Mit frischem Personal starten die TSVler in die neue Saison, und das betrifft nicht nur die Spieler. Auch auf der Trainerposition hat sich nach der Trennung von Adrian Gahn eine Veränderung ergeben, den Dirigentenstab hält nun Thomas Dietz in Händen. "Die Suche nach einem Nachfolger für Adrian Gahn, der die Mannschaft auch in seiner zweiten Saison weiterentwickelt hat, was der Sprung vom achten Platz nach der Saison 2015/16 auf Platz vier der vergangenen Saison beweist, war zunächst schwierig", berichtet Abteilungsleiter Günter Scheuring.


Überschaubarer Markt

Perspektivisch wollte man einen Trainer holen, "der nicht nur fachlich gut ist, sondern auch ein Händchen für junge Leute hat", so Scheuring.
Der Markt mit Übungsleitern, die solchen Ansprüchen entsprechen, ist im Kreis Rhön relativ dünn besetzt, auf Empfehlung von Ex-Coach Dominik Schönhöfer wurde schließlich Thomas Dietz ins Spiel gebracht. Dieser hatte mit jungen Spielern einige Erfolge beim TSV Rothhausen/Thundorf zu verzeichnen. In der vergangenen Saison hatte der Neu-Trainer pausiert. "Die Aufgabe ist aus verschiedenen Gründen für mich interessant", erklärte Dietz nach Vertragsabschluss, "erstens ist für mich persönlich der Sprung von einem Kreisklassen- zu einem Bezirksligaverein eine Herausforderung, zweitens sind die Strukturen beim TSV so vorzüglich, dass man da einfach nicht Nein sagen kann".


Routine geht, Jugend kommt

Eine reizvolle Herausforderung birgt die Tatsache, dass der Spielerkader in der Sommerpause stark umgekrempelt wurde, wobei diverse Leistungsträger hauptsächlich von jungen Spielern ersetzt werden müssen. So haben mit Co-Trainer Stefan Nöthling, der Innenverteidiger kehrt zum FC Sand zurück, und Johannes Kanz, der sein Glück beim Bayernligisten TSV Großbardorf sucht, zwei kopfballstarke Stammspieler den TSV verlassen. Nach Großbardorf gewechselt ist mit Adrian Reith auch der treffsicherste Akteur der letzten Saison, sein eher defensiver ausgerichteter Bruder Fabian ist zum TSV Reiterswiesen zurückgekehrt. Als dann auch noch Andreas Kraus seinen Wechsel zum Ligakonkurrenten FT Schweinfurt verkündete, war den Verantwortlichen klar, dass ihnen die etatmäßige Viererkette der vergangenen Saison abhandengekommen war. "Da hat sich natürlich eine Lücke ergeben, die schnell gefüllt werden musste, und zwar mit Spielern, die bezirksligatauglich sind und die den hohen Ansprüchen im Verein im Hinblick auf ein neuerlich gutes Abschneiden genügen", so Scheuring. Fündig wurde man in Großbardorf. Der kopfballstarke Sebastian Köhler sowie der zweikampfstarke Nico Weber haben sich in der Vorbereitung schon als Verstärkung herauskristallisiert. In die Viererkette dürfte auch Mannschaftskapitän Hans-Christian Schmitt, der in den letzten Jahren auf der Sechser-Position agierte, einrücken. Dass mit Patrick Balling ein Torhüter, der in Großbardorf Stammkeeper der 2. Mannschaft war, ans "Kleinfeldlein" wechselte, kann ebenfalls kein Schaden sein.


Ein echter Coup

Einen regelrechten Coup landeten die Verantwortlichen, als sie Simon Snaschel zur Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte überzeugen konnten. Dieser hatte sämtliche Juniorenmannschaften der "Nägelsieder" durchlaufen, ehe er seine Torgefährlichkeit beim Bayernligisten in Großbardorf einbrachte und sich gleich einen überregional bekannten Namen machte. Aus beruflichen Gründen, Snaschel hat vor kurzem seine Ausbildung als Sportredakteur abgeschlossen, "ist der doch hohe Trainingsaufwand für mich nicht zu stemmen. Außerdem sind durch Wochenenddienste bedingt, die weiten Fahrten in der Bayernliga kaum zu bewältigen".


"Ein prima Training"

"Die Chemie stimmt in der Mannschaft", berichtet Mannschaftskapitän Hans-Christian Schmitt, der sich und die anderen Routiniers, zu denen auch Sebastian Halupczok nach Beendigung seines Studiums wieder gehört, aber auch in der Pflicht sieht. "Wir müssen die doch recht jungen Spieler gerade in kritischen Situationen führen", so Schmitt, der die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer heraushebt: "Er macht ein prima Training, ist analytisch gut und führt die Mannschaft mit Konsequenz und ruhiger Hand."
Dass Snaschel & Co angesichts des personellen Umbruchs in dieser Saison wohl nicht für den Aufstieg in Frage kommen, ist allen Beteiligten klar. "Wir wissen, dass es eine Saison der Konsolidierung sein wird, wobei es aber unser Anspruch sein muss, einen Platz im oberen Tabellendrittel zu belegen", so Dietz.