Rund 380 Laufbegeisterte erreichten beim ersten "run and fun" in Bad Kissingen das Ziel. Bis auf wenige Ausnahmen waren nur wenige der zahlreichen Lauf-Asse aus der Region dabei. Lediglich 35 Teilnehmer nahmen den 42,195 Kilometer langen ersten Bad Kissinger Marathonlauf in Angriff. Über die 10 Kilometer verirrten sich einige der schnellsten Männer in den Saale-Auen. Bei bestem Laufwetter zeigten sich viele Teilnehmer angetan von einer abwechslungsreichen und landschaftlich äußerst reizvollen Strecke, die bis zum Schloss Aschach führte. Auch wenn beim ersten Event dieser Art in Bad Kissingen noch nicht alles glatt lief, durften die Veranstalter zufrieden sein.


140 Lauf-Kilometer in der Woche

Die Halbmarathon-Distanz war mit 167 Teilnehmern nicht nur zahlenmäßig ansprechend besucht, auch die Leistungen durften sich sehen lassen.
Nur 1:13:40 Stunden benötigte Nico Jahreis (SC Sparkasse Hochfranken) für die rund 21,1 Kilometer. Der 37-Jährige, der in der Nähe von Hof wohnt und wöchentlich rund 140 Lauf-Kilometer absolviert, wurde im Vorjahr immerhin Bayerischer Meister. "Eine tolle Veranstaltung auf einer landschaftlich echt reizvollen Strecke, bei der auch noch das Wetter passte, lobte der Oberfranke das Bad Kissinger Laufevent. Als schnellster Läufer wurde er auf der Strecke von einem von vier Radfahrern begleitet. "Die Ausschilderung der Halbmarathon-Strecke war aber so gut, dass ich mich auch ohne meinen Begleiter nicht verlaufen hätte", sagte der Halbmarathon-Sieger.


Angetan von der Landschaft

Bei den Frauen setzte sich im Halbmarathon mit Raphaela Schmitten eine Triathletin aus Würzburg durch. Die 27-Jährige, mit einer Marathonbestzeit von 3:15 Stunden, war in Bad Kissingen nach 1:30,26 Stunden im Ziel. "Ich laufe am liebsten in der Natur. Deshalb finde ich es schön, dass es solche Strecken wie die in Bad Kissingen gibt", war die Medizinstudentin angetan von der Streckenwahl. Knapp zwei Minuten später überquerten mit Tanja Dietrich vom TSV Hollstadt und Eva Maria Schmitt vom TSV Rannungen zwei heimische Läuferinnen den Zielstrich. Die 43-jährige Tanja Dietrich, die bei der Laufserie des Rhön-Grabfeld-Cups regelmäßig Spitzenplätze belegt, freute sich sichtlich über ihre Zeit. "Es lief besser als gedacht. Ich wollte unter 1:35 Stunden bleiben und bin daher sehr zufrieden", sagte die dreifache Mutter, der besonders die Schleife durch das Aschacher Schlossgelände gefallen hatte.


Der optimale Tempomacher

Was Halbmarathon-Neuling Eva Maria Schmitt so drauf hat, das wussten im Vorfeld sicherlich nur ihre meist männlichen Trainingspartner vom TSV Rannungen. Die 26-Jährige aus Poppenhausen wurde in 1:32:17 Stunden gestoppt. "Ich hatte mit meinem Klubkollegen Holger Veth einen optimalen Tempomacher an meiner Seite. Als sich noch Tanja Dietrich zu uns gesellte, wurde es richtig schnell. Holger wollte uns daher immerzu bremsen", amüsierte sich Eva Maria Schmitt, die erst seit dieser Saison Wettkämpfe für den TSV Rannungen bestreitet und neben dem wöchentlich dreimaligen Lauftraining genau so oft mit Inliner oder Fahrrad trainiert.
In einem spannenden Rennen auf der Marathonstrecke schafften gleich zwei Läufer eine Zeit von unter drei Stunden. Bis wenige Kilometer vor dem Ziel sah Björn Sturm wie der sichere Sieger aus, ehe Manuel Fößel vom TV Ochsenfurt zur Aufholjagd ansetzte. "Ich hatte zu spät verpflegt und baute daher zum Ende hin immer mehr ab. Die Beine machten zu und ich stand kurz vor einem Krampf", berichtete der 32-Jährige. "Allerdings sah ich, dass der Führende noch mehr Probleme als ich selbst hatte. Das setzte noch mal Reserven frei, und so konnte ich das Rennen doch noch gewinnen", beschreibt Manuel Fößel die entscheidende Rennphase. Im Ziel freuten sich beide Läufer gemeinsam über ihre neuen persönlichen Bestzeiten. Während der Münchner Björn Sturm viel Spaß auf der abwechslungsreichen Strecke hatte und sie toll fand, hätte der Ochsenfurter "gerne auf den "Zick-Zack-Kurs am Schloss Aschach" verzichten können.


