ESC Haßfurt - EC Kissinger Wölfe (Sonntag, 18.30 Uhr)

Nur fünf Trainingseinheiten auf dem Eis sind definitiv zu wenig für das Derby gegen Haßfurt am Sonntag. Da sind sich sowohl Michael Rosin, Vorsitzender der Kissinger Wölfe, als auch Trainer Mikhail 'Nemo' Nemirovsky einig. Drei Mal ging es bisher in Lauterbach, ein Mal in Schweinfurt und ein Mal in Sonneberg aufs Eis. "Wir sind bisher nur hin und her gefahren, um zu trainieren, das bedeutet viel Stress", sagt Nemirovsky und meint damit sowohl den körperlichen Stress, als auch den für den Kopf. Bei der jüngsten Trainingseinheit in Sonneberg gab es für einige Spieler sogar die erste Eisberührung in dieser so dürftigen Vorbereitung, ab Montag soll sich das laut Rosin aber ändern.
Denn ab da soll es dreimal die Woche in Bad Kissingen aufs Eis gehen, um wieder in das reguläre Training einsteigen zu können.
Nach der Umstrukturierung der Kissinger Wölfe mit vielen Abgängen muss sich das Team erst noch finden. Deshalb stehen die Verantwortlichen vor einem Dilemma: Ein Zusammenspiel benötigt Trainingseinheiten. Die hatten die Wölfe nur unzureichend, zumal laut Nemo meist nur die halbe Mannschaft trainieren konnte. "Wir versuchen uns da natürlich noch zu steigern", so Nemirovsky. Doch kurzfristig waren keine Testspiele und auch nicht mehr Eiszeiten, beispielsweise in Haßfurt, zu bekommen. "Zumindest sind die Spieler, die bisher da sind, alle fit", ergänzt Rosin. Die bisher da sind - tut sich da wohl noch etwas in Sachen Kaderplanung? "Die Wechselfrist endet erst am 15. Oktober. Das heißt, es werden definitiv noch Spieler dazukommen", so Rosin. Einen Neuzugang wird es sogar ziemlich sicher in jüngster Zeit noch geben, aber ob der schon gegen Haßfurt spielbereit sein wird, da hält sich der Vorsitzende zurück: "Das soll auch für die Haßfurter eine Überraschung bleiben", sagt Rosin. Nur so viel verrät er: "Er hat schon international gespielt." Apropos Neuzugänge: Zwei Sponsoren aus Bad Kissingen hat Rosin in dieser Woche noch an Land gezogen.


Ein Schritt nach dem anderen

Es sind kleine Schritte, die nacheinander gemacht werden müssen. Der Nächste sei der Termin mit der Stadt bezüglich der Kissinger Eishockey-Zukunft, der klären soll, ob der Sport in der Stadt überhaupt haltbar ist. Auch einer möglichen Schließung der Eishalle soll dabei entgegengewirkt werden. "Ich denke, dass wir für jede Herausforderung gemeinsam Lösungen finden werden", ist Rosin aber zuversichtlich. Doch zunächst steht das erste Saisonspiel in Haßfurt an.
Dass der Gegner dabei bereits am Freitag Abend in Nürnberg antritt, sieht Nemirovsky als Haßfurts großen Vorteil: "Der Gegner hat dann Spielerfahrung und wird von seinem Rhythmus profitieren, außerdem ist das deren erstes Heimspiel. Wir müssen also realistisch bleiben." Seine Mannschaft sei dem Team der Haßfurter sechs Wochen hinterher, der Gegner konnte zudem Testspiele mit der ganzen Mannschaft absolvieren. "Wir werden natürlich unser Bestes geben, aber wir brauchen ganz viel Glück, um dort zu bestehen", sagt der Trainer. Sein Gegenüber beim ESC, Trainer Martin Reichert, bezeichnet die Kissinger Wölfe als "im Augenblick unberechenbar."
Mit Eugen Nold, Michael Stach und Michael Tscherepanow stehen sogar drei Ex-Haßfurter im Kader von Nemirovsky. "Bei Torwart Tscherepanow muss man sehen, wie er sich auf dem Eis entwickelt, er soll in Bad Kissingen vor allem Spielpraxis sammeln", erklärt Rosin, "Aber Stach muss einen ganz guten Eindruck beim Trainer gemacht haben." Auch für Rosin ist das Spiel gegen den ESC unvorhersehbar: "Das kann man nicht beurteilen, jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden. Wir lassen es auf uns zukommen, aber eigentlich bin ich guter Dinge. Wir versuchen natürlich, in der Liga mitzuspielen." Den Aufstieg hat Michael Rosin wegen der Umstrukturierung aber definitiv ausgeschlossen.


Hauptsache keine Verletzungen

Für Nemirovsky zählt vor allem, dass sich seine Spieler keine Verletzungen holen. Haßfurts Trainer Reichert dagegen will ein sportliches Glanzlicht seiner Mannschaft sehen. Spannend wird das Derby also in jedem Fall. "Wir würden uns über Auswärtsfans in Haßfurt sehr freuen, denn unser Eishockey lebt von der Unterstützung der Fans", hofft Rosin auf Kissinger Beistand beim ESC.