SG Garitz/Nüdlingen - TSV Ottobeuren 22:17 (9:6).
Reden wir über Kunstharz. Diese klebrige Substanz, die sich Handballer gerne in die Hände schmieren für eine höhere Fangquote und bessere Kontrolle beim Wurf. Eine Paste, die in der Schlossberghalle bekanntlich verboten ist, um die Spielstätte sauber zu halten. Der TSV Ottobeuren ist in heimischer Halle Harz gewohnt, hatte sogar geharzte Bälle zum Aufwärmen mitgenommen. Nicht unbedingt clever. Und sicher mit ein Grund, warum die Gäste vor der Pause nur sechs Mal trafen.

Jener Gegner also, der in 2016 in neun Spielen ungeschlagen war, dabei nur ein einziges Mal die Punkte geteilt hatte. Aber, salopp gesagt, die SG-Frauen machten sich ob dieser Serie keinesfalls ins Hemd. "Vor allem in der ersten Halbzeit war unsere Abwehr richtig stark", lobte SG-Coach Norbert Senft zurecht. Das defensive Konstrukt funktionierte prächtig.
Weil alle Spielerinnen beim Verteidigen die Konzentration hochhielten. Weil Stephi Piske im Tor eine starke Leistung bot. Und weil Anna Kleinhenz und Anna Zimmer die TSV-Spielmacherin Lena Keßler bestens kontrollierten. "Sie ist das Gehirn ihrer Mannschaft", wusste Senft. Auch Ottobeurens Torjägerin Regina Bari-Nagy sollte kein Faktor im Spiel der Gäste sein.

Rundum glücklich war der SG-Coach dennoch nicht, "weil wir uns viel zu viele technische Fehler geleistet haben, sonst hätten wir uns schon zur Pause deutlicher abgesetzt. Wir wollten wohl zu schnell zu viel". Vorentscheidend war die Phase nach dem Wechsel, als die Unterfranken auf 14:7 davonzogen, womit den Unterallgäuern bereits der Zahn gezogen war.

Zeit für Wechsel, aber auch Zeit für wunderschöne Treffer. Das Tor des Abends erzielte Flügelspielerin Carolin Annon, die das ungeharzte Leder nach einem weiten Piske-Abwurf mit den Fingerspitzen zum Greifen bekam und aus der Drehung mit einem rotzfrechen Heber vollendete. Gute Handballer kommen eben auch ohne Klebstoff zurecht. Drei Spieltage vor Saisonende ist der zehnte Platz sicher, der zum Klassenerhalt genügen sollte. Mit der Leistung vom Samstag ist auch was Einstelliges drin.
Tore für die SG: Anne Früh (6/2), Lisa Wenzke (3), Sabrina Kleinhenz (3), Anna Kleinhenz (2), Anna Zimmer (2), Julia Albert (2), Ronja Schwalbe (2), Carolin Annon (1), Theresa Kleinhenz (1).