"Wir haben einen kleinen Platz, damit kommen so manche Gegner nicht zurecht", warnt der Pfaffenhäuser Trainer Robert Günther. Der Aufsteiger kann tatsächlich auf eine starke Heimbilanz zurückblicken. In bisher fünf Spielen zuhause wusste nur die SG Oberleichtersbach/Modlos einen Dreier aus Pfaffenhausen mitnehmen. "Wenn wir die ersten zehn Minuten durchhalten und kein Gegentor bekommen, so wie es bisher zu häufig der Fall war, haben wir eine Chance", sagt Günther, dessen Sohn Niklas voraussichtlich zwischen den Pfosten stehen wird.
Der Filius kam zusammen mit seinem Bruder Julius vor der Saison vom FC Hammelburg. "Ausschlaggebend für den Wechsel meiner beiden Söhne nach Pfaffenhausen war erstens der Aufstieg und zweitens die Perspektiven, die durch die Neuzugänge von Andreas Schleyer aus Westheim und Daniel Böhm von Machtilshausen geschaffen wurden.

Die Jungs sind alles 'echte' Pfaffenhäuser", erklärt Robert Günther, der sich den Trainerposten mit Benedikt Kreß teilt, der vor der Saison vom SV Ramsthal zurück zu seinem Heimatverein gewechselt war.


Arbeitsteilung beim Trainer-Duo

Unter der Woche leiten die beiden jeweils ein Training. Die Frage, ob es Probleme bei der Abstimmung gibt, verneint Kreß. "Wir schauen, dass wir auf einen Nenner kommen, wir teilen uns die Aufgaben 50:50." Robert Günther steht am Spielfeldrand und ist auch am Sonntag für das Coaching zuständig. "Vielleicht können wir unseren Torjäger Florian Rauschmann zumindest eine Halbzeit spielen lassen. Er hat diese Saison aufgrund einer Rückenverletzung leider erst zwei, drei Spiele machen können", so Robert Günther.

 


Besonders motiviert für den nachbarschaftlichen Vergleich mit dem Primus ist Daniel Böhm, in der Vorsaison noch beim Gegner unter Vertrag. Auch der Machtilshäuser Trainer Jürgen Heil freut sich auf das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Spieler. "Es ist schön, ihn am Sonntag mal wieder zu sehen. Die drei Punkte wollen wir aber natürlich mitnehmen." Jürgen Heil trainiert die Mannschaft des Kreisklassen-Absteigers seit 2008. "Das Klima im Verein ist einfach gut, ich bin mit dem Vorstand auf einer Wellenlänge. Und da ich in Machtilshausen wohne, passt eigentlich alles", so Heil, der auch die U-19 trainiert. "Vor sechs Jahren habe ich die Jungs als U-13 übernommen. Dank meiner Frau, die das mitträgt, funktioniert das auch terminlich alles ganz gut", so der gebürtiger Wülfershäuser, der in der alten Heimat seine Liebe für den Tischtennissport entdeckte.

 

"Vor vier, fünf Jahren haben wir dann in Machtilshausen aus einer Bierlaune heraus eine Tischtennismannschaft gegründet. Da ich in Wülfershausen bereits gespielt habe, war ich natürlich dabei."


Gute Erinnerungen

An die Duelle in Pfaffenhausen hat Jürgen Heil gute Erinnerungen. "Eigentlich haben wir dort immer gewonnen, also sollte auch diesmal nichts schief gehen", sagt der Favoriten-Trainer. "Es kommt der Tabellenführer. Das ist vergleichbar mit den Bayern, gegen so einen Gegner ist man natürlich umso motivierter", hält SVP-Trainer Robert Günther entgegen.

In "Lewandowski-Form" ist bereits SVM-Goalgetter Markus Schmitt, der mit 14 Treffern die Torjäger-Tabelle der A-Klasse Rhön 1 anführt. Vergangene Woche gelang ihm beim 6:0-Sieg über die SG Albertshausen/Garitz II ein Hattrick in nur fünf Minuten.

"Wir müssen ihn in den Griff bekommen", sagt SVP-Betreuer Günther. "Valentin Saum, Jörg Schmitt und Spielertrainer Jürgen Heil sind ebenfalls Spieler, die schwierig unter Kontrolle zu bekommen sind", ergänzt Benedikt Kreß.

SVP-Abteilungsleiter Johannes Hofbauer hofft, dass die Pfaffenhäuser "90 Minuten konzentriert sein werden, dann kann man was reißen". Die Stimmung im Team der Gastgeber ist gut. "Alle Neuzugänge haben ihren Platz im Team gefunden", sagt Hofbauer. Auch, weil es zwischenmenschlich in der Mannschaft passt. "Jeden Freitag kochen und essen wir nach dem Training. Auch an den Arbeiten am neuen Flutlicht haben viele Spieler mitgeholfen. Das zeigt, wie eng unser Zusammenhalt im Verein ist", so Günther. Sportlich passt es beim Aufsteiger ebenfalls.

"Wir sind zufrieden, allerdings fehlen uns noch 16 Punkte zu unserem Saisonziel, dem Klassenerhalt", gibt sich Benedikt Kreß bescheiden.


Fast auf Augenhöhe

Der Gegner hat andere Ambitionen. "Wir wollen auf jeden Fall vorne mitspielen. Ob es am Ende für den Wiederaufstieg reicht, wird sich zeigen", sagt Jürgen Heil. "Wir sind uns bewusst, dass es nicht einfach wird aufzusteigen, aber wir haben keinen Abstiegsfrust gespürt, sondern haben unsere Zeit in der Kreisklasse als positiv empfunden." Bisher läuft es für beide Mannschaften nach Plan. Die beiden Liga-Neulinge begegnen sich beinahe auf Augenhöhe, auch wenn die Machtilshäuser derzeit die Mannschaft der Stunde sind.

Pfaffenhausen wird dennoch alles daran setzen, dem Rivalen die zweite Saisonniederlage beizubringen.
 


So tippt die Prominenz

Peter Simon (Eine "Institution" im SV Machtilshausen): "Wir gewinnen 4:1, da wir zurzeit das Dusel und die richtige Form haben."

Jürgen Heil (Trainer des SV Machtilshausen): "Im Schnitt gewinnen wir 3:1, deshalb tippe ich 3:1."

Benedikt Kreß (Trainer des SV Pfaffenhausen): "4:3 gewinnen wir, wir können es nicht verhindern, Gegentore zu bekommen."

Johannes Hofbauer (Abteilungsleiter SV Pfaffenhausen): "2:1 für uns, da wir eine Reaktion wegen letzter Woche zeigen werden."

Sebastian Wenzel (Ex-Trainer des SV Pfaffenhausen): "2:1 für Pfaffenhausen, da die Jungs daheim kämpfen werden."

Robert Günther (Trainer des SV Pfaffenhausen): "Wir gewinnen 2:1, weil wir bis in die Haarspitzen motiviert sind."