Ich bin bei allen Spielen, im Hotel und bei jedem Trainingslager dabei, trage die selben Trainingsklamotten und Präsentationsanzüge. Die Hauptarbeit in der Kommunikation mit den Spielern liegt beim Chef- und den Co-Trainern, während ich eher im Hintergrund bin. Für meine Arbeit ist es wichtig, die Denke des Trainers zu verstehen und seine Sprache zu sprechen.

Spürt der Videoanalyst Druck?

Ja, den gibt es - speziell zum Saisonende hin. Zum Beispiel in meinem ersten Jahr in Augsburg, als uns am letzten Spieltag ein 0:0 in Hoffenheim gereicht hat. Das war ein Zittern bis zur letzten Sekunde. Damals hätte die TSG mit einem Sieg auch noch die Champions League erreichen können. Jeder Klassenerhalt ist speziell.

Hat denn der SV Obererthal auch schon einen Vereinsausflug nach Augsburg gemacht?

Zum Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz in der letzten Saison kam ein ganzer Bus. Ich hatte die Möglichkeit, die Leute aus meinem Heimatort persönlich zu begrüßen - und es brachte Glück, wir gewannen 2:1.

Empfinden Sie Ihre Arbeit immer noch als etwas Besonderes?

Definitiv! Aber egal was man macht, irgendwann wird das Tagtägliche zur Normalität, auch wenn man sich einen solchen Job vielleicht nie hatte vorstellen können. Als Martin Schmidt der Trainer war, saß ich bei den Spielen auf der Spielerbank. Jetzt sitze ich auf der Tribüne und kommuniziere mit den Trainern über ein Headset. Das ist jetzt der Alltag, der für mich immer etwas Besonderes sein wird. Weil ich weiß, wo ich herkomme und wie speziell das Arbeiten im Bundesliga-Umfeld ist.