Wenn es passt, läuft Benedikt Brust, den alle nur Benny nennen, immer noch für seine Rot-Weißen in der Kreisklasse auf. Aber in Obererthal ist der 31-Jährige nicht mehr so oft - dafür regelmäßig in den Bundesliga-Stadien der Republik: als Videoanalyst des FC Augsburg. "Ich trete zwar kaum noch an den Ball, habe aber täglich mit Fußball zu tun. Das ist wohl die Entschädigung", sagt Benny Brust, der mit seiner Verlobten in Augsburg lebt. In seinem Heimatort ist er immer noch der Aufstiegsheld von 2010, als der Stürmer beide Tore erzielte zum 2:1-Sieg beim Verfolger TSV Münnerstadt, was den vorzeitigen Titelgewinn in der Kreisliga Rhön samt Aufstieg in die Bezirksliga bedeutete.

Wie wird man Video-Analyst bei einem Bundesliga-Verein?

Benny Brust: Nach meinem Sportmanagement-Studium habe ich bei der Firma Opta in München-Unterföhring gearbeitet. Das ist ein großer Anbieter von Sportdaten, über den ich bereits Kontakte zu Bundesligisten aufbauen konnte. Im Jahr 2016 kam dann eine SMS vom damaligen Augsburger Analysten, der mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, sein Nachfolger zu werden. Er wollte nämlich gemeinsam mit dem damaligen FCA-Coach Markus Weinzierl zum FC Schalke 04 wechseln. Ein Glücksfall für mich natürlich - drei Wochen später trug ich die FCA-Klamotten und habe seitdem unter Dirk Schuster, Manuel Baum, Martin Schmidt und jetzt Heiko Herrlich gearbeitet.