HSC Bad Neustadt-Rhön - HC Elbflorenz Dresden 24:34 (11:15).

Der HSC Bad Neustadt hat sein Heimspiel gegen den Titelaspiranten HC Elbflorenz hoch mit 24:34 (11:15) verloren - wie schon das vorherige Heimspiel gegen den TV Großwallstadt mit zehn Toren Differenz. Doch im Vergleich zur Partie gegen Großwallstadt war eine Leistungssteigerung erkennbar. "Trotzdem kotzt es uns alle an, dass wir wieder so hoch verloren haben", ärgerte sich nach dem Abpfiff nicht nur Rechtsaußen Jan Wicklein, der aber neidlos anerkannte, dass Elbflorenz verdient gewonnen hatte.

Dass die Hoffnung der Gastgeber schon vor dem Anwurf nicht besonders groß war, bewies die Anfangsformation, wo mit Adam Pal auf der halbrechten Position ein bisheriger Ersatzspieler auflief. "Ich wollte die Mannschaft schonen", so die Erklärung von Coach Margots Valkovskis, der ganz bewusst dem angeschlagenen Gary Hines Pausen gewährte und vornehmlich in der Verteidigung einsetzte. Die Hausherren gingen durch Jan Wicklein in Führung. Nach dem ersten Siebenmeter für den Gast, den der im Konterspiel überragende Tim-Philip Jurgeleit sicher verwandelte, brachte Pal seine Farben nochmals, aber auch zum letzten Mal, in der zweiten Minute mit 2:1 in Führung. Beide Kontrahenten standen in dieser Phase in der Deckung nicht sicher, sechs Treffer nach drei Minuten sind außergewöhnlich viel.


Schnörkellose Konter

Es folgten erste Fehler. So wussten die Gastgeber eine Zeitstrafe gegen Arseniy Buschmann nicht zu nutzen, weil der indisponierte Vilim Leskovec einen Fehlpass produzierte und Franziskus Gerr wegen eines Stürmerfouls zurückgepfiffen wurde. Solche Schnitzer bestraften die Dresdner nicht nur da, sondern über die gesamte Spielzeit hinweg mit schnörkellosen Kontern. Sie deckten die Schwächen im Rückzugsverhalten des HSC schonungslos auf. Insgesamt zehn Kontertore erzielten die Gäste, wobei sich der baumlange Rico Göde, Jurgeleit und später René Boese hervortaten.

Als Gerr mit einem Lattentreffer den Anschlusstreffer verpasste, sorgte Gabriel de Santis für die erstmalige Drei-Tore-Führung des Favoriten. "Was mir dann überhaupt nicht gefallen hat, war unser Deckungsverhalten im Innenblock", kritisierte Gästecoach Christian Pöhler. "Wir haben zu viele Anspiele an die Kreismitte nicht unterbinden können." Tatsächlich und überraschend, denn das war im bisherigen Saisonverlauf eher kein Erfolgsrezept des HSC, wurde das Heil in der Offensive fast ausschließlich über den zentralen Offensivbereich gesucht. Ab dem Zwischenstand von 7:4 kam Sand ins Getriebe des Tabellenzweiten, Konstantin Singwald, Gerr und Grünert glichen zum 7:7 aus.


Der Gegner zieht davon

Doch die Rot-Weißen ließen sich von den Unsicherheiten im Spielaufbau des Gegners anstecken. Zwei Fehlpässe später - HSC-Mannschaftskapitän Maximilian Schmitt hatte insgesamt keinen guten Tag erwischt - jubelten Boese und Jurgeleit über eine 9:7-Führung. Der Gast setzte sich ab, nach dem 12:9 trafen sich die Rot-Weißen zur ersten Auszeit. Das Gespräch an der Außenlinie läutete keine Wende ein, weil Felix Wolf eine gute Gelegenheit vergab, und Singwald, der in Angriff und Abwehr ein intensives Programm zu absolvieren hatte, ein Fußfehler unterlief. Elbflorenz zog auf 14:9 davon. Die erste Halbzeit endete aus Sicht der Badestädter mit einem Vier-Tore-Rückstand und einer Zeitstrafe für Margots Valkovskis. Dass diese zu Beginn des zweiten Durchgangs noch nicht abgelaufen war, wurde übersehen, weswegen der Coach noch einmal eine Zwangspause absitzen musste. Dieser Fauxpas sollte zum Symbol des weiteren Verlaufs werden, in dem die HSCler zunehmend fahriger agierten, ungeduldig abschlossen und den Gäste-Keeper so zum Mitgaranten des zehnten HC-Sieges in Folge machten.

Die HSC-Treffer erzielten: Jan Wicklein (6/4), Matthias Grünert (6), Konstantin Singwald (4), Vilim Leskovec (2), Margots Valkovskis (1), Gary Hines (1), Timo Riesenberger (1), Benedikt Kleinhenz (1), Adam Pal (1), Franziskus Gerr (1).