"Mürschter Dusel-Sieg" titelte die Saale-Zeitung im März 2003 in Folge des 15. Spieltags der Kreisklasse 1. Über einen 1:0-Erfolg beim TSV Steinach, an den sich Rainer Schlegelmilch und Torschütze Alexander Gensch zwar kaum noch erinnern können - umso mehr jedoch an viele weitere schöne Momente in der Spielzeit 2002/03, an deren Ende der Aufstieg über die Relegation in die Kreisliga stand.

Es lief die 92. Minute in einer chancenarmen Partie, als eine Flanke Münnerstadts Alexander Gensch irgendwie an einem Bereich zwischen Schulter und Nacken erwischte und die Kugel von dort in die Maschen des Steinacher Gehäuses sprang. "Für komische, aber auch schöne Tore war ich ja bekannt", schmunzelt Gensch 17 Jahre später über seinen Last-Minute-Treffer. Dass das Kopfballspiel nicht unbedingt zu dessen Spezialgebiet gehörte, weiß auch Rainer Schlegelmilch: "Alex hat immer die Augen zugekniffen, wenn der Ball auf ihn zu kam."

Die gefürchtete linke Klebe

Dafür war seine linke Klebe im gesamten Landkreis und darüber hinaus stets gefürchtet. Daran kann sich auch Steinachs heutiger Abteilungsleiter Sebastian Wehner nur zu gut erinnern. "Alex Gensch hat uns oft im Alleingang abgeschossen. Er hat bestimmt 20 Mal gegen uns getroffen", so Wehner, der damals als 19-Jähriger erst aus der Jugend herausgekommen war. Während sich der TSV Steinach als Elfter in der Kreisklasse halten konnte, ging es für die Lauerstädter um den Aufstieg. "Dieses Spiel war symptomatisch für die Saison, das war nicht der einzige Last-Minute-Sieg", weiß Schlegelmilch. "Fußballerisch war das alles ziemlich überschaubar, es war vor allem der Teamgeist, der uns auszeichnete", blickt der langjährige Leistungsträger zurück.