine einen freundschaftlichen Umgang. "Im Jugendbereich haben wir eine Spielgemeinschaft und wir schätzen uns", sagt Tretter. So sieht das auch Brustmann: "Wichtig ist, dass wir uns nach den 90 Minuten in die Augen schauen können." Ein Auge richten beide Mannschaften aber auch auf die Begegnung zwischen Elfershausen und Machtilshausen, da trifft der Zweit- auf den Drittplatzierten.
So verspricht die Saison auch nach dem 19. Spieltag spannend zu bleiben, denn alle vier Aspiranten auf die vorderen Plätze treffen mehr oder weniger noch aufeinander. Der FC Obereschenbach und der TSV Stangenroth werden die beiden Spiele sehr interessiert verfolgen und auf Ausrutscher der Konkurrenz lauern. Da bekanntlich nur der Meister direkt in die Kreisklasse aufsteigt und der Zweite in die Relegation muss, bleibt lange alles offen und spannend.


So tippt die Prominenz


Christoph Mützel (Trainer SV Gräfendorf): "3:1 für uns. Dann entscheiden wir auch noch den direkten Vergleich für uns."

Stefan Brustmann (Trainer SV Morlesau): "Ich tippe ein 2:2, weil beide Mannschaften nicht verlieren wollen."

Peter Tretter
(Abteilungsleiter SV Gräfendorf): "2:1 für uns. Es wird eine enge Kiste, aber ich freue mich auf´s Spiel."

Michael "Micky" Wehner (Hobbyfilmer SV Morlesau): "1:3-Auswärtssieg Es werden mit Sicherheit viele Tor