Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann haben an diesem Dienstag im Anschluss an die Sitzung des Ministerrates mitgeteilt, dass der Wettkampfspielbetrieb im bayerischen Amateurfußball mit einer begrenzten Zahl an Zuschauern analog zum Kulturbetrieb zum geplanten Datum am 19. September 2020 im Freistaat wieder aufgenommen werden kann. Damit sind 200 Zuschauer im Indoor- sowie 400 Zuschauer im Outdoor-Bereich möglich. Ferner sind auch bundeslandübergreifende Wettbewerbe ab sofort wieder zulässig.

"Das ist eine gute Nachricht für den gesamten bayerischen Breitensport und ein großer Erfolg unserer Fußballvereine, die sich in den vergangenen Tagen nochmals sehr, sehr klar positioniert und den Kurs des Verbandes mit überragender Zustimmung unterstützt haben", sagt BFV-Präsident Rainer Koch in einer ersten Reaktion: "Wir bedanken uns ausdrücklich und stellvertretend für alle politischen Entscheidungsträger bei Innenminister Joachim Herrmann für die jetzt sehr rasch getroffene Entscheidung und das positive Signal. Uns war es immer wichtig, einen sachlichen Dialog zu führen, eine Klage wäre nur das letzte Mittel gewesen - auch das haben wir immer betont."

Was sind 400 Zuschauer? Ob es auf jedem Platz möglich ist, 400 Zuschauer zuzulassen, ist fraglich. "Die Abstandsregel muss eingehalten werden", sagte Pressesprecher Fabian Frühwirth. Mit 400 Personen seien nur Besucher gemeint, Spieler und Betreuer fallen nicht darunter. Für Vereine, die mehr als 400 Zuschauer zu ihren Spielen erwarten würden, sei es ein sinnvolles Instrument, einen Kartenvorverkauf zu starten. "Vielleicht wird der eine oder andere Verein anfangs auf Zuschauer verzichten, um komplizierte Hygiene-Konzepte nicht umsetzen zu müssen", sagte Koch. Der Verband werde sich intensiv mit dem Innenministerium austauschen, wie die Hygiene-Vorgaben gestaltet werden müssen.

20 Prozent wollen nicht Bei der jüngsten BFV-Umfrage haben sich 20 Prozent der teilgenommenen Vereine dagegen ausgesprochen, in diesem Jahr noch zu starten. Das waren bayernweit mehr als 603 Klubs. Diese will der Verband mit ins Boot holen und dazu bewegen, doch ab 19. September am Spielbetrieb teilzunehmen. Wenn ein Verein nicht möchte, sei ein Zwangsabstieg die einzige Möglichkeit. "Wer sich jetzt nicht beteiligt, kann nur ans Tabellenende gesetzt werden. Schließlich haben sich 80 Prozent der Vereine für eine Fortsetzung ausgesprochen", sagte Koch, geht den nicht spielenden Verein aber einen Schritt entgegen: Eine Versetzung nach drei schuldhaft nicht angetretenen Spielen findet in die nächsttiefere Klasse statt, nicht aber in die unterste.

Wann werden die Spielpläne veröffentlicht? Laut Verband haben die einzelnen Spielleiter noch am Dienstag begonnen, die ersten Spiele am Wochenende des 19. und 20. September anzusetzen. Bis heute sollen alle Partien der ersten Wochen feststehen. Dazu zählen neben den Ligaspielen auch der neu geschaffene Ligapokal. Ob mit Liga oder Pokal gestartet wird, hängt vom jeweiligen Spielleiter ab. Da sich Bayern entschlossen hat, die Saison fortzusetzen und nicht abzubrechen, habe man im Vergleich zu anderen Landesverbänden viel Zeit gewonnen - ein großer Vorteil in Pandemie-Zeiten. "Das Wichtigste ist der Gesundheitsschutz und dass sich niemand am Platz infiziert. Wir müssen uns aber auch darauf vorbereiten, dass nicht an jedem Wochenende immer alle Spiele stattfinden können", sagte Koch.

Gibt es eine Hallensaison? Auch diese Frage ist noch nicht geklärt. Koch ließ aber durchblicken, zu Gunsten anderer Sportarten womöglich die Hallenrunde hinten anzustellen. "Hier geht es um Solidarität mit anderen Hallensportarten. Diese Verantwortung tragen wir."