FC 05 Schweinfurt - Kickers Würzburg 1:4 (1:0). Tore: 1:0 Kristian Böhnlein (5.), 1:1 Leon Schneider (58.), 1:2 Saliou Sane (68.), 1:3 Daniel Hägele (85.), 1:4 Saliou Sane (90.+3).

Die Frühlingsgefühle des Tages blieben auch dann, als die Sonne längst hinter dem Horizont verschwunden war. Licht brannte ja, leuchtend hell im Sachs-Stadion. Und die Luft flirrte, zumindest im metaphorischen Sinne bei diesem ewig jungen Klassiker, der annähernd 3300 Fans ins traditionsreiche Rund gelockt hatte, darunter 700 Kickers-Fans. Als Favorit waren die Domstädter angereist und mussten gleich gehörig um den Gleichstand bangen beim Abschluss von Adam Jabiri, der sich quasi selbst in die Startelf rotiert hatte - mit Einverständnis seines Trainers freilich und offensiv unterstützt von Meris Skenderovic und Martin Thomann.

Noch besser wurde es Augenblicke später, als Kristian Böhnlein die Grün-Weißen in Führung schoss mit seinem Beinschuss gegen Kickers-Keeper Marc Richter, der Glück hatte, dass ein Thomann-Versuch zur Ecke abgefälscht wurde, die Abschlüsse von Böhnlein und Thomann am Gäste-Kasten vorbeizischten und Skenderovic im allerletzten Moment am Kopfball gehindert wurde. Als kurz vor dem Seitenwechsel Kevin Fery ebenfalls das Außennetz traf und Skenderovic sein Pfund zu hoch ansetzte, waren die Rothosen mit dem knappen Rückstand endgültig gut bedient.

Erstaunlich, wie harmlos der Drittligist im Spiel nach vorne blieb. Wohl auch deshalb, weil Kickers-Trainer Ralf Santelli den zuletzt überzeugenden Marvin Pourie auf der Bank gelassen hatte. Saliou Sane war als zentraler Stürmer zu oft auf sich allein gestellt. Das alles unter den Augen der Regionalliga-Mannschaft des TSV Aubstadt samt Trainer Victor Kleinhenz. Noch näher am Geschehen war Alexander Arnold, denn der Schiedsrichter-Obmann aus Langenleiten war als Assistent Teil des Schiedsrichter-Gespanns.

Mit Pourie starteten die Würzburger in Halbzeit zwei, aber großartig dominant wurde die Santelli-Elf damit nicht - um nach einer Stunde doch zuzuschlagen, als die 05er im Strafraum zu nachlässig agierten im Anschluss an eine Ecke. Aus nächster Nähe überwand Leon Schneider FC-Keeper Luis Zwick. Jubel im Kickers-Block, wo leider auch Pyro-Technik gezündet wurden. Im abziehenden Bengalo-Nebel waren die Gäste kurz darauf erneut zur Stelle, per Kopf von Saliou Sane - und wieder brannte es im Rothosen-Block, was eine Unterbrechung zur Folge hatte. Es drohte ein Spielabbruch, während Tobi Strobl mit ersten Wechseln für neue offensive Akzente sorgen wollte, während aus dem Schweinfurter Block ein trotziges "Auf geht"s Schweinfurt, kämpfen und siegen" schallte.

Längst hatten sich die Kräfteverhältnisse auf dem Feld gedreht. Mit dem dritten Würzburger Treffer, erzielt von Daniel Hägele, war das Pokalduell entschieden, auch wenn sich der FC 05 wehrte mit dem Thomann-Schlenzer, dann aber nach einem Konter gar das 1:4 kassierte. Am Ende hatte sich der Favorit zur rechten Zeit seiner Stärken besonnen. Damit treffen die Würzburger Kickers im Halbfinale des Totopokals am 26./27. März auf den gastgebenden Regionalligisten FV Illertissen.

FC 05: Zwick - Billick (79. Suljic), Haas, Rinderknecht, Grözinger (69. McLemore) - Fery, Böhnlein, Kraus, Thomann, Skenderovic (64. Pieper) - Jabiri.