Zwei Alphatiere auf der Kommando-Brücke des SV Aura. Hört sich kompliziert an, muss es aber nicht sein. "Von meiner Seite aus könnte es schon morgen losgehen. Ich freue mich total", sagt jedenfalls Thomas Lutz. Und meint damit die Zusammenarbeit mit David Böhm, die zur neuen Saison starten wird. Bis dahin wird Lutz weiter ein Trainergespann mit Christof Sauer bilden, der allerdings seinen Rückzug für den Sommer 2021 aus privaten Gründen angekündigt hat.

"Ich bin jetzt 15 Jahre Spieler der ersten Mannschaft und seit vier Jahren Trainer. Und ich habe das Gefühl, etwas abgestumpft zu sein. Man will doch als Kicker auch selbst immer mal wieder frischen Wind haben", sagt der Ur-Auraer, der in seiner noch jungen Trainer-Karriere bereits beachtliche Erfolge bei seinem Heimatverein vorzuweisen hat mit Meisterschaft und Aufstieg sowie dem Erreichen des Totopokal-Finales. "Wenn die Mannschaft neue Impulse bekommt, ist das genau richtig. Auf die faule Haut legen werde ich mich aber sicher nicht. Kann ja sein, dass das neue Trainergespann noch etwas mit mir anzufangen weiß", so B-Lizenz-Inhaber Sauer.

"Sofort zuschlagen"

Die Suche nach einem Nachfolger hatte der Verein um Abteilungsleiter Daniel Sauer mit Rückendeckung von Thomas Lutz betrieben. "Aufgrund meiner beruflichen Beanspruchung wollte ich das Traineramt nicht alleine übernehmen. Ich habe den Verantwortlichen auch dazu geraten, sich nach einem Spielertrainer umzuschauen, der die Mannschaft nach vorne bringt. Als David ins Spiel gebracht wurde, konnte es nur heißen: sofort zuschlagen", so Lutz.

Sportlich läuft es mehr als ordentlich für den SV Aura, der in der Kreisklasse Rhön 1 Tabellen-Siebter ist mit 27 Punkten. Und damit sieben 15 Zähler Abstand hat auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Bei nur noch sieben ausstehenden Spielen ist der Klassenerhalt damit reine Formsache - und dennoch etwas ganz Besonderes, weil die Auraer bislang nach jedem Aufstieg wieder abgestiegen sind. Vom Image einer Fahrstuhl-Mannschaft wegzukommen, ist also das erklärte Ziel, das mit einem David Böhm als Anführer auf dem Platz sicher noch etwas einfacher zu realisieren ist. "David kann aggressiv pushen und Spieler auf dem Platz führen. Das braucht die Mannschaft. Auch für mich wird das sehr spannend sein, wie sich unsere relativ junge Truppe weiterentwickeln kann", sagt Thomas Lutz. Gleichberechtigt sind beide Trainer, die dennoch unterschiedliche Schwerpunkte setzen und diese zielorientiert zusammenführen wollen.

Austausch der Vorstellungen

"Als der SV Aura erstmals auf mich zugekommen ist und die Situation geschildert hat, musste ich mir erst einmal Gedanken machen, wie das laufen könnte. Inzwischen habe ich mich mit Thomas getroffen, um unsere Vorstellungen auszutauschen. Meine Teams waren bisher immer eher offensiv eingestellt, Thomas mag es wohl, sich taktische Feinheiten auszudenken. Die Aufgabe ist jedenfalls reizvoll, und da interessiert mich auch nicht die Liga, in der der SV Aura spielt", sagt der 36-jährige David Böhm, derzeit noch in Diensten des Bezirksligisten FC Westheim.