Kissinger Wölfe - EHC Bad Aibling 7:3 (2:0, 2:2, 3:1).
Michael Rosin musste nicht lange nachdenken. "Nein. Das habe ich nicht für möglich gehalten. Primäres Ziel war schließlich der Klassenerhalt", sagte der Wölfe-Vorsitzende bei einem Feierabend-Bier im Kreis des Fanclubs "Lenzenberg".

Erstaunliches hatte sich schließlich zugetragen an diesem Abend. Erfreulich genug, dass die Wölfe nach den Mighty Dogs auch die Aibdogs geschlagen hatten. Für die eigentliche Verblüffung sorgte aber der 3:2-Erfolg des Tabellenletzten TSV Farchant im Penaltyschießen beim EV Dingolfing, der damit tatsächlich die Tabellenführung im letzten Zwischenrunden-Spiel abgeben musste. Punktgleich mit den Isar Rats sind die Kissinger Wölfe, die aber das deutlich bessere Torverhältnis haben. Bereits am Freitag (20 Uhr) treffen die Kurstädter in ihrem ersten Playoff-Spiel vor eigener Kulisse auf den EV Pfronten, den Tabellenvierten der Parallelgruppe. Nur vier Siege haben die "Falcons" aus ihren zehn Spielen der Zwischenrunde geholt, damit halb so viele wie die Wölfe. Daraus allerdings eine Favoriten-Rolle im Duell mit dem Ex-Oberligisten abzuleiten, wäre ebenso vermessen wie überheblich. Aber die Form passt. Und die Spielfreude. Auch der auf dem Eis oft so verbissen wirkende Mikhail Nemirovsky trug zur allerbesten Unterhaltung bei. Hinter dem Bad Aiblinger Tor stehend, lupfte der Spielertrainer der Wölfe den Puck über den EHC-Goalie auf Viktor Ledin, dessen Volleyabnahme leider nicht gelang. "Wenn es das Spiel hergibt, wollen wir den Fans schon etwas bieten. Unter dem Strich ist mir das Ergebnis aber wichtiger als solche Aktionen", wollte Nemo seine raffinierte Einlage nicht überbewertet wissen.


Szenenapplaus

Dennoch, und nicht nur in dieser Szene, gab es Szenenapplaus von den 250 Fans. Die sahen einen starken Start ihrer Mannschaft mit frühen Treffern durch die Einzelleistung von von Eugen Nold (7.) und den Abstauber von Chad Evans (8.) nach dem Schuss von Rami Heikkilä. Der Finne musste diesmal mit Marc Hemmerich Überstunden auf der Verteidiger-Position leisten aufgrund der krankheitsbedingten Ausfälle von Niko Grönstrand und Simon Eirenschmalz, die aber bis Freitag wieder fit sein sollten.
Das Tor hütete diesmal Timo Jung, der stark begann, im Mitteldrittel aber zweimal binnen zwei Minuten den Puck passieren lassen musste (26., 28.). Kurz zuvor hatte Heikkilä den dritten Kissinger Treffer erzielt. Mehr Treffer fielen nicht, weil der erneut starke Donatas Vitte den Aiblinger Pfosten traf und Timo Jung wieder schnelle Hände hatte.

Das Gute-Laune-Eishockey fand im Schlussdrittel seine Fortsetzung. Jeweils in Überzahl erhöhten Eugen Nold (45.) und Vitte (55.) nach prima Kombinationen, ehe Heikkilä (59.) mit einem Waffenschein pflichtigen Schlagschuss zum Endstand traf. "Wichtig war, dass wir keine dummen Strafen kassiert haben und sich keiner verletzt hat. Das Spiel war ein gutes Training für die Playoffs. Da heißt es wieder arbeiten und Zweikämpfe gewinnen", fordert Nemirovsky Malocher-Qualitäten. Derweil machte Michael Rosin weitere Andeutungen in Sachen Eishalle. "Die Konzepte der Investoren sind gut. Nächste Saison könnte hier was ganz Besonderes entstehen. Dann dürfen wir größer denken."


Kommentar

Freitag. Die Kissinger Wölfe gewinnen vor über 1000 Fans in Schweinfurt das Derby gegen die Mighty Dogs. Samstag. Hammelburgs Volleyballer triumphieren bei den zuletzt so starken L.E. Volleys aus Leipzig, holen wichtige Punkte im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Sonntag. Mit dem Sieg über Bad Aibling sichern sich die Kissinger Wölfe den ersten Platz der Zwischenrunde. Und nächstes Wochenende? Sollten sich alle Sportfans der Region freihalten, um die local heroes zu unterstützen. Freitag. Erstes Playoff-Spiel der Kissinger Wölfe gegen die Falcons aus Pfronten. Samstag. Abstiegsgipfel bei den Hammelburger Volleyballern in der Saaletalhalle gegen Dresden. Finnische Tage obendrauf, weil mit Rami Heikkilä, Niko Grönstrand und TV/DJK-Zuspieler Kasper Vuorinen tatsächlich drei Könner aus Suomi ihre Mannschaften verstärken. Warum nicht die Kräfte bündeln? Gemeinsam für Spitzensport im Landkreis. Alle für eine volle Halle.