Über die turnerischen Fähigkeiten von Tobias Strobl ist bislang nichts bekannt. Aber egal,wie es um die beweglichen Fähigkeiten des 34-Jährigen bestellt ist: Einen Spagat muss der Trainer des FC 05 Schweinfurt (3./46) in diesen und den nächsten Tagen hinbekommen. Einerseits muss am Samstag (14 Uhr) das Punktspiel beim SV Heimstetten (18./21) mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen werden, auch wenn alle Hoffnungen auf den Drittliga-Aufstieg spätestens nach der 0:2-Pleite beim 1. FC Nürnberg II im Valznerweiher versenkt wurden. Dass die 05er ihren Fans weiter etwas bieten wollen, war ja erfreulich erkennbar beim jüngsten 6:0-Erfolg über den FC Augsburg II, den allerdings nur noch etwas mehr als 300 Fans verfolgt hatten. "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben", weiß Strobl.

Andererseits steht am Dienstag, 8. März (19 Uhr), ja der Pokal-Kracher gegen Drittligist Kickers Würzburg auf der Agenda, für den im Vorverkauf bereits knapp 3000 Tickets verkauft wurden. Mit bis zu 4500 Zuschauerinnen und Zuschauern rechnet der Verein. "Wir wollen uns in Heimstetten ein komplett gutes Gefühl für das Derby holen", sagt Tobias Strobl, der bei den Oberbayern auf den angeschlagenen Innenverteidiger Lukas Billick verzichtet und ein Fragezeichen hinter Torjäger Adam Jabiri setzt, der selber über sein Mitwirken entscheiden darf.

Strobls persönlicher Spagat besteht zudem darin, dass der FC 05-Coach einer von 16 Teilnehmern ist für den neuen Pro Lizenz-Lehrgang vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Lehrgang bietet die Möglichkeit, in einer der ersten drei Ligen zu arbeiten. Das (private) Engagement als Standby-Spieler beim Fußball-Landesligisten DJK Schwebenried macht den nächsten Drahtseilakt erforderlich. "Ich bin natürlich auch meiner Familie gegenüber verpflichtet. Gefühlt kann ich nur sagen, dass ich für die DJK allenfalls mal einspringen kann, wenn es Personalprobleme gibt", sagt Strobl.

Für das Verbandspokal-Viertelfinale am Dienstag bekommt der FC 05-Coach übrigens frei vom DFB, muss aber bereits am Mittwochfrüh wieder zur Weiterbildung nach Köln. Zu den Lehrgangs-Teilnehmern gehört mit Nils Döring der Co-Trainer des SV Wehen Wiesbaden, der an diesem Samstag die Würzburger Kickers empfängt. "Wir haben zwar Videomaterial, aber den ein oder anderen Tipp kann mir Nils vielleicht ja geben", grinst Strobl.