Weiter fliegt der Ball auf Daniel Busch aus Hammelburg. Wobei nicht ganz klar ist, ob es ein Fuß-, Basket, Volley- oder Tennisball ist. Denn der 30-jährige Polizeibeamte gilt als sportlicher Allrounder. "Basketball, Tennis, Mountainbiken/Rennradfahren - und alles an Outdoor-Aktivitäten und anderen Ballsportarten, je nach Lust und Laune" gibt Busch als Hobbys an. Im Interview berichtet er über gehopftes Wasser, seine Trainertätigkeiten und welcher Held ihn zu seiner Lieblingssportart gebracht hat.

Herr Busch, wer hat Sie angespielt?

Daniel Busch: Patrick "PD" Stöth kenne ich schon aus meiner Schulzeit am Gymnasium in Hammelburg. Er war damals eine Jahrgangsstufe über mir. Wir haben danach auch unsere ersten acht Jahre im Beruf bei der Polizei mit Stationen in Würzburg und Nürnberg gemeinsam bestritten. In der Zeit sind wir gute Freunde geworden. Mittlerweile sind wir bei unterschiedlichen Dienststellen gelandet, wohnen aber beide wieder in der alten Heimat und treffen uns, wenn es die Dienstpläne zulassen, gelegentlich auf ein gehopftes Wasser.

Wie sieht ihr Laufweg aus?

Mit dem Tennisspielen habe ich mit sechs Jahren angefangen, damals noch an unserem alten Wohnort in Dieburg (Hessen). Nach dem Umzug 2000 nach Hammelburg bin ich direkt zum dortigen Tennisclub und dem Verein seitdem treu geblieben. Beim Basketball habe ich relativ spät, mit 18 Jahren, auf Wettkampfniveau begonnen. Da zu dieser Zeit in Hammelburg kein Team am Spielbetrieb teilnahm, bin ich zur SG Oerlenbach/Ebenhausen gegangen und durfte dort in der Herrenmannschaft Erfahrung sammeln - wenn auch meistens auf der Bank (lacht). Danach hatten wir in Hammelburg beim TV/DJK zwei Jahre lang eine erfolgreiche U20-Jugendmannschaft gemeldet unter den Coaches Jörg Schwerteck und Eduard "Eddy" Maul. Im Anschluss ging es weiter für einige gute Jahre bei der TB Arnstein in der Bezirksoberliga Unterfranken und der Bayernliga, der DJK Schweinfurt in der Bayernliga und dem TSV Grombühl in der Bezirksoberliga, bevor ich im Winter 2018/2019 an die Wurzeln zur SG Oerlenbach/Ebenhausen in die Bezirksliga zurückgekehrt bin.

Und jetzt sind sie dort sogar Trainer.

Nachdem der Coach seine Trainerkarriere beendete, übernahm ich zur Saison 2019/2020 das Team als Spielertrainer. Aus meiner Perspektive stand Oerlenbach immer für den Basketball im Landkreis Bad Kissingen. Andere Vereine, die am aktiven Spielbetrieb teilnehmen, gibt es im Landkreis nicht). Persönlich hatte ich in erster Linie mit dem Verein früher immer eine erfolgreiche Basketball-Frauenmannschaft in der Bayernliga aus der Zeitung in Erinnerung. Mit den Fußballern dort bin ich erst jetzt, seit ich wieder im Verein bin, in Kontakt gekommen. Es freut mich dass ihnen in der Saison 18/19 der Aufstieg in der Kreisliga Rhön gelungen ist.

Fußball spielen Sie auch noch?

B is Ende 2019 habe ich auch ab und an noch die Fußballschuhe für den FC Hammelburg geschnürt. Aus Zeitgründen - aufgrund der anderen Sportarten - war das aber immer nur sehr unregelmäßig möglich und mittlerweile hängen die Stollenschuhe am Nagel.

So viele Sportarten in einer relativ kurzen Karriere. Wie kam es dazu und ist das nicht alles ein bisschen viel?

