TV/DJK Hammelburg - ASV Dachau 3:0 (25:20, 25:9, 25:18).
"Hammelburger Jungs, Hammelburger Jungs, wir sind alle Hammelburger Jungs." Singend und im Kreis tanzend wurde der deutliche Sieg mit den wieder zahlreich erschienen Fans gefeiert, die sich alle erhoben hatten, um ihrem Team mit lang anhaltendem Beifall für die tolle Vorstellung zu danken.


Dzafic genesen

Der Star ist die Mannschaft, das ist in Hammelburg keine leere Floskel, das ist jederzeit spürbar. Beispiel gefällig? Trainer Tado Karlovic verriet vor dem Spiel, dass Zusteller Aldin Dzafic wieder einsatzfähig war. "Nach Röntgen und MRT war klar, dass an der Hand nichts gebrochen war.
Da habe ich ihm als Physiotherapeut die Knochen etwas durcheinander gebracht, und er hatte die nötige Sicherheit, dass nichts passieren kann", verriet er lachend, um anschließend mit der Aussage zu überraschen, dennoch mit Olli Möller als Zusteller zu beginnen. "Er hat sich im Training voll reingehängt und die Bewegungsabläufe mit den Mitspielern passen." Teamspirit.
Der zuvor noch als Damen-Coach gestresste Möller enttäuschte seinen Trainer nicht, ist Teil einer schon im ersten Satz wie geschmiert laufenden Hammelburger Maschinerie. Und Aldin Dzafic feuerte mit den anderen Einwechselspielern Friedrich Fell, Oscar Benner und Lorenz Karlitzek pausenlos an. Teamspirit.
Die Jungs von der Saale lagen ständig vorne, mit einer Aufschlagserie von Michi Schottdorf glückte der vorentscheidende Vorsprung. Auch im zweiten Satz begann Olli Möller, für Dachau zeichnete sich ein Debakel ab. Mit einer unglaublichen Serie von zehn Hammer-Aufschlägen schoss Kapitän Felix Bendikowski die Gäste förmlich aus der Halle. Der Zwischenstand von 18:4 ließ sich selbst gestandene Volleyball-Experten verwundert die Augen reiben. Der einstige Hammelburger Spitzenspieler Heiko Marx, der mit dem TSV Milbertshofen sogar Deutscher Meister wurde, war aus Zürich angereist und von den Gästen enttäuscht. "25:9, das darf in dieser Spielklasse nicht passieren. Da ergreift keiner der Routiniers die Initiative, Dachau fehlt jegliche Durchschlagskraft." Nach dem 17:4 kam übrigens Aldin Dzafic für Olli Möller ins Spiel. Viel Beifall von den Rängen.
Wer damit rechnete, dass sich die Einheimischen von der zehnminütigen Pause nach dem zweiten Satz aus dem Rhythmus bringen lassen würden, wurde - zumindest aus Hammelburger Sicht - angenehm überrascht. Wie schon in den beiden Sätzen zuvor, gaben die Jungs von der Saale nicht einmal die Führung aus der Hand. Bei Dachau fehlte zwar der etatmäßige Libero Martin Gabriel Carinelli Marconi, der von dem Hund eines Nachbarn gebissen worden war, doch sein Vertreter war einer der besten Dachauer, die an diesem Abend chancenlos waren.


Radman zum MVP gewählt

"Das war ein unglaublich starkes Spiel meiner Mannschaft, von Beginn an waren die Jungs voll bei der Sache. Ich bin stolz auf diese Leistung", resümierte Trainer Tado Karlovic. Besonders hat ihm gefallen, dass die Konzentration hoch gehalten wurde. "Das geht im Volleyball ganz schnell und das Spiel läuft anders." Aufschlag, Annahme, Block und Angriff - sein Team hatte an diesem Abend keine Schwachstelle. Überragend aus Sicht des Dachauer Trainers war Mario Radman, der zum wertvollsten Spieler des Matches (MVP) gewählt wurde. "Das ist ganz selten, dass ein Mittelblocker am Netz so viele direkte Punkte macht", war auch Tado Karlovic beeindruckt. Doch eigentlich standen in diesem Spiel auf Hammelburger Seite nur MVPs auf dem Feld.