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Hammelburg
Volleyball

Die Volleys werden Ben Stoverink vermissen

Hammelburgs Zweitliga-Team muss nach Adrian Zych einen weiteren Abgang kompensieren.
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Verlässt die Hammelburg Volleys in Richtung seiner Heimatstadt Bocholt: Ben Stoverink (vorne). Foto: Jens Feistel
Verlässt die Hammelburg Volleys in Richtung seiner Heimatstadt Bocholt: Ben Stoverink (vorne). Foto: Jens Feistel

Für diesen Spieler stellt Olly Wendt gerne einen Freibrief aus: "Sollte es Ben im Laufe seiner Volleyballkarriere beruflich oder sportlich noch einmal in die Gegend verschlagen, sind unsere Türen für ihn stets offen. Er kann dann sofort anfangen, ganz ohne Vorstellungsgespräch und Probetraining", sagt der Pressesprecher der Hammelburg Volleys, denn nach Libero Adrian Zych wird einjährigem Gastspiel an der Saale auch Ben Stoverink das Team verlassen und zukünftig in seiner Heimatstadt Bocholt in der 2. Bundesliga Nord auf Punktejagd gehen.  

 

Der U18-Europameister, der vom Volleyball-Internat Frankfurt nach Hammelburg kam, wird ein Studium der Bionik beginnen, welches man nur in vier Hochschulen in Deutschland studieren kann. "Ben war fast unser Jüngster mit der weitesten Entfernung zur Heimat", sagt Olly Wendt, der den Schritt des jungen Mannes nachvollziehen kann. "Mit Ben verlässt uns nicht nur ein Sportler mit großem Potenzial, sondern auch ein ganz feiner und sensibler Mensch", sagt Wendt über den Jungnationalspieler, dessen sportliche Ziele noch immer in Richtung erste Liga zielen. 

Nach seiner Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft in Tunesien, war Stoverink erst kurz vor Saisonbeginn zum Team gestoßen, "wodurch es für mich zunächst sehr schwierig war, mich sportlich im Team einzubringen", so der junge Bocholter, der aber schnell seine Qualitäten ins Team einbringen konnte - erstmals quasi "positionsfremd" als Libero. Kein Problem für den Junioren-Europameister, denn hier kamen seine Annahmequalitäten voll zur Geltung. Beim hart umkämpften Tiebreak-Sieg gegen Frankfurt brachte Stoverinks Einwechslung auf seine angestammte Außen-Annahme-Position die Wende. Damals übergab Kapitän Oscar Benner nach dem Spiel seine MVP-Medaille an den Teamkollegen, eine tolle Geste. 

Anfang Januar verletzte sich Stoverink am Knie; zu einem Zeitpunkt, ab dem sich seine Spielanteile deutlich erhöht hätten. Als die Verletzung mit Hilfe von Physiotherapeut Sebastian Thums und Teamarzt Dr. Joachim Rupp überwunden war, folgte der coronabedingte Saisonabbruch.

Trotz dieser sportlichen Achterbahnfahrt blickt der 19-Jährige sehr positiv auf das Jahr im Hammelburger Trikot zurück: "Ich habe mich im Team super wohl gefühlt und wurde auch in sehr vielen anderen Bereichen toll unterstützt. Hier möchte ich mich ausdrücklich bei Familie Baden bedanken”, sagt Stoverink, dessen Ex-Teamkollege David Baden in freundschaftlicher Verbundenheit kontert: "Mit Ben hab ich mich super verstanden. Mir hat seine unaufgeregte Art gut gefallen. Beide haben wir nach dem Abi unseren Fokus auf Volleyball gelegt und uns somit auf einer Wellenlänge befunden. Es war ein tolles Jahr und ich wünsche Ben alles Gute. Hoffentlich läuft man sich mal wieder über den Weg, am besten in der Halle.”    

Hermann Stoverink, Vater, sportlicher Förderer und "Manager" seines Sohnes, hat noch eine Botschaft an die Hammelburger: "Der Verein, seine Sponsoren und all die ehrenamtlichen Unterstützer machen die Leidenschaft zum Volleyball in Hammelburg aus. Dieses haben wir persönlich, insbesondere bei den Heimspielen, erfahren dürfen. Die Verbindlichkeit, getragen durch Ehrlichkeit und Souveränität, sind Tugenden, für die der Verein steht: Bleibt euch treu!”