Golf und Kabarett. Wie passt das zusammen? Die Maßbacherin Andrea Weh ner verknüpft und beherrscht beides. Hauptberuflich ist sie als Kabarettistin und vielseitige Musikerin sehr viel unterwegs. Für ihre aktuelle Sportart hat sie sogar ein spezielles Stück verfasst. "Auguste spielt Golf" heißt das vielsagende Programm, mit dem sie häufig auftritt.
In ihrer Freizeit in heimischen Gefilden ist Andrea Wehner oft auf dem Golfplatz in Maria Bildhausen anzutreffen. "Golf ist die letzte Sportart, die ich noch nicht gemacht habe und man wird älter und ruhiger", begründet sie schmunzelnd, weshalb sie 2010 zum Golfschläger griff. Außerdem betrachtet sie diese Sportart als Ausgleich zum früheren Leistungssport, den sie jahrelang als Keglerin und Schwimmerin erfolgreich betrieben hat.
Ihr großes Engagement im GC Maria Bildhausen gilt dem Nachwuchs.
Jede Woche trainiert sie rund 20 Kinder zwischen vier und zehn Jahren in zwei Gruppen. "Es ist eine große Herausforderung, Kinder zum Golfen zu bringen", sagt Weh ner. Ihr mache es wahnsinnig viel Spaß zu beobachten, wie sich die Kinder entwickeln und erste Erfolge erzielen. "Oberstes Ziel ist es, dass die Kids Spaß haben, sich bewegen und dabei bleiben", meint sie. Die Kleinen müssten spielerisch an die Sportart herangeführt werden. Da lässt sich die Inhaberin des C-Trainerscheins eine ganze Menge an Variationen und Methoden im Training einfallen. "Die Kinder sollen nicht nur stur Abschläge oder das Putten üben. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sie zusätzlich zu motivieren und zu begeistern", sagt die erfahrene Sportlerin.
Groß geschrieben im Training werden Koordinationsübungen, Ausdauer, Kraft und Ballgefühl auch durch verschiedene Ballspiele. Da kommen schon einmal Hüpfbälle zum Einsatz. Außerdem lernen die Kleinen etwas Regelkunde, höfliche Umgangsformen, Disziplin, soziales Verhalten und ein sportliches Miteinander. Beim Training setzt Andrea Wehner, die von Christine Schneiderbanger tatkräftig unterstützt wird, auch mo dernste Medien ein. Schwungabläufe werden gefilmt und auf dem Laptop Fehler vor Ort analysiert.
Dass Golf auch innerhalb einer Familie ansteckend sein kann, beweisen einige Beispiele aus den Trainingsgruppen von Andrea Wehner. Maximilian Hartung aus Brendlorenzen berührte innerhalb des Ferienangebots des GC Maria Bildhausen vor drei Jahren erstmals einen Golfschläger. Dem Zehnjährigen macht Golf "viel Spaß". Er wolle noch lange spielen und mit zunehmendem Alter mit weniger Kraft, dafür mehr Technik schlagen. Maximilian hat inzwischen die ganze Familie mit Golf angesteckt. Seit einem Jahr spielen seine Schwester Maja und die Eltern. Maja, 13 Jahre alt, spielt auch deswegen Golf, "weil "man immer im Freien ist bei Wind und Wetter". Ihr gefällt außerdem, dass beim Golf jeder einen eigenen Ball hat und nicht wie in anderen Sportarten darum kämpfen muss.
In der Schule werden sie wegen ihres für Kinder eher untypischen Sports nicht "komisch" angeschaut. "Ich spiele gerne im Freien an der frischen Luft und deshalb macht mir Golf viel Spaß", sagt Hannah Foder aus Herschfeld. Außerdem sei sie geschickt mit den Händen und habe ein gutes Ballgefühl. Die Siebenjährige spielt auch deshalb, weil ihr Vater und ihr kleiner Bruder zum Golfschläger greifen.
"Golf kann man in jedem Alter spielen. Am besten ist es, als Kind anzufangen, weil in diesem Alter die Bewegungsabläufe noch leicht und spielerisch eingeübt werden können", sagt Andrea Wehner. Witz, Humor und Spaß verbreitet Wehner beruflich als "Auguste" und mit diesen Kriterien kann sie auch beim Golfunterricht punkten.