Wenn's nicht rund läuft, wenn der Motor stottert und es nicht vorwärts geht, muss Norbert Senft ran. Der ist schließlich KFZ-Mechaniker. Aber eben auch ein erfahrener Handball-Trainer. Und wird wissen, was zu tun ist nach der Fehlzündung in Erlangen. Mit einem 18:24 ging der Saisonauftakt in die Hose für die SG Garitz/Nüdlingen. Und das bei einem Aufsteiger, bei dem zwei Punkte eigentlich eingeplant waren.
Die Getriebe-Störung bei der Spielgemeinschaft war hausgemacht angesichts vieler Ballverluste, weshalb es keiner tieferen Analyse bedarf vor dem ersten Heimspiel der Saison gegen den TSV Ismaning. Also gegen den Tabellendritten der Vorsaison, dessen Start in die Punkterunde glückte mit dem 25:22-Erfolg über die HSG Fichtelgebirge. Und gegen den man zuletzt nicht hatte gewinnen können mit dem 18:18-Heim-Remis und dem 22:27 im Oberbayerischen. Eine Herausforderung also, und mal wieder ein guter Grund für die Fans, um die Mannschaft am Samstag in der Schlossberghalle in gewohnt großer Zahl zu unterstützen.
Groß verändert hat sich das Gesicht der Truppe nicht. Erwähnenswert ist sicher die Rückkehr von Ronja Schwalbe. Einige Nachwuchskräfte durften bereits unter Harun Tucovic Bayernliga-Luft schnuppern, sodass dem neuen Trainer ein homogenes und eingespieltes Team zur Verfügung steht. Über seine ehemalige Spielerin Melanie Dotzer aus gemeinsamen Volkacher Zeiten kam übrigens der Kontakt zur SG Garitz/Nüdlingen zustande.
Der fünfte Platz der vergangenen Punkterunde verleitet den 55-Jährigen nicht zu überdimensionierten Ansprüchen. Im Gegenteil. Der Klassenerhalt ist das primäre Ziel für den verheirateten Vater zweier Töchter, der lange für seinen Heimatverein SV Michelfeld aktiv war, ehe Trainerstationen bei TG Kitzingen, HSG Volkach, TV Etwashausen, HSV Main-Tauber und TV Marktsteft folgten. Zudem war der Kitzinger 15 Jahre lang Stützpunkttrainer. Mit dem Landkreis Bad Kissingen verbinden den Fan des THW Kiel bislang nur Ausflüge. Erholung, die es in der Halle eher nicht gibt. "Leistungsorientiert" bezeichnet Norbert Senft seinen Führungsstil. "Ich fordere Teamgeist ein. Ebenso ein motiviertes Training und Kampf bis zum Schluss", sagt Senft, der offensiven Tempohandball bevorzugt, bewährte Taktiken seines Vorgängers übernehmen, aber darauf aufbauend die Mannschaft weiterentwickeln will. "Die Spielerinnen sind bereit, neue Systeme umzusetzen", sagt Senft, der unterstützt wird von Co-Trainerin Karin Wehner sowie den Physiotherapeuten Verena Metz und Thomas Ahlswede. Meriten hat der neue Trainer mit seinen Mannschaften bereits viele erworben. Wäre klasse, wenn vor den Toren der Rhön einige dazukämen.

Das Aufgebot
Zugänge: Ronja Schwalbe, Anja Zimmermann, Milena Schmitt (alle eigene Jugend) - Abgänge: Nina Barnickel, Manuela Hein (beide Laufbahn beendet).
Tor: Stephanie Piske, Pia Kunzmann - Rückraum: Lisa Wenzke, Anna Kleinhenz, Julia Albert, Franziska Thomas, Ronja Schwalbe, Anja Zimmermann - Außen: Anna Zimmer, Anne-Lena Früh, Carolin Annon, Theresa Kleinhenz, Milena Schmitt - Kreis: Sabrina Kleinhenz, Anna-Lena Paech.
Trainer: Norbert Senft (neu) - Zielsetzung: Klassenerhalt - Meistertipp: HSV Bergtheim.