FC 05 Schweinfurt - TSV Aubstadt 5:1 (4:1). Tore: 1:0 Kristian Böhnlein (1.), 2:0, 3:0 Meris Skenderovic (12., 37.), 4:0 Adam Jabiri (43.), 4:1 Michael Dellinger (44.), 5:1 Meris Skenderovic (55.). Gelb-Rot: Michael Dellinger (62., Aubstadt).

Zurück auf die Schulbank will Victor Kleinhenz sicher nicht. Aber der 30-Jährige sprach unverblümt das aus, was die 1500 Zuschauer im ausverkauften Sachs-Stadion gesehen hatten: "Das war eine große Lehrstunde für mich und meine Mannschaft gegen bärenstarke Schweinfurter. Es gibt wenig, wo wir auf Augenhöhe waren", bilanzierte Aubstadts Trainer.

Dass es zur Pause auch 8:3 hätte stehen können, war ebenfalls keine Kleinhenz"sche Übertreibung. Mit dem 1:4-Rückstand zur Pause waren die Gäste ja wirklich noch gut bedient angesichts der brutalen Dominanz der 05er, die den perfekten Start hinlegten mit dem Führungstor durch Kristian Böhnlein in Minute eins nach einem eingeübten Standard.

Beim nun folgenden Einbahnstraßen-Fußball traf Kevin Fery den Pfosten und Meris Skenderovic zweimal per Kopf ins Tor, ehe Adam Jabiri nach einem traumhaften Pass in die Tiefe von Lamar Yarbrough auf 4:0 stellte. Das Sturm-Duo vergab weitere Hochkaräter teils leichtfertig.

Noch mehr ärgerte sich FC-Trainer Tobias Strobl allerdings über die Phase unmittelbar vor der Halbzeit, als sich seine Elf durch Michael Dellinger erst das obligatorische Gegentor einfing, dann Glück hatte, dass Dellinger kurz darauf das Leder freistehend über den FC-Kasten schaufelte. Den hütete übrigens diesmal Bennet Schmidt, weil Stammkeeper Luis Zwick mit Schulterbeschwerden kurzfristig ausfiel. Auszeichnen konnte sich der Neuzugang vom SC Freiburg II zuvor bei zwei Gelegenheiten für Philipp Harlass.

"Wenn der FC sein Kurzpassspiel aufziehen und die tiefen Laufwege machen kann, dann wird"s gefährlich. Mit der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein, da waren wir zu weit weg von den Gegenspielern", bilanzierte und kritisierte Kleinhenz, dessen Elf nach der unglücklichen 1:2-Niederlage am Dienstag gegen Bayreuth womöglich zu viele Körner gelassen hatte. Erhöhten Rotationsbedarf sah der TSV-Coach aber auch im Nachhinein nicht: "Es haben die gespielt, die am besten zu diesem Gegner gepasst haben. Eine englische Woche darf keine Ausrede sein, weil diese Belastung auch die Konkurrenz hat."

Die erhoffte Schadensbegrenzung gelang den Aubstädtern trotz Unterzahl nach Dellingers Ampelkarte auch deshalb, weil die 05er nach einer Stunde Jabiri und Skenderovic vom Feld nahmen, die davor als Vorbereiter und Schütze noch den letzten Treffer des Tages fabriziert hatten. "In dieser Form wird Skenderovic nicht lange bei uns bleiben", unkte Tonbias Strobl, den besonders die "superseriöse Selbstverständlichkeit" seiner Elf imponiert hatte.

Am ersten Saisonsieg dürfen sich die Aubstädter bereits am Dienstag (18.30 Uhr) versuchen, wenn mit Viktoria Aschaffenburg ein weiteres Schwergewicht der Liga in die NGN-Arena kommt. Nicht mehr zum TSV-Kader gehören wird Julius Benkenstein, der nach vielen Jahren im Milzgrund zum thüringischen FSV Martinroda wechselt.

Der FC 05, jetzt Tabellen-Zweiter hinter dem FC Bayern II, gastiert zeitgleich beim SV Wacker Burghausen. Die Oberbayern beendeten mit einem 3:2-Erfolg die Bayreuther Siegesserie und sprangen auf Platz vier der Tabelle. Schon möglich, dass die Gegnerschaft ob der Schweinfurter Offensivwucht künftig Riegel-Fußball gegen die Unterfranken bevorzugt. Nichts, was Tobias Strobl schrecken würde, "weil wir viele Lösungen haben, um auch defensiven Gegnern weh zu tun."

Schweinfurt: Schmidt - Yarbrough (54. Schuster), Rinderknecht, Grözinger - Haas, Fery (51. Zietsch), Böhnlein, Adlung (68. McLemore), Cekic - Skenderovic (61. Suljic), Jabiri (61. Pieper).

Aubstadt: Schneider - Behr, Hüttl, Grader (46. Trunk) - Langhans (46. Heinze), Volkmuth, Müller (74. Leicht), Feser - Harlass (46. Hofmann), Dellinger, Pitter (46. Endres).