Der Start in die neue Handballsaison gestaltet sich, wie allseits befürchtet, extrem schwierig. Sieben Partien waren am vergangenen Wochenende zum Beispiel in der unterfränkischen Bezirksoberliga der Männer angesetzt. Ein einziges Spiel konnte tatsächlich über die Bühne gehen. Kurzfristig abgesagt wurde auch das Gastspiel der HSG Volkach in Bad Brückenau.

"Die Worte Corona und Covid-19 bestimmen nach wie vor unseren Alltag und natürlich auch unseren heiß geliebten Handballsport", macht Bad Brückenaus Coach Oliver Hilbert-Probeck klar. Ende September hatte der BHV sein umfangreiches Hygienekonzept veröffentlicht. "In einer internen Trainersitzung hielten wir es nicht für möglich, unseren Saisonstart mit einem Heimspiel durchführen zu können. Das Hygienekonzept vom BHV muss erst auf unsere Halle abgestimmt und angepasst werden. Und abschließend benötigen wir noch die Genehmigung von der Stadt. Damit wir etwas mehr Zeit gewinnen, haben wir das erste Heimspielspiel gegen die HSG Volkach verlegt", blickt Hilbert-Probeck auf turbulente Tage zurück.

Sehr viele Auflagen

Der Betreuer oder der Hygieneverantwortliche des Heimvereins muss spätestens zwei Tage vor dem Spiel eine E-Mail an den Gegner und die Schiedsrichter schicken mit umfangreichen Informationen wie: Name und Handynummer des Hygieneverantwortlichen, Parkmöglichkeiten, genaue Beschreibung des Wegs zum Eingang, Treffpunkt aller Spieler auf dem Parkplatz, Registrierung der Spieler, Betreuer und sonstiger Begleitpersonen über QR-Code oder schriftliche Dokumentation. Alle Spieler und Schiedsrichter müssen Mund-Nasen-Schutz tragen, bis sie tatsächlich mit dem Aufwärmen beginnen.

Die sogenannten "Wischer" müssen die ganze Zeit über Mund-Nasen-Schutz und Einweghandschuhe tragen. Für alle Besucher gilt in der Halle die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes. Erst am vorgesehen Sitzplatz darf die Maske abgenommen werden, falls dort der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Zuschauern eingehalten werden kann. Die tatsächlich zugelassenen Teilnehmerzahlen für Spieler, Betreuer und Funktionspersonal legt der Hallenbetreiber im individuellen Hygienekonzept der Halle unter Berücksichtigung des zur Verfügung stehenden Platzes und der Einhaltung des Mindestabstands außerhalb des Spielfelds fest.

"Trotz allem müssen wir nach vorne schauen. Am kommenden Sonntag sind wir zu Gast beim TSV Partenstein. Vergangene Saison konnten wir in Partenstein deutlich mit 22:34 gewinnen, aber im letzten Spiel der Saison 2019/20, vor dem Lockdown, erreichten wir gegen den personell verstärkten TSV lediglich ein Remis (25:25) in eigener Halle. Der TSV und die Green Boys aus Marktsteft sind für mich die Meisterschaftskandidaten für diese Saison", sagt FC-Coach Hilbert-Probeck.

Angesichts der vielen Fragezeichen hinsichtlich der bevorstehenden Saison hat sich die 2. Mannschaft der Herren aus dem Spielbetrieb abgemeldet. Die FC-Frauen werden hingegen mit zwei Teams ins Rennen gehen, eine Mannschaft startet in der Bezirksoberliga, die andere in der Bezirksklasse. Das Gleiche gilt für die Frauen der SG Garitz/Nüdlingen, die damit in beiden Ligen auf die Sinnstädterinnen treffen werden, was aufgrund des Derbycharakters und einer bewegten gemeinsamen Historie zu den Saison-Highlights zählen soll.

Nüdlinger Ungewissheiten

Auch die SG Garitz/Nüdlingen arbeitet an einem Hygienekonzept, damit die Handballer auf die Unterstützung ihrer Fans zählen können. Den Nüdlinger Herren droht unterdessen eine sehr ungewisse Saison nach dem freiwilligen Rückzug in die Bezirksklasse. Nur noch sechs konkurrierende Teams sind übrig gebliebent. Die Frauenmannschaft des TV/DJK Hammelburg startet am Wochenende in der Saaletalhalle gegen das Team des MHV Schweinfurt 09 in die Saison. Für die aufstrebende Meistermannschaft von der Saale sicherlich sofort ein echter Gradmesser.