Anne Knüttel hat es wieder getan. Und darüber ist die Fuchsstädterin überglücklich. Wie vor zwei Jahren, gewann Anne Knüttel den nationalen Titel im Doppel, wieder an der Seite von Isabella Pfennig (TC Großhesselohe). Wieder in Essen, wo die Deutschen Meisterschaften der Junioren seit nunmehr 31 Jahren ausgetragen werden. Die beiden Talente im Bayerischen Tennisverband ließen dank einer spielerisch starken Leistung Vivian Sandberg und Nadja Meier vom Tennis-Verband Berlin-Brandenburg keine Chance und siegten mit 6:4 und 6:0.

"Nachdem sich unsere härtesten Konkurrentinnen im Halbfinale quasi selbst hinaus katapultiert hatten, wussten wir natürlich, dass es mit dem Titel klappen kann", sagt die 17-Jährige. Schon der Finaleinzug sollte ein Erfolg sein angesichts der beiden engen Spiele in den Tagen zuvor. Im Viertelfinale gab es ein enges und hart umkämpftes 6:4, 6:4. Noch spannender geriet das Halbfinale: den ersten Satz verloren, dann ein 1:4-Rückstand im zweiten. "Wir haben uns zurückgekämpft und das Finale schließlich mit 10:8 im Match-Tiebreak des dritten Satzes gewonnen. Natürlich auch mit dem nötigen Glück", sagt die Gymnasiastin, die im Mai ihr Abitur in Hammelburg macht. Nervenstärke war vor allem bei Einstand gefragt, denn bei diesen Wettkämpfen brachte schon der folgende Punkt den Spielgewinn.

Im Einzel lief es für die von Emil Dascalu Regionalliga-Spielerin vom TC Weiß-Blau Würzburg) nicht ganz so gut mit einem Startsieg und dem folgenden Aus im Viertelfinale. Was vornehmlich an der starken Konkurrenz lag mit den Top-16-Spielerinnen der nationalen Rangliste. Aber auch an einem Jahr, das gesundheitliche Probleme mit sich brachte. "Ich hatte immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen. Und der Hartplatz in Essen war dafür nicht gerade ideal. Ich konnte mich nicht so gut bewegen, sonst wäre vielleicht etwas mehr möglich gewesen."

Ihre gute Form unterstrich Anne Knüttel zum Jahreswechsel mit dem Sieg beim erstklassig besetzten Damen-Turnier in Tuttlingen, als die Fuchsstädterin auf dem schnellen und für den maladen Rücken angenehmeren Teppich-Belag als ungesetzte Spielerin sogar Profis das Nachsehen gab. "Wenn man auf deinen Sieg gewettet hätte, hätte man viel Geld gewonnen", sagte Turnierchef Alexander Götz nach dem 6:2, 3:6 und 10:7 gegen die Nummer zwei des Wettbewerbs, Natalie Pröse (SC 1880 Frankfurt). Zur Belohnung gab es reichlich Ranglisten-Punkte und jede Menge Selbstvertrauen für die Nr. 12 der nationalen U-18-Rangliste, die bei den Damen auch schon auf Platz 84 steht. "Die Ranglisten-Platzierung halten oder vielleicht sogar verbessern", will Anne Knütel. Und natürlich das Abitur im Mai möglichst gut schaffen. "Danach habe ich nämlich alle Zeit der Welt."