Der Hausarzt irrt

"Laufen werden sie nie wieder können", prophezeite der Hausarzt Christine Altmann. Acht Jahre nach ihrem letzten Marathon-Rennen bewies sie, die einen schweren Bandscheibenvorfall hatte, dass es doch wieder geht. Und wie. In Bad Kissingen war die 45-Jährige vom MTG Erlangen in 3:36:32 Stunden die schnellste Frau. Trotz leichter Krämpfe in den Beinen strahlte sie im Ziel mit der Sonne um die Wette. "Viel Athletik- und Krafttraining, bei nur drei Mal pro Woche Lauftraining", gibt sie Einblick in ihr Training, bei dem sie gezielt den Rumpf stärkt und so den Rücken entlastet.

Theresa Metz aus Burkardroth absolvierte in Bad Kissingen ihren ersten Marathonlauf und hatte auf der Strecke reichlich Freunde an ihrer Seite, die sie offensichtlich bestens betreuten "Vorher war mein längster Lauf 30 Kilometer", erzählt sie. "Mein Ziel war, erst mal durchzukommen und dann unter vier Stunden zu bleiben", so die Berufsschul-Referendarin. Beides gelang vorzüglich. Da die 28-Jährige in 3:56 Stunden zudem die schnellste Frau aus dem Landkreis war, wurde sie zur Bad Kissinger Stadtmeisterin gekürt.


Die Wendemarke verpasst

Einige der schnellsten Herren über 10 Kilometer haderten etwas mit der Streckenführung. Im Bereich zwischen Saale-Brücke und Gaststätte Salinenblick verpassten sie die Wendemarke und irrten fortan auf der Flugplatzstraße umher. Auch Oliver Kleinhenz, der später auf Platz vier gesetzt wurde, gehörte zu den rund zehn Läufern, die es da erwischte. "Ein Absperrband an dieser Stelle hätte dieses Missgeschick sicherlich verhindert", sagte der Bad Kissinger. "Ich vermutete irrtümlich, dass es sich bei dieser Marke um den Wendepunkt der 5-Kilometer-Strecke handelt, und so lief ich weiter", sagte Frank Schwela vom TV Bad Brückenau. Der 42-Jährige, der im Jahr an die 30 Wettkämpfe bestreitet und dabei stets eine Kopfkamera trägt, veröffentlicht zahlreiche Fotos und alle Videos seiner Läufe im Internet.

Im Ziel zeigten die GPS-Geräte der Sportler durchweg Distanzen von bis zu 10,7 Kilometer an. Um dennoch einen Sieger zu ermitteln, holte Veranstalter Michael Klein die Besten zusammen. "Ich bin glücklich, dass die Läufer da die Reihenfolge der Platzierung unter sich gelöst haben", so der Cheforganisator erleichtert. Erst wenige Tage vor dem Wettkampf war die Streckenführung geändert worden, dies hatten einige der Läufer nicht mitbekommen. Der Veranstalter hatte alle Strecken vom Bayerischen Leichtathletik-Verband vermessen lassen. "Nur so können die Zeiten in offiziellen Ranglisten übernommen werden. Über 10 Kilometer musste deshalb noch ein rund 260 Meter langer Stichweg mit anschließenden Wendepunkt zusätzlich eingefügt werden", erklärt Michael Klein.


Spanischer Jubel

Borja Perez (LG Hungerast) war über 10 Kilometer nach 37:52 Minuten der Erste im Ziel und wurde auch zum Sieger im Männerrennen gekürt. "Dafür, dass ich rund 500 Meter mehr gelaufen bin, kann ich mit der Zeit durchaus zufrieden sein", bemerkte der 30-jährige Spanier. Berit Henze, die schnellste Frau über echte 10 Kilometer, war nach 48,34 Minuten im Ziel. "Das war Bestzeit und spricht für die Strecke", freute sich die 45-Jährige aus Sachsen-Anhalt, die ihren Bruder in Bad Brückenau besuchte. Zweiter in der Einzelwertung über 5 Kilometer wurde mit Bernd Wächter (FC Thulba) ein Sportler, der ansonsten für den TV Bad Brückenau läuft.
Nur ganz wenige junge Sportler waren im Bambinilauf und beim Schülerlauf über einen Kilometer gekommen. Der Lauf der Neun- bis Dreizehnjährigen musste mangels Teilnehmer ganz gestrichen werden. "Für die erste Veranstaltung dürfen wir durchaus zufrieden sein", äußerte sich Thomas Lutz vom Stadt-Marketing. "Die Verbesserungsvorschläge der Sportler haben wir vernommen und werden versuchen, diese auch umzusetzen."
Ergebnisse unter http://www.runandfun.badkissingen.de