TuS Feuchtwangen - FC Fuchsstadt 0:3 (0:1). Tore: 0:1 Johannes Feser (26.), 0:2 Patrick Stöth (73.), 0:3 Andreas Graup (79.).
Jubel rund um den Kohlenberg. In Feuchtwangen feierten nur die "Füchse", denn mit einem klaren Erfolg ist der Aufstieg in die Landesliga Nordwest perfekt. Ein Ziel, welches die FCler seit einigen Jahren anstrebten. "Das ist nicht nur ein wunderbares Abschiedsgeschenk für mich. Ich freue mich besonders für die Mannschaft, die dieses Ziel während der ganzen Saison nie aus den Augen verloren hat und selbst in kritischen Situationen immer mit großer Moral die Aufgaben angegangen ist", so FC-Coach Dirk Züchner.

Dessen Taktik, den Gegner, der nach der 1:3-Hinspielniederlage offensiv agieren musste, mit einer defensiven Grundeinstellung zu begegnen, ging voll auf. Die Mittelfranken erspielten sich trotz optischer Überlegenheit vor der Pause keine einzige klare Tormöglichkeit. Ein Kopfball von TuS-Kapitän Tobias Keilwerth sowie ein Schuss von Soner Basar, den Marc Rösler parierte, waren aus Sicht des nunmehrigen Landesliga-Absteiger die einzig nennenswerten Chancen vor dem Seitenwechsel vor 600 Zuschauern

In die Kabine marschierten die Gäste wesentlich beruhigter, sie hatten durch einen Treffer von Johannes Feser nach Ecke von Simon Bolz das erstrebte Auswärtstor bereits eingetütet. Feuchtwangen konnte man auch nach Wiederanpfiff das Bemühen um eine Resultatsverbesserung nicht absprechen, doch selbst zwei frische Offensivleute sorgten nicht für die Wende. Der Schuss von Andy Graup an die Unterkante der Latte (47.) hätte schon die Vorentscheidung sein können, die schließlich Patrick Stöth besorgte.

Als kurz darauf Andy Graup eine schöne Kombination mit einem Klasse-Außenrist-Schuss erfolgreich abschloss, durften die mitgereisten Fans erste Aufstiegsgesänge anstimmen. "Was heute aus Fuchsstädter Sicht abging, war einfach phänomenal", berichtete FC-Informant Willibald Kippes, "wir waren mit zwei Doppeldeckerbussen angereist, zusätzlich hatten sich noch hundert Fans privat auf die Reise gemacht". Der erfahrene Pressesprecher sprach von einem absolut verdienten Sieg. "Wir haben den Gegner in jedem der zwei Spiele deutlich im Griff gehabt und freuen uns darüber, nunmehr die höchstklassigste Mannschaft im Landkreis zu sein."
Feuchtwangen: Deeg - Häffner (46. Biegler), Arold, Schreiber, T. Beck - Basar, Schaller (59. Basli), Seyler (83. F. Beck), Keilwerth - Reichert, Lux.
Fuchsstadt: Rösler (81. Fella) - Heinlein, Plehn, Thurn, Bayer - Bold (71. Lieb), Höppner, Stöth, Bolz - Feser, Graup (81. Wahler).


Simon Bolz gewinnt den Torjägerpokal

Was war das eine tolle Saison für den FC Fuchsstadt: Vizemeister in der Bezirksliga Ost und über die Relegation in die Landesliga aufgestiegen. Als extra Zuckerl gab es für Simon Bolz den Torjäger-Pokal der Saale-Zeitung. In der abgelaufenen Saison ließ es der 28-jährige Linksfuß 23 mal krachen.

Wie viele Tore hattest Du Dir vorgenommen?
Ich habe mir keine Anzahl vorgenommen. Natürlich möchte ich in jedem Spiel am liebsten ein Tor schießen. Aber am Ende eines Spiels ist es wichtiger drei Punkte einzufahren. Dann ist es egal, wer die Tore schießt. Ich bereite auch sehr gerne Tore vor. Vor allem bei Spielern, welche mehr defensiv orientiert sind und dadurch nicht so häufig die Chance haben ein Tor zu erzielen.

Bist Du selbst überrascht von der hohen Quote? Warum hat das Deiner Meinung nach so gut geklappt?
Ja, ich bin überrascht von meiner hohen Quote! Die letzten Jahre hatte ich immer zehn bis 15 Tore am Ende einer Saison. Insgesamt mache ich mich wahrscheinlich nicht mehr so verrückt und bin in vielen Situationen nicht mehr so verbissen wie die Jahre zuvor. Liegt mit Sicherheit auch an meinem höheren Alter. Des Weiteren ist man ja auch auf seine Mannschaft angewiesen, die einen in die Situation bringt, ein Tor zu schießen. Ein Tor erzielt ein Spieler nie alleine. Es ist immer eine Verkettung von verschiedenen Situationen während einem Spiel und dabei ist die gesamte Mannschaft beteiligt.

Erinnerst Du Dich an ein besonderes Tor?
Ein besonderes Tor war diese Saison sicherlich mein Freistoßtor gegen Münnerstadt. Das war der 1:1-Ausgleich. Das Spiel haben wir am Ende noch 2:1 für uns entscheiden können durch ein Tor von Patrick Stöth kurz vor Spielende.

Auf welchen Fußballschuh schwörst Du?
Ich habe immer Schuhe von Adidas. Beim Modell schwankt es.

Wo liegen Deine Stärken?
Linker Fuß und Antritt.

Welcher Stürmer imponiert Dir? Und warum?
Thomas Müller finde ich einen faszinierenden Spieler. Bei seiner unkonventionellen Spielweise weiß man nie, was er als nächstes macht.

Du hast einen Wunsch frei: Wer soll neben Dir spielen? Warum?
Florian Übelacker. Leider hat er, aufgrund von Verletzungen, mit dem Fußballspielen bereits aufgehört. Wir kennen uns seit der Kindheit und sind sehr gute Kumpels.

Welche Schlagzeile würdest Du gerne mal über Dich lesen?
Gibt es keine!

Bleibst Du Deinem Verein treu?
Ja.

Blick auf die EM: Was traust Du unserer Mannschaft zu? Und wer wird Europameister?
Uns ist immer alles zuzutrauen. Dieses Jahr auch wieder der EM-Titel. Auch wenn die Qualifikation und Vorbereitung nicht so gut gelaufen ist. Das Halbfinale ist sicher drin. Danach ist auch viel Glück sowie die Tagesform ausschlaggebend. Gute Chancen auf den EM-Titel haben meiner Meinung nach noch Frankreich, Spanien und Belgien. Jürgen Schmitt