FC 05 Schweinfurt - TSV Havelse 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Tobias Fölster (90.+4).

Die stärkste Aktion der Schweinfurter Spieler fand erst nach dem Schlusspfiff statt. Luis Zwick bekam von den Kollegen nämlich reichlich Trost und Zuspruch, den der FC-Keeper gut gebrauchen konnte nach seinem verhängnisvollen Fehlgriff. Diesen 25-Meter-Freistoßball von Tobias Fölster fängt der 27-Jährige normal "mit der Kappe". Nicht einmal platziert war dieser Schuss, den der FC-Kapitän durch die Finger flutschen ließ.

TSV-Captain Fölster rannte ungläubig Richtung Anzeigetafel und konnte sich beim Abfeiern mit den Kollegen Zeit lassen, weil Bundesliga-Schiedsrichter Robert Kampka erst gar nicht mehr anpfiff. Mit Ausnahme der Handvoll Havelser Fans, herrschte im weiten Rund die pure Fassungslosigkeit. Mit einem torlosen Remis hätten die Grün-Weißen und ihre Anhängerschaft nach intensiven 90 Minuten gut leben können, aber die Niederlage ist eine schwere Hypothek für das Rückspiel am Samstag (13 Uhr) im 350 Kilometer entfernten Wilhelm-Langrehr-Stadion in Garbsen.

"Wir waren nicht mutig genug und haben unsere gewohnte Leistung nicht zu 100 Prozent auf den Platz gebracht", räumte Schweinfurts Trainer Tobias Strobl ehrlich ein, gab sich aber kämpferisch: "Wir haben genug Selbstvertrauen, um auch in Havelse zu bestehen. Noch ist für uns alles drin."

Mutiges Offensiv-Pressing

Dabei war doch alles bereitet für ein Fußballfest im Willy-Sachs-Stadion, weil das Wetter mitspielte, die Stimmung prächtig war dank der sangesfreudigen FC-Anhängerschaft und auch die Kulisse passte angesichts der 1000 Zuschauer, darunter BFV-Präsident Rainer Koch. Dass die Havelser das Zeug zum Spielverderber haben, wurde allerdings schnell deutlich. TSV-Coach Jan "Zimbo" Zimmermann hatte seiner Elf ein mutiges Offensiv-Pressing verordnet, das die 05er zu überraschen schien, die kurzfristig auf Lukas Billick verzichten mussten, für den Philipp Maier in die Innenverteidigung rückte.

Eine frühe Doppelchance untermauerte die Angriffslust der Niedersachsen: Mit Mühe parierte Zwick den Schuss von Kevin Schumacher, dann rettete Adam Jabiri auf der Linie mit dem Kopf gegen Fölster. Die Kernkompetenz des 37-Jährigen soll eigentlich im gegnerischen Strafraum zur Geltung kommen, aber diesmal hatte der FC-Torgarant in Niklas Tasky einen unerbittlichen Schattenmann. Die besten Schweinfurter Chancen in Halbzeit eins vergaben Amar Suljic, der sich bei seinem Solo den Ball zu weit vorlegte. Und Daniel Adlung, dessen Kopfball nach der Flanke von Martin Thomann noch das Alu küsste. Auf der anderen Seite entschärfte Zwick mit Mühe den abgefälschten Kopfball von Noah Plume.

Die Partie blieb nach dem Wechsel bei schwülwarmer Witterung intensiv und hart umkämpft, aber in den Strafräumen herrschte größere Flaute. Der Nord-Regionalligist verzeichnete einen Außenpfostentreffer des agilen Kevin Schumacher, der Meister der Regionalliga-Bayern kam auf den Chancen-Zettel mit einem Jabiri-Kopfball und dem geblockten Versuch des eingewechselten Florian Pieper. Über die letzte Pointe des Spiels sollten schließlich nur die Gäste lachen.

"Wir haben mit viel Herz und Leidenschaft gespielt und nicht unverdient gewonnen. Für Schweinfurts Torhüter tut es mir leid, dass ihm in einem so wichtigen Spiel dieser späte Fehler passiert ist. Wir sind noch nicht am Ziel. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir im Rückspiel noch einen Tick besser spielen werden", gebührt Havelses Trainer Jan Zimmermann das letzte Wort.

Schweinfurt: Zwick - Haas, Maier, Rinderknecht, Grözinger - Fery (88. Ramser), Böhnlein - Suljic (60. Pieper), Adlung, Thomann (76. Laverty) - Jabiri.

Havelse: Quindt - Kina, Foelstner, Tasky, Teichgräber - Plume, Meien (85. Rufidis) - Langfeld, Cicek (65. Bremer), Schumacher - Damer (90.+1. Lakenmacher)