Der umstrittene Investor Lars Windhorst, das Klinsmann-Intermezzo, die Kalou-Affäre und vor wenigen Tagen die Berufung von Jens Lehmann in den Aufsichtsrat: Der selbst ernannte "Big City Club" Hertha BSC Berlin wird seinem Beinamen zumindest außerhalb des Rasens und nicht immer ganz freiwillig voll gerecht.

Mittendrin sind dabei mit Niklas Stark (geboren in Neustadt an der Aisch) und Marius Wolf (Coburg) auch zwei gebürtige Franken. Anfang April gerieten die beiden fränkischen Profis mit den höchsten Marktwerten selbst in die Schlagzeilen, nachdem sie Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatten. Stark und Wolf mussten 14 Tage in häusliche Quarantäne. Kurios, da die beiden erst wenige Tage auf "freiem Fuß" waren, denn zuvor war bereits das komplette Hertha-Team nach der Erkrankung von Abwehrspieler Maximilian Mittelstädt isoliert.

Nach dieser komplizierten Phase und dem Skandal-Video von Angreifer Salomon Kalou dürfte die Erleichterung in der Hauptstadt riesig gewesen sein, nachdem alle Corona-Tests negativ ausgefallen waren. Eben jenen Kalou hatte der Coburger Wolf zu Saisonbeginn auf der rechten Angriffsseite aus der Startelf verdrängt - damals noch unter Trainer Ante Covic. Danach folgten Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri, ehe "Allzweckwaffe" Bruno Labbadia im April die Alte Dame übernahm. Wolf, der im September 2019 vom BVB nach Berlin ausgeliehen wurde, erlebte also in acht Monaten bei der Hertha sage und schreibe vier Cheftrainer. Unter Labbadia will er sich in die Stammelf, der er unter Klinsmann nicht immer angehörte, zurückkämpfen.