TV/DJK Hammelburg - TSV Grafing 3:1 (25:21, 16:25, 25:14, 25:21).
Auch Grafing hatte Bock auf Party. In doppelter Mannschaftsstärke waren die Oberbayern ins Unterfränkische gekommen. Dort, wo die TV/DJK-Jungs schon so oft in dieser Saison überrascht hatten - und zum finalen Heimspiel der Saison doch wieder verblüfften mit der Rückkehr von Henning Schulte in den Kader nach wochenlanger verletzungsbedingter Auszeit. Und ihr Publikum zusätzlich euphorisierten mit einem 8:2-Blitzstart zur ersten technischen Auszeit. Vor allem Felix Bendikowski und Lorenz Karlitzek prügelten mit Verve die gelb-blaue Kugel, die gar nicht anders konnte, als im Grafinger Feld einzuschlagen (16:7). Alles ein bisschen zu flink für die "Bären", die zwar einen kleinen Zwischenspurt einlegten mit der Aufschlagserie von Konstantin Schmid (19:22), den Satzverlust aber nicht verhindern konnten gegen richtig starke Unterfranken. Auch Etappe zwei sah Lorenz Karlitzek als brachialen Haudrauf. Diesmal aber hielt der Gast dagegen, der auf seinem sicheren Mittelfeld-Platz Gute-Laune-Volleyball anbieten konnte und zur ersten Pflicht-Auszeit mit 8:6 führte. Ein enges Kistchen war das zunächst in der Saaletalhalle, die wieder bestens gefüllt war mit fast 600 Fans. Aber ein Intermezzo von Unzulänglichkeiten brachten dem Gegner einen 8:0-Lauf, der nicht mehr zu korrigieren war vom Aufsteiger, auch wenn Oscar Benner, Felix Bendikowski oder Lorenz Karlitzek bei ihren Punkten noch einmal allerfeinstes Handwerk anboten.

Ohne größere Aussetzer auf Hammelburger Seite begann der dritte Satz, und daher mit einer 9:5-Führung mit dem Trickspiel von "Maestro" Aldin Dzafic. Genial auch die Blockarbeit von Mario Radman und Michi Schottdorf, was Grafings Coach Alexander Hezareh beim 8:15 zur Auszeit zwang. "Wir haben uns wieder auf das besonnen, was wir zu tun haben. Wichtig war unser guter Start, das hat uns die Sicherheit zurückgebracht", sagte TV/DJK-Trainer Tado Karlovic. Vom Pfad der Erleuchtung ließen sich die Saale-Jungs nicht mehr abbringen, die spektakulär und effektiv zugleich den Satz schnell zumachten, einen Punkt damit schon sicher hatten.
Ungewöhnlich begann der vierte Satz, nämlich mit einem Angriffsball der Gäste, der nicht im Feld, dafür an der Hallenwand einschlug. Die Grafinger bewiesen Humor, feierten auch diesen Ball ab - und machten anschließend vier Punkte in Folge zum 5:4. Das Vorspiel für ein Hin und Her mit ständig wechselnden Führungen und langen Ballwechseln.

Die Trompete blies zur Attacke beim 14:16, und die Aufsteiger hörten die Signale mit fünf Punkten in Serie. Die Oberbayern halfen kräftig mit, dass es jetzt flutschte bei den Hammelburgern (22:18), die bis zum finalen Punkt nicht mehr zu stoppen waren. "Respekt vor Aldin und Mario, die angeschlagen waren und sich durchgebissen haben. Das war der krönende Abschluss einer nahezu perfekten Saison. Auf das Erreichte können wir alle stolz sein", sprach später Tado Karlovic die passenden Worte zum emotionalen Ende, als Lorenz Karlitzek zum MVP gekürt und vor allem, als Olli Möller mit stehenden Ovationen und einer feinen Zeremonie samt Ehrenrunde ins Karriereende verabschiedet wurde. Ach, so schön kann Volleyball sein.

SSV Dresden - TV/DJK Hammelburg 1:3 (26:24, 16:25, 21:25, 23:25).
Wahnsinn. Mit dem Sieg im letzten Saisonspiel drehten zeigten die Hammelburgerinnen Abstiegsgespenst eine lange Nase und buchten eine weitere Drittliga-Saison. Das alles nach einem guten, aber dennoch verloren gegangenen Auftaktsatz. Aber die Leistung passte, und schnell sollten sich die Unterfranken auch belohnen: mit gezielten Aufschlägen von Laura Schmitt, druckvollen Angriffen über die Außenangreiferinnen Jana Baumgart und Tabea Lang sowie guter Blockarbeit von Christin Heim. Ein Erfolg, der Sicherheit brachte, sodass auch die dritte Etappe relativ souverän an die Gäste ging. Mit der deutlichen Führung im vierten Satz schlichen sich kleine Nervositäten und Fehler ein. Die Folge waren lange Ballwechsel, von denen die TV/DJK-Frauen die entscheidenden gewinnen konnten. "Das war eine geschlossene Mannschafts- und Abwehrleistung, vor allem in den beiden letzten Sätzen. Unsere Libera Denis Roy war stark in der Annahme und die taktischen Vorgaben wurden gut umgesetzt. Das hat Spaß gemacht", sagte Katharina Wehner, die an der Elbe Olli Möller vertrat, der bekanntlich im Herrenteam einen grandiosen Abend und damit doppelten Grund zum Feiern hatte. js