Und der Held des Tages hieß: Martin Thomann. Nicht nur, dass der Ex-Aubstadter seine Schnüdel mit dem wichtigen 1:0 Richtung Sieg schoss. Er beackerte das Mittelfeld, warf sich in Zweikämpfe. Und traf in Hälfte zwei noch die Latte.

Es war das zweite Spiel des FC 05 Schweinfurt in den Play-offs zum Gewinn der Meisterschaft der Regionalliga Bayern.Für die Schnüdel bot sich die Chance sich schon ein wenig abzusetzen. Wogegen die heimische Viktoria in ihrem Auftaktmatch natürlich etwas hatte.

Dominante Schweinfurter

Es würde ein umkämpftes Spiel werden. Nicht nur, weil 252 leidenschaftlich anfeuernde Aschaffenburger Zuschauer zugelassen waren. Das zeigten auch der forsche Beginn beider Teams und die erste gelbe Karte nach nur vier Minuten gegen Schweinfurts Thomas Haas.

Ansonsten gewannen die Schnüdel um die erfahrenen Adam Jabiri und Daniel Adlung schnell die Oberhand, kombinierten sich mit strukturierten Angriffen gut an den Aschaffenburger Strafraum. Doch meist fehlte die letzte präzise Flanke für den Torerfolg - vor allem auf Zielspieler Jabiri.

Der Viktoria blieben meist nur Konter - die aber die FC-05-Abwehr mehr oder weniger souverän abfing. Ein Freistoß von Benjamin Baier verpuffte (21.).

Führungstreffer nach einem Konter

Kurios, dass das aufgrund der Spielanteile verdiente 1:0 für die dominanten Gäste über einen Konter fiel. Amar Suljic wurde auf rechts mit einem Pass hinter die Abwehr schön eingesetzt, sprintete Richtung Grundlinie und legte quer auf Martin Thomann - Tor (29.) .

Fast hätten die Schweinfurter nachgelegt. Zweimal war Suljic erneut auf rechts durch. Einmal verzog er; das zweite Mal hielt Viktoria-Keeper Kevin Birk.

Wütende Aschaffenburger

Jetzt waren die Aschaffenburger wütend, berannten das Schweinfurter Tor. Flanke um Flanke segelte in den Strafraum der Nullfünfer. Die beste Chance besaß Marcel Schelle. Knapp verfehlte der Flachschuss des Viktoria-Spielers das linke untere Toreck. Und wenige Minuten später trudelte ein Ball nur knapp an eben jenem Eck vorbei.

Es sollte die beste Phase der Gastgeber im gesamten Spiel bleiben. Zur Halbzeit hin gelang es den Gästen, die Heimelf wieder etwas von ihrem Tor wegzuhalten und den Vorsprung in die Pause zu retten. Die Viktoria-Fans aber hatten ihr Team noch nicht aufgegeben. "SVA, SVA" schallte es lautstark von der Tribüne hinunter. Geradewegs auf das Tor, das die Aschaffenburger in Hälfte zwei bespielen würden.

Sturm der Gastgeber bleibt aus

Nieselregen und Sonne zum zweiten Abschnitt. Und die Aschaffenburger hatten sich offensichtlich viel vorgenommen. Jedenfalls standen sie schon vier Minuten vor Wiederbeginn auf dem Spielfeld. Philipp Beinenz spielte nun für Tom Schulz.

Der Beginn geriet erwartet umkämpft. Was aber auch bedeutete, dass die großen Strafraumszenen ausblieben.Vor allem bei den Aschaffenburgern.

Im Gegenteil: Martin Thomann schlenzte den Ball (52.) aufs Viktoria-Tor. Eine prachtvolle Gelegenheit für Birk zum Fliegen. Auf der anderen Seite musste Schweinfurt-Keeper Luis Zwick dann doch mal vor dem durchgestarteten Elias Niesegk retten (53.).

War der Ball an der Hand?

In der 61. Minute schrieben die Aschaffenburger Spieler (und auch die Zuschauer) plötzlich Hand eines Schweinfurter Spielers. Tendenz: Es war keine. Das sah auch Schiedsrichter Tobias Schultes so - und gab Ecke, die nichts einbrachte.

Trotzdem: Die Aschaffenburger waren erneut angestachelt, doch die nächste große Chance hatten wieder die Schweinfurter: ein Weitschuss, den Birk gut wegboxte (64.). Und dann traf Thomann von der Strafraumgrenze gar noch die Latte (68.).

Überhaupt hatten die Schnüdel das Spiel nun weitgehend im Griff. Und de Aschaffenburger?

Wirkten zunehmend müde, obwohl sie mehrfach wechselten. Sie schafften wenig Entlastung gegen die Schweinfurter Stehaufmännchen, die ihr Programm herunterspulten. Und sich Chance um Chance auf das 2:0 erarbeiteten.

Das aber nicht fiel. Und so zitterten die Gäste, als ein Kopfball von Viktoria-Mann Luca Dähn knapp am Tor vorbeistrich. Dabei blieb es dann auch.

Und fast hätte Daniel Adlung auf der anderen Seite mit einem platzierten Rechtsschuss für die Entscheidung gesorgt. Doch Birk hielt wieder einmal toll (84.).

Ramser macht für FC 05 Deckel drauf

Der umtriebige Martin Thomann durfte fünf Minuten vor Spielende Feierabend machen. Und so sah er das befreiende 2:0 seiner Schnüdel von der Bank aus. Wieder Daniel Adlung schnippte den Ball zum für Kevin Fery eingewechselten Lukas Ramser. Der köpfte ein - eine leichte (Fall-)Übung.

Sein Tor sicherte wichtige drei Punkte. Was auch ein Häufllein Schweinfurter Fans freute, die sich außerhalb des Stadions versammelt und lautstark angefeuert hatten.