SV Obererthal - Bastheim /Reyersbach (Samstag, 17.30 Uhr, Wildflecken)
"Wir hatten eine ziemlich starke Rückrunde. Aber leider hat es nicht mehr ganz zum direkten Klassenerhalt gereicht", sagt Obererthals Spielertrainer David Böhm. Am Ende hatte auch der 2:0-Heimerfolg durch den Doppelpack von Felix Heid gegen den bereits abgestiegenen FC Hammelburg nichts mehr genutzt. Die Rot-Weißen aus Obererthal landeten nach einer wechselhaften Saison in der Kreisklasse Rhön 1 auf dem Relegationsplatz gegen den Abstieg. Punktgleich mit dem BSC Lauter und dem SV Morlesau/Windheim wohlgemerkt. Während man den direkten Vergleich gegen den Ballsportclub aus Lauter gewonnen hätte, reichte es für den SVO in einem ungewöhnlichen Dreier-Vergleich der 30-Punkte-Mannschaften nur für den dritten Platz. Zweimal hatte die Elf von David Böhm in der zurückliegenden Saison gegen den Aufsteiger aus Morlesau und Windheim den Kürzeren gezogen, das sollte sich zum Finale hin bitter rächen. Erschwerend kam hinzu, dass der BSC Lauter im abschließenden Fernduell gegen den Abstieg einen krachenden 6:1-Auswärtserfolg am Männerhölzlein in Wollbach feierte. Das sorgte für Schockstarre und Ernüchterung im Lager der Rot-Weißen. Eine versöhnliche Erklärung von Steffen Schmitt, Abteilungsleiter des TSV Wollbach, folgte auf dem Fuße: "Es klingelte viel zu schnell und wir brachen zusammen. Die Leistung tut mir leid, vor allem, weil es das letzte Spiel unseres Trainers Thorsten Ziegler war."

Nun also müssen die Rot-Weißen nachsitzen und im Wildfleckener Helmut-Patzke-Stadion ihr Glück in der Relegation versuchen. Es wird das vorerst letzte Spiel von Goalgetter David Böhm (25 Saisontreffer) im rot-weißen Leibchen sein, dessen Wechsel nach Westheim unter Dach und Fach ist. Der technisch versierte Spielertrainer ist bis dato die Lebensversicherung des SV gewesen. Auch der Abschied von Abteilungsleiter Manfred Rüth, der bei den Rot-Weißen quasi das Mädchen für alles war, steht bereits fest. Der SV Obererthal, der sich einst aufgrund von gravierenden Personalsorgen als Absteiger der Bezirksliga in die B-Klasse Rhön 1 umgruppieren ließ, steht so oder so vor einem gewaltigen Umbruch.


Keine Langeweile für den Trainer

"Ich bin zuversichtlich. Wenn wir unsere guten Leistungen aus der Rückrunde bestätigen können, dann sollte es doch noch klappen", sagt Böhm. "Für mich ist es natürlich ein ganz spezielles Spiel. Ich möchte mich mit dem Klassenerhalt aus Obererthal verabschieden. Möglichst nach 90 Minuten." Personell sind die Rot-Weißen aktuell gut aufgestellt. "Wir haben zwar ein paar angeschlagene Spieler. Aber im Großen und Ganzen sind alle Mann an Bord." Mit dem Gegner aus Bastheim hat sich der SV nur wenig beschäftigt. "Die Mannschaft ist absolutes Neuland für uns. Wir kennen die Spieler leider gar nicht. Daher müssen wir uns auf unsere Stärken konzentrieren und versuchen, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken. Nachspielzeit und Elfmeterschießen müssen wir uns unbedingt ersparen." Für David Böhm wird es übrigens gleich zweimal spannend am Wochenende, weil auch sein neuer Verein FC Westheim in die Relegation geht. Die "Waster" allerdings spielen um den Aufstieg in die Kreisliga. Langweilig wird es dem Top-Scorer also nicht.

Durch einen 2:1-Heimsieg am letzten Spieltag gegen die SpVgg Sulzdorf hatte sich die TSG Bastheim/Reyersbach in der A-Klasse Rhön 3 den Aufstiegs-Relegationsplatz vor der punktgleichen SG Oberelsbach/Ober-Unterwaldbehrungen aufgrund des gewonnenen direkten Vergleiches (2:1, 1:1) gesichert. "Jetzt werden wir alles daran setzen, eine überragende Saison noch mit dem Aufstieg zu krönen", so Abteilungsleiter und Coach Alexander Sawade. Sebastian Schmitt

TSV Nordheim/Rhön - FC Westheim (Sonntag, 15 Uhr, in Waldberg)
"Wenn man so weit gekommen ist und noch eine Aufstiegschance hat, will man diese natürlich wahrnehmen", erklärt FC-Coach Oliver Scholz vor dem Aufeinandertreffen mit dem Kreisligisten am Sonntagnachmittag in Waldberg. Die Chancen seiner Elf schätzt er auf fünfzig-fünfzig ein. "Entscheidend wird wohl die Tagesform sein und wie wir die gefährlichen TSV-Angreifer um Johannes Fischer in den Griff bekommen." Dabei zeigten sich die "Waster" am letzten Spieltag in Torlaune, sie überholten nach dem 7:0-Erfolg in Reiterswiesen noch die DJK Schondra, der Gegner Nordheim kassierte dagegen eine hohe 3:9-Niederlage gegen den VfL Spfr. Bad Neustadt. "Beim Halbzeitstand von 2:2 und der klaren Führung des SV Burgwallbach/Leutershausen in Untererthal war klar, dass wir auf jeden Fall auf Rang Elf bleiben", erzählt Spielertrainer Dominik Baumüller rückblickend. "Da hat es dann bei einigen meiner Spieler in der zweiten Halbzeit an der nötigen Konzentration gefehlt und das hat der VfL gnadenlos bestraft."


Leistungsträger aus Kiel

Die Scholz-Elf war dagegen trotz hoher Führung nicht zu bremsen, angetrieben von Yanik Pragmann, mit 19 Treffern zweitbester Schütze der Kreisklasse 1, und Niklas Siekmann spielten sich die FCler in einen Rausch. Der 23-jährige Siekmann, seit der Winterpause in Hammelburg bei der Bundeswehr stationiert, spielt eigentlich für einen Kieler Verbandsligisten, in Westheim besitzt er ein Zweitspielrecht. "Aufgrund seiner Erfahrung und seines technischen Könnens hat er sich sofort zu einem Leistungsträger aufgeschwungen. Er spricht recht viel mit seinen Nebenleuten, dirigiert diese und hat auch den notwendigen Drang Richtung gegnerischen Strafraum", freut sich sein Coach. Vor allem das Zusammenspiel mit Pragmann funktionierte im Saisonverlauf prächtig", sagt sein Trainer. Dieser geht hoffnungsvoll in die Partie: "Wir haben nichts zu verlieren, können in personeller Hinsicht aus dem Vollen schöpfen und sehen das Match als Bonus, weil wir vor Saisonbeginn eigentlich keine Aufstiegsambitionen hatten."


Erfahrung in der Relegation

Doch der Gegner Nordheim/Rhön hat schon Erfahrung in der Relegation. Bereits vor einem Jahr, in der Saison 2015/16, wurde der Klassenerhalt erst durch einen 2:1-Sieg gegen die SG Windshausen/Brendlorenzen geschafft.

Hinter dem TSV Nordheim liegt eine aufregende Saison mit Höhen und Tiefen. Bis zum vorletzten Spieltag durften sie noch darauf hoffen, den Klassenerhalt auf direktem Weg zu schaffen, doch nach der 1:3-Niederlage in Bad Brückenau und den Ergebnissen der anderen abstiegsbedrohten Teams, blieb nur der Relegationsplatz. Diesen hätte das Trainer-Duo Dominik Baumüller/Johannes Fischer vor Saisonbeginn wohl sofort unterschrieben, zumal fünf Stammspieler dem Verein aus den unterschiedlichsten Gründen den Rücken gekehrt hatten.
Der Partie gegen den FC Westheim sieht Dominik Baumann mit dem nötigen Respekt, aber durchaus optimistisch entgegen. "Zwei Späher von uns waren am letzten Spieltag in Reiterswiesen beim 7:0-Sieg der Westheimer. Die haben in der Offensive jede Menge Qualität, da müssen wir auf der Hut sein." Das jüngste 3:9-Debakel gegen den VfL Bad Neustadt ist mittlerweile abgehakt. Nordheim muss am Sonntag verletzungsbedingt auf jeden Fall auf Pascal Müller und Ferdinand Fischer verzichte, auch hinter dem Einsatz von Dominik Baumüller steht berufsbedingt ein dickes Fragezeichen. Peter Balthasar/spion