Ich wollte als Jugendlicher immer alle möglichen Sportarten können und neue Bewegungen lernen. Daher habe mich vielseitig verausgabt. Zu meiner Schulzeit gab es kaum Tage in der Woche, an denen am Nachmittag nicht irgendein oder zwei Trainingstermine anstanden. Später, mit dem Start in den Beruf, musste ich das zeitbedingt etwas einschränken. Und seit ich das Traineramt in Oerlenbach und verschiedene Ehrenämter bei anderen Vereinen - so als Jugendtrainer und Abteilungsleiter Basketball beim TV/DJK und als 2. Sportvorstand im TC Hammelburg - übernommen habe, sind heute bei den Ballsportarten nur noch Basketball und Tennis übrig. Da die Basketball-Saison aber über die Wintermonate stattfindet und Tennis im Sommer läuft, vertragen sich die beiden Sportarten terminlich super. So kann ich mich immer auf eine Sache fokussieren.

Welche Sportart ist Ihnen nun die liebste?

Auch wenn ich mich vielseitig sportlich betätige, würde ich mich persönlich in erster Linie als Basketballer bezeichnen. Geprägt durch ein großes Vorbild meiner Jugend, Dirk Nowitzki, hatte ich in der 7. Klasse, das Glück, auf die Basketball-Schul-AG von Coach Eddy Maul am Gymnasium Hammelburg zu stoßen. Eigentlich hätte ich mittwochs und freitags von 13 bis 15 Uhr am Nachmittagssportunterricht teilnehmen müssen. Aber mein Lehrer erlaubte mir, stattdessen beim Basketball mitzumachen.

Und nun schließt sich der Kreis.

Etliche Jahre später bin ich nun zurück bei der Schul-AG und unterstütze Coach Eddy dabei, die Kinder und Jugendlichen im Basketball zu trainieren. Der Sport hat mich von Anfang an voll begeistert. Von daher bin ich nie komplett in die Volleyball-Mühlen des TV/DJK geraten, trotz späteren 1,90 Meter Körpergröße. Aber ich freue mich, dass die Volleyballer inzwischen so erfolgreich in der 2. Volleyball-Bundesliga sind.

Bei Dirk Nowitzki als Vorbild; da fällt die Antwort auf die Frage nach dem Lieblingsverein nicht schwer.

Dallas Mavericks aus der NBA immer noch, auch ohne Nowitzki.

Und der Lieblingsspieler?

Michael Jordan. Und Dirk Nowitzki.

Fehlt noch der Lieblings-Tenniscrack.

Roger Federer, er hat für mich immer noch den elegantesten Spielstil aller Tennisprofis. Er ist sportlich und menschlich ein super Vorbild.

Auf welche Sportart könnten Sie am ehesten verzichten beziehungsweise müssen es wegen der Corona-Pandemie tun?

Verzichten muss ich aktuell vor allem auf den Basketball, da in Pandemiezeiten besonders die Mannschaftssportarten eingeschränkt oder gar nicht möglich sind. Die letzte Saison wurde ja nach zwei Spielen im Oktober 2020 schon wieder abgebrochen und wir können seitdem auch nicht mehr in die Hallen zum Trainieren. Das fehlt mir sehr. Vor allem für die Jugendlichen tut es mir leid, da wir ihnen im Moment von Vereinsseite aus nichts Richtiges anbieten können. Online-Trainingseinheiten sind leider kein echter Ersatz. Da erhoffe ich mir, dass im kommenden Sommer wieder mehr möglich ist. Tennisspielen ist zum Glück eingeschränkt im Einzel möglich. Nachdem wir beim Tennisclub in den letzten Wochen unsere Außenplätze hergerichtet haben, kann man da wieder regelmäßig Filzbälle übers Netz klopfen. Während der Pandemiezeit habe ich die freigewordene Zeit viel zum Mountainbiken und Rennradfahren genutzt, um mich fit zu halten.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele weiter auf Christina Seidl. Wir kennen uns über die SG Oerlenbach/Ebenhausen und den gemeinsamen Beruf. Sie ist auch sportlich sehr aktiv und das auf hohem Niveau, als aktive Fußballerin bei der 1. Frauenmannschaft des FC Schweinfurt 05 und als Basketballerin bei der SG O/E.

­ Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!