TSV Grafing - TV/DJK Hammelburg 3:1 (19:25, 25:23, 25:18, 25:22).

Das obligatorische Foto für die sozialen Medien vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel fiel diesmal etwas anders aus als sonst: Mit Moritz Rauber, Lorenz Karlitzek, David Baden und Luca Dierks fehlten gleich vier wichtige Stützen des Teams. Dafür berief Philipp Fischer die vier Jugendtalente Finn Jansen, Leon und Lukas Greinwald und Jonathan Baden in den Kader.

"Lorenz müssen wir weiter wegen seinen Knieproblemen schonen; er trainiert aber weiterhin", erklärt Pressesprecher Olly Wendt und fügt hinzu: "Gleiches gilt für David Baden und Moritz Rauber, die wegen wichtiger Studientermine passen mussten. Luca Dierks arbeitet nach seinem Fußbruch an einem baldigen Comeback."

Veränderter und jüngster Kader

Es war also ein in großen Teilen veränderter und auch der mit Abstand jüngste Kader der Liga in der Grafinger "Bärenhöhle" - der im 1. Satz richtig aufdrehte. "Da sind wir einfach toll reingekommen, haben überragend gespielt und die Jungs haben die Taktik top umgesetzt", zeigte sich Hammelburgs Philipp Fischer hoch erfreut vom Gezeigten.

Größte Veränderung in der Startformation war der junge Severin Hauke, der mit Moritz Zeitler das dynamische Duo auf der Außen-Annahmeposition bildete. Hauke war es auch, der mit starken Aufschlägen und Angriffen in der gesamten Partie wuchtige Akzente setzte. "Dass wir so mitspielen, hätte ich nicht ansatzweise gedacht", war Hammelburgs Vorstandsmitglied Matthias Fröhlich beeindruckt von der Leistung im ersten Durchgang.

Nach einem 4:1-Blitzstart der Gastgeber im 2. Satz fingen sich die Saale-Männer schnell wieder, während Grafing nun endgültig die anfänglichen Unsicherheiten abgelegte. Kapitän Oscar Benner führte sein Team souverän und schlaggewaltig an und so war es auch für den Grafinger Kommentator nun "ein ganz enges Ding".

"Dann haben wir beim 23:22 die Möglichkeit den Punkt zu machen, machen ihn nicht und Grafing kann ausgleichen", beschrieb ein dennoch zufriedener Hammelburger Coach die Endphase des Satzes.

Mit zwei Aufschlagfehlern eröffneten die Saalestädter den dritten Durchgang und verschenkten damit leichtsinnig die anfängliche Führung. Im Angriff taten sich Hammelburgs Offensivkünstler immer schwerer gegen stark blockende Grafinger, die den Satz souverän nach Hause holten. "Da haben wir in Aufschlag und Annahme nicht mehr so genau gespielt, was Grafing bestraft hat", so das Fazit Fischers.

Hellwache Grafinger

Hammelburgs Headcoach sah im 4. Satz ein hellwaches Grafinger Team, dessen Block sich nun zu oft als hermetisch für die Hammelburgr erwies. Dennoch wehrten sich seine Jungs nach Kräften. "Da sind wir leider etwas zu spät aufgewacht", so Fischer, dessen Team den Satz gegen Ende fast noch gedreht hätte.

Verhindert wurde dies von zu vielen verschlagenen Angaben, die auch die heimischen Fans am Livestream nun kritisch kommentierten. So schlug etwa Christian Gartenmeister augenzwinkernd ein "Aufschlag-Straftraining" vor. Andrea Reith hegte ebenfalls schmunzelnd die Vermutung "dass der Hometrainer sicher dazu diente, die Aufschlagfehler mit einer Runde Radeln zu ahnden".

Doch insgesamt überwog beim Trainer, den Spielern und den Fans Zufriedenheit. "Die Jungs haben sich gut und teuer verkauft, wenn man bedenkt, dass sie in dieser Aufstellung bisher kaum gespielt haben", kommentierte Thomas Meindl das Spiel auf Facebook.

Bleibt nun zu hoffen, dass besagter Hometrainer beim kommenden Heimspiel (Samstag, 18 Uhr) gegen Gotha nicht zum Einsatz kommen wird. olly