Wieder um 16 Uhr, wie in Großbardorf üblich, erfolgt der Anpfiff der Partie des Tabellenführers der Bayernliga Nord gegen die zweite Vertretung des Regionalligisten, die sich zuletzt gegen Don Bosco Bamberg mit 2:1 durchsetzte, während sich die Schützlinge von Trainer Dominik Schönhöfer im Derby in Würzburg mit einem 1:1 begnügen mussten. Dennoch war der TSV-Coach zufrieden mit den Seinen: "Sie haben ein gutes Spiel abgeliefert. Vor allem in den ersten 45 Minuten, während in der zweiten Halbzeit die Würzburger stärker waren. Deshalb muss man, wie das Match verlaufen ist, mit diesem Unentschieden zufrieden sein." Ins gleiche Horn stößt Daniel Kornagel, der auf der rechten Abwehrseite der Bardorfer agierte. "Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. Anscheinend haben wir aber gedacht, dass es nach dem Wechsel so weitergeht. Dem war aber nicht so.
Enorm wichtig war der schnelle Ausgleichstreffer."

Selbstkritisch zu sich selbst ist der 22-Jährige: "Kein bisheriges Spiel entsprach voll und ganz meinen Vorstellungen. Allerdings ist meine derzeitige Position Außenverteidiger auch nicht unbedingt meine Lieblingsposition. Aber ich versuche in jedem Spiel, durch eine eigene gute Leistung der Mannschaft zu helfen." Nun hofft Kornagel, dass er, da er die ganze Vorbereitung voll durchziehen konnte, in den kommenden Spielen berichten kann, dass er nun mit sich selbst voll und ganz zufrieden ist. "Denn ich bin jetzt zu 100 Prozent fit."

Kornagel und Schönhöfer wären mit der Wiederholung des Hinspiel-Ergebnisses völlig einverstanden. Denn da setzten sich die Grabfeld-Gallier in der Oberpfalz nach erbittertem Kampf mit 1:0 durch ein Tor von Tobias Breunig durch. Deshalb erwartet Schönhöfer auch diesmal einen harten Fight seiner ersatzgeschwächten Truppe gegen die jungen Regensburger, die er äußerst stark einschätzt. "Sie sind alle gut ausgebildete Fußballer, die vor allem fußballerisch viel am Ball können. Alle besitzen gute technische Fähigkeiten. Das ist ein harter Brocken. Da muss jeder meiner Jungs 100 Prozent an Leistung bringen, um da zu bestehen und zu punkten." Vor allem wird es entscheidend sein, dass die Hausherren es vermeiden können, dass die Gäste ins Rollen kommen. In dieser Hinsicht gibt sich Schönhöfer optimistisch: "Das werden sie schon schaffen."

Auch Kornagel zeigt sich zuversichtlich, dass die Punkte im Grabfeld bleiben. "Wir wollen gewinnen. Dabei ist es völlig egal, wer unser Gast ist. Wir wollen stets unser Spiel durchziehen und zeigen, wer der Herr im Hause ist." Aber auch der Außenverteidiger weiß, dass dazu jeder Akteur seine volle Leistungsfähigkeit abrufen muss. Sein Erfolgsrezept klingt sehr einfach. "Vorne Tore machen wollen und machen und hinten Gegentreffer vermeiden wollen und sie auch vermeiden. Dann wird es mit einem Dreier klappen." Allerdings wird dieses Vorhaben vor allem dadurch erschwert, dass Schönhöfer personell kaum mehr Alternativen für die erste Elf zur Verfügung stehen. Denn neben den ohnehin schon lange Verletzten fallen nun auch noch Tobias Breunig (Knie) und Johannes Katzenberger (Rücken) aus. Gut ist deshalb, dass wenigstens Markus Kirchner als erfahrener Spieler wieder so weit ist, dass er auf der Bank Platz nehmen kann.


Eintracht Bamberg in Schieflage: Großbardorf könnte profitieren

Hui ui ui, das schaut gar nicht gut aus beim unterfränkischen Traditionsverein FC Eintracht Bamberg. Der Tabellen-Elfte der Fußball-Bayernliga Nord steht vor dem finanziellen Aus. Der Verein bestätigte einen Schuldenstand von 440 000 Euro. Damit ist nun sogar der Spielbetrieb bedroht. Unter Umständen wird die Eintracht aus der Wertung der Bayernliga Nord genommen und stünde als Fixabsteiger fest. Der FC Eintracht Bamberg 2010 wurde vor sechs Jahren nach der Insolvenz des Vorgänger-Klubs gegründet worden, nun droht ihm also das selbe Schicksal.

"Wir werden am Samstag in Forchheim antreten", sagt Trainer Petr Skarabela, befürchtet allerdings, dass diese Partie schon das letzte Spiel sein könnte. Die Spieler würden bereits mit dem Privatwagen anreisen, einen Mannschaftsbus gibt es nicht mehr. Der Verein hat hohe Verbindlichkeiten bei der Stadt Bamberg, die Eigentümer der Sportanlagen ist. Damit könnte dem Team der Zugang, auch zum Stadion, verwehrt bleiben. Mannschaft wie auch Trainer werden bereits seit Jahresbeginn nicht mehr bezahlt, weitere Gehaltszahlungen können vom Verein auch nicht mehr geleistet werden. Sollten die Bamberger tatsächlich den Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten können, würde die Mannschaft aus der Wertung der Bayernliga Nord gestrichen. Das hätte gehörige Auswirkungen für Tabellenführer TSV Großbardorf. Der nämlich hat bisher nur einmal gegen Bamberg gespielt und beim 2:2 einen Punkt geholt. Verfolger Seligenporten würden vier Zähler, Bayern Hof sogar sechs Punkte wegbrechen. "Ziel ist es natürlich, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten", sagt der Bamberger Interimspräsident Jörg Schmalfuß. dme/